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Lehrerprüfungen in Spanien: Unbesetzte Stellen und Nullnoten
In Spaniens öffentlichen Lehrerprüfungen bleiben viele Stellen unbesetzt. Kritiker sehen hohe Hürden bei Rechtschreibung und eine Strategie, die Interimslösungen fördert.
Lehrerprüfungen: Freie Stellen und tausende Durchfaller
Das öffentliche Bildungssystem steht vor einer unbequemen Paradoxie: Es gibt mehr Bewerber als bestandene Prüfungen. Die Ausschreibungen für Sekundarstufe, Berufsbildung (FP), Kunst und Sprachschulen lassen jedes Jahr zahlreiche Stellen unbesetzt. Dies liegt nicht an mangelndem Interesse, sondern daran, dass die Prüfungskommissionen keine Kandidaten finden, die die Tests bestehen. In Aragonien haben die Ergebnisse der letzten Prüfungen erneut Kontroversen ausgelöst: Es gibt viele Nullnoten wegen Rechtschreibfehlern und eine hohe Zahl ungültiger Klausuren. Das Bildungsministerium rechtfertigt dies mit dem Slogan: „Wir wollen die Besten.“
Das Problem ist nicht neu. In der Autonomen Gemeinschaft Madrid klagen Lehrerverbände seit Jahren über die hohen Bestehensgrenzen und das Gefühl, dass die Verwaltung mehr Stellen ausschreibt, als sie tatsächlich besetzen will. Manche behaupten, so werde verhindert, Beamte auf Lebenszeit für Jahrzehnte zu binden, während jährlich neue Angebote im öffentlichen Dienst gemacht werden.
Warum bleiben Stellen bei den Lehrerprüfungen unbesetzt?
Einige führen das niedrige Niveau der Prüflinge an. Die Kommissionen, bestehend aus zufällig ausgewählten aktiven Lehrkräften, müssen schriftliche Arbeiten lesen, die oft sechs oder sieben Seiten umfassen. Seit einigen Jahren können Rechtschreibfehler zur Ungültigkeit der Prüfung führen: Wenn der erste Korrektor Fehler findet, wird die Arbeit verworfen. Dies erklärt die Häufung von Nullnoten in bestimmten Fächern.
Es gibt jedoch eine andere Deutung. Manche argumentieren, dass es im Bildungssektor schon immer üblich war, nicht alle Stellen zu besetzen. So wächst die Liste der Vertretungslehrkräfte (Interinos), was es leichter macht, unbeliebte Posten zu besetzen. Das Ergebnis ist ein Heer temporärer Lehrer, die teilweise fünfzehn Jahre als Vertretungskraft arbeiten, ohne eine feste Stelle zu erhalten.
Das Geschäft der ewigen Vertretung
Die Figur des „ewigen Vertretungslehrers“ spaltet die Meinungen. Einige sind der Ansicht, dass ein Temporärkraft nicht länger als zwei oder drei Jahre auf der Warteliste bleiben sollte; wer verbeamtet werden will, muss sich erneut der Prüfung stellen. Andere verteidigen, dass nach jahrelanger Dienstzeit die Stelle konsolidiert werden sollte. Der Konflikt ist fundamental.
Kritiker der Konsolidierung weisen darauf hin, dass das aktuelle System es manchen Vertretungskräften ermöglicht, von der Warteliste zu leben, ohne wieder Bücher zu öffnen: Sie absolvieren im ersten Jahr eine intensive Prüfung, erreichen eine Note, die ihnen Zugang zur Liste verschafft, und bewahren diese Bewertung unbefristet auf. Währenddessen haben frisch verbeamtete Lehrkräfte Vorrang bei der Wahl ihres Einsatzorts, müssen aber an Versetzungsverfahren teilnehmen und können zugewiesene Orte nicht ablehnen.
Die Falle der maßgeschneiderten Stellen in Katalonien
In Katalonien soll das System laut Berichten noch problematischer sein. Es wurden sogenannte maßgeschneiderte Stellen eingeführt: Wenn die Schulleitung einen bestimmten Vertretungslehrer behalten möchte, werden Anforderungen formuliert, die nur dieser Kandidat erfüllt. Der regulär verbeamtete Lehrer wird dadurch verdrängt und hat das Nachsehen. Viele fragen sich, ob sich der Aufwand gelohnt hat.
Der Hintergrund ist demografisch. Die Anzahl der Schüler in Grund- und Sekundarschulen ist durch die Statistik bekannt: Sie sinkt. Eine eins-zu-eins-Ersetzung der Lehrkräfte ergibt keinen Sinn. Der Kampf gegen Privatschulen ist letztlich ein Ringen um die letzten Krümel vom Tisch.
Der Verfall des Niveaus der Prüflinge
Ehemalige Vorsitzende von Prüfungskommissionen beschreiben ein erschreckendes Bild. Prüflinge machen Rechtschreibfehler in jeder Zeile, schreiben wie Kinder und ärgern sich über schlechte Noten. Beschwerden lauten oft: „Meine Kreativität wurde nicht anerkannt“, ein Ergebnis einer familiären und gesellschaftlichen Überbehütung, die ihnen ihr Leben lang gesagt hat, sie seien besonders und einzigartig.
Die pessimistischste Diagnose lautet, dass der Plan aufgeht: Neue Lehrkräfte sind überwiegend unfähig, Texte zu verfassen oder Argumente darzulegen. Die Schüler wiederum werden durch Handys abgelenkt. Der Kreis schließt sich.
Ist es eine Verschwörung der Verwaltung?
Nicht genau. Der Anteil unbesetzter Stellen variiert stark je nach Fach. Mathematik lässt oft viele Lücken, während Orientierungsstellen nicht nur besetzt werden, sondern die Kommissionen sogar Terminprobleme haben, weil zu viele Kandidaten die erste Runde bestehen. Am Ende hängt es von der jeweiligen Kommission ab. Es gibt keine seltsamen Anweisungen bezüglich der Besetzung.
Was es gibt, ist ein strukturelles Problem: Manche behaupten, das Bildungssystem sei vor Jahren zerstört worden. Niemand will sich täglich in einen Käfig mit dreißig schwierigen Schülern begeben, Papierkram erledigen und die Schuld tragen, für 1.800 Euro monatlich. Diese Aufgabe überlässt man lieber anderen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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