Lebensmittelkosten steigen um 50 % laut Kassenbons, nicht CPI

Einkauf bei Eroski stieg von 98 auf 156,41 Euro, während der offizielle CPI nur 10-15 % anzeigt; Kassenbons belegen bis zu 50 % Preisanstieg bei Grundnahrungsmitteln.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Lebensmittelkosten steigen um 50 % laut Kassenbons, nicht CPI
Vom 98-Euro-Bon zum 156-Euro-Bon: Der Einkauf passt nicht zur Inflation

In vielen Küchen kursiert eine ähnliche Zahl: Ein Einkauf bei Eroski kostete vor zwölf Monaten noch 98 Euro, heute sind es 156,41 Euro. Gleiche Produkte, gleiche Kette. Fast 60 % teurer. Der offizielle Verbraucherpreisindex (CPI) meldet für Lebensmittel dagegen nur Anstiege zwischen 10 % und 15 %. Die Diskrepanz zwischen Statistik und Kassenzettel ist der Kern eines Unmuts, der nicht mehr leise geäußert wird.

Wer seine Belege sammelt, beschreibt ein Muster wie eine Treppe: Anstiege von 5 bis 10 Cent alle fünf bis sechs Tage. Kein sprunghafter Anstieg, sondern eine stetige Steigung. Die Preise im Regal werden so häufig geändert, dass sich alte und neue Etiketten überlappen; man sieht den alten und neuen Preis, gleiches Produkt, unterschiedlicher Code. Jeder Supermarktbesuch wird zur spontanen Preiskontrolle.

Der CPI passt nicht zum Preisschild

Die kritischste Berechnung besagt, dass die günstigsten Grundnahrungsmittel um rund 50 % gestiegen sind. Die offizielle Version bleibt bei 10-15 % und rührt sich nicht. Niemand gibt nach, und das Einzige, was derzeit überprüfbar ist: Einfache Muffins kosten doppelt so viel wie letztes Jahr, und eine Packung Fleisch erschreckt beim Anblick.

Hier zeigt sich der erste Riss in der Erzählung: Wenn alles „nur“ um 15 % steigt, warum sagt der Bon etwas anderes? Die übliche Antwort lautet: Es handelt sich um einen Durchschnittskorb. Das Problem ist, dass der Durchschnittskorb nicht einkauft – der konkrete Warenkorb einer konkreten Familie tut es, und genau dieser hat sich verteuert.

Wochenmarkt: Zuflucht oder Trugbild?

Jahrelang war der Wochenmarkt das Ventil. Die Kilopreise der Marktstände unterbieten den Supermarkt bei Obst und Gemüse weiterhin: Pflaumen und Tomaten für 1 Euro pro Kilo, Zwiebeln für 0,60, Kartoffeln für 0,40, Trauben für 1,30. Ein voller Wagen kostet dort so viel wie die Hälfte im Discounter.

Das Trugbild zeigt sich danach. Die Händler haben ihre Preise langsam an die Ketten angepasst: Eine Wassermelone für 1,10 Euro pro Kilo tauchte am selben Tag zum gleichen Preis bei Mercadona auf. An einem anderen Tag 0,80 Euro. Und bei Mercadona, Zufall, auch 0,80 Euro. Der Wochenmarkt definiert keinen eigenen Preisboden mehr.

Landleben ist nicht mehr günstiger als Stadt

Bleibt die letzte Illusion: Auf dem Land einkaufen gehen. Die Zahlen widerlegen dies. Wer nach frisch geernteten Kichererbsen fragt, erhält einen Gourmet-Preis ähnlich dem von El Corte Inglés; unter Nachbarn verkauft man anders, aber Stadtbewohner zahlen drauf. Der Laden neben der Bar bietet weniger Auswahl für mehr Geld.

Auch der bürokratische Aufwand hilft nicht. Kleine Produzenten berichten, dass Vorschriften sie zwingen, fertiges Futter zu kaufen, statt es selbst zu mahlen. Der echte Gemüsegarten existiert, muss aber zwischen vielen Händlern gefunden werden, die Gewächshausware als Bio verkaufen. Vorsicht beim ländlichen Markt.

Online-Fleisch und der Tiefkühl-Trick

Bei Proteinen wird es knifflig. Schweinefiletkopf gibt es für 4 Euro pro Kilo; das Filet extra für 7. Der Schlüssel liegt darin, nach Gewicht zu kaufen, nicht nach Packung. Bei Rindfleisch nutzen Online-Metzgereien Angebote: Ein Paket mit 16 gereiften Lendensteaks für 68 Euro ergibt etwa 15 Euro pro Kilo – die Hälfte des Preises im Verkaufsregal.

Dafür braucht man jedoch Gefrierschrank und Budget. Die Ersparnis ist keine Magie, sondern Logistik: Groß einkaufen, einfrieren und aufhören, alle zwei Tage im Supermarkt den Komfort-Aufschlag zu zahlen.

Seltsam ist nicht, dass die Lebensmittelpreise steigen. Seltsam ist die exakte Übereinstimmung zwischen dem Stand an der Ecke und dem Supermarktregal. Wenn sogar der Wochenmarkt den Preis von Mercadona kopiert, verschwindet der Gegenpol, und es bleibt nur noch das Bezahlen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (169 Antworten).

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