PC-Reparatur: 90 € Ersatzteile vs. 56 € Gebrauchtkauf

Reparatur eines zehn Jahre alten PCs mit Windows XP: Reinigung ist gratis, Aufrüstung kostet 200 € im Vergleich zu 56 € für ein gebrauchtes Gerät.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

PC-Reparatur: 90 € Ersatzteile vs. 56 € Gebrauchtkauf
Ein PC von 2001: Aufrüsten teurer als Ersetzen

Ein Desktop-Computer mit zehn Jahren auf dem Buckel, noch immer Windows XP installiert und das Gefühl, dass jeder Klick eine Ewigkeit dauert. Der Besitzer nutzt ihn zum Ansehen von Fotos, Öffnen von PDFs und Word-Dokumenten, Hören von Musik und Online-Banking. Keine Spiele. Die Frage nach der Reparatur eines alten PCs oder seiner Abschaffung stellt sich Ende September 2016. Der Fragesteller ahnt die Diagnose bereits: „Ich würde in einem Fachgeschäft fragen, aber die Antwort wird sein, dass es sich nicht lohnt und wir einen neuen kaufen sollten.“ Da er das Gerät kaum nutzt, ist das Ziel, ohne Kosten noch eine Weile durchzuhalten.

Die erste Antwort kommt kostenlos: Abdeckung öffnen, Staub mit Pinsel und Sauger bei niedriger Stufe – oder Druckluft – entfernen und formatieren. Andere empfehlen zusätzliche Software: Bicho, Anti-Malware und Reiniger wie CCleaner. Manche lehnen diese Idee ab: „Diese Programme bringen nichts für die Leistung“. Wenn der Rechner langsam ist, muss Ballast entfernt werden, nicht mehr Software installiert werden.

Was man tun kann, bevor Geld ausgegeben wird

Die physische Reinigung hat ihre Mythen und ihre Realität. Erfahrene Nutzer warnen, dass das Entfernen des Kühlkörpers zur Erneuerung der Wärmeleitpaste je nach Geschicklichkeit „der Anfang vom Ende“ sein kann. Wenn das Gerät nicht wegen Überhitzung abschaltet, verbessert dieser Schritt die Leistung kaum; nur die Lüftergeräusche sinken und die Lebensdauer des Prozessors steigt. Dennoch haben Geräte, die seit zehn Jahren nicht geöffnet wurden, oft dicke Staubschichten im Inneren.

Der andere Aspekt ist das Geld. Eine häufige Berechnung schätzt die Aufrüstung auf 50 Euro für eine Grafikkarte, 50 für 8 GB RAM und 100 für eine SSD-Festplatte, insgesamt etwa 200 Euro. Ein anderer, oft wiederholter Weg ist der Zusammenbau eines neuen Towers für 240 Euro mit 4 GB RAM, einer 128-GB-SSD und einem Celeron-Prozessor für 36 Euro. Dank der SSD, so das Urteil, „fliegt das Ding“.

Wie viel kostet die Aufrüstung eines alten Computers?

Das Problem zeigt sich beim Blick ins Innere. Es handelt sich um einen Prozessor aus dem Jahr 2001: Pentium 4 mit 3,06 GHz, 512 KB Cache, 533 MHz Bus und 130-Nanometer-Lithografie, während heute bei 14 Nanometern gefertigt wird. Er unterstützt kein 64-Bit-Betriebssystem. Er akzeptiert maximal 2 GB RAM, und zwar DDR-Speicher, der etwa fünfzehnmal langsamer ist als DDR3. Die Festplatte hat rund 40 GB Kapazität mit IDE-Schnittstelle, nicht SATA, und die Grafik ist auf der Hauptplatine integriert, die nach all den Jahren „wahrscheinlich überhitzt war“.

Mit diesem Ausgangspunkt sind die 100 Euro für die SSD verschwendetes Geld: Die SATA-I-Schnittstelle erreicht maximal 150 MB/s, sodass die schnelle Festplatte ihr Potenzial nicht ausschöpfen kann. Die am häufigsten genannte Schlussfolgerung lautet, keinen einzigen Euro zu investieren. Nur der Arbeitsspeicher für 3 oder 5 Euro könnte sich lohnen; allerdings müsste dafür ein Modul gegen ein anderes getauscht werden.

Die Alternative gebraucht: von 32 bis 56 Euro

Wenn Aufrüsten teurer ist als Ersetzen, öffnet sich der Gebrauchtmarkt. Es werden Tower-PCs für 32, 35 und 56 Euro genannt, letzterer ein Dell Optiplex 745 mit zwei Kernen à 1,8 GHz, 2 GB RAM und 160 GB Festplatte, sofort einsatzbereit. Mit Versandkosten läge der günstigste Preis bei etwa 70 Euro. Später eine billige SSD für 50 Euro hinzuzufügen, so die Argumentation, schenkt „weitere 4 oder 5 Jahre Computerleben“.

Hier treffen zwei Strömungen aufeinander, die wenig gemeinsam haben. Eine Seite behauptet, ein gebrauchtes Gerät für 56 Euro sei ein „Geschenk“ im Vergleich zu jeder Aufrüstung. Die Gegenseite erinnert daran, dass viele Geräte mit Windows Vista oder fragwürdigen Lizenzen geliefert werden und dass das Verlagern des Problems keine Lösung ist. Eine dritte, radikalere Gruppe meint, das Gerät wegzuwerfen und 200 Euro für ein neues auszugeben, sei die einzige vernünftige Option für eine so einfache Nutzung.

Windows XP ohne Support oder Linux mit 128 MB RAM

Das Betriebssystem ist das letzte Schlachtfeld. Windows XP wird seit Jahren nicht mehr unterstützt, und einige Websites laden nicht mehr mit seinem Browser; für Bankgeschäfte ist dies ein unnötiges Risiko. Die am häufigsten empfohlene Lösung für Laien ist Lubuntu oder Xubuntu: eine leichte Distribution, die laut Befürwortern sogar einen Pentium II mit 128 MB RAM antreibt und deren Installation in drei oder vier Klicks erledigt ist. Dagegen stehen Forderungen nach mindestens Windows 7 (32 Bit) und Aussagen, dass Windows 10 „echten Schrott wiederbelebt“.

Der Widerstand ist nicht technischer, sondern kultureller Natur: Gewohnheit, Programme, die nur unter Windows existieren, Spiele, die nicht mehr funktionieren. Und die Piratenlösung – Windows 7 mit Cracks – zieht ihre eigene Legion von Befürwortern und Kritikern an. Der Streit bleibt offen.



Was wäre, wenn das Gerät von 2005 stammte und nicht von 2001? Diese Nuance ändert alles, denn ein Computer von 2005 hat bereits SATA und ermöglicht Speicher-Upgrades. Die Diskussion scheitert genau an dieser Schwelle, die niemand festlegt: Für manche liegt sie bei den 3 bis 5 Euro für RAM, für andere bei den 200 Euro für ein Neugerät. Die einzige Zahl, bei der alle übereinstimmen, ist die Menge des Staubs, den die Lüfter verbergen.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (168 Antworten).

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