Leben auf Tristan da Cunha: Isolation, Alkohol und Inzucht

Tristan da Cunha: sechs Tage Schifffahrt, 50 Liter Whisky pro Kopf und Jahr und Inzucht. Der entlegenste bewohnte Ort der Erde ist kein Paradies.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Leben auf Tristan da Cunha: sechs Tage Schifffahrt und 50 Liter Whisky pro Jahr

Kann man sich vorstellen, am entlegensten bewohnten Ort des Planeten zu leben? Tristan da Cunha, ein britischer Archipel mitten im Südatlantik, ist erst nach sechs Tagen Schifffahrt ab Südafrika erreichbar. Die Hauptinsel beherbergt rund 250 Nachkommen der ersten Siedler, mit einem Isolationsgrad, der jeden Aspekt des Lebens prägt.

Der Preis der Abgeschiedenheit: totale Abhängigkeit von der Außenwelt

Die Wirtschaft hängt zu 100 % vom Außenhandel und den Exporten ab, vor allem Hummer und Robben. Es gibt keinen Flughafen; der einzige Kontakt zur Welt ist ein Schiff, das etwa neunmal im Jahr anlegt. Die Preise sind prohibitiv, die Produktauswahl minimal. Wie eine Analyse beschreibt: "Man wäre am Ende der Welt und könnte nicht weg, weil man von Wasser umgeben ist."

Gesundheit und Demografie: der genetische Preis

Bei einer so kleinen Bevölkerung mit kaum neuem Blut ist die genetische Vielfalt ein ernstes Problem. Die Inzucht hat ihre Spuren hinterlassen: Erbkrankheiten und eine hohe Rate chronischer Leiden. Die Alkoholkonsumzahlen sind aufschlussreich: 1993 und 1994 trank jeder Einwohner das Äquivalent von fast 50 Litern Whisky pro Jahr. Es ist nicht schwer zu verstehen, warum manche das Leben dort als "Leben im Gefängnis" bezeichnen.

Ein Paradies für den digitalen Einsiedler?

Manche träumen davon, ein paar Monate dort zu verbringen, mit Büchern, einer Konsole und dem Verzicht auf Internetverbindung. Doch die Realität ist: Ohne eigene Segelyacht, um kommen und gehen zu können, wann man will, "nach drei Monaten geht man die Wände hoch." Die nächste Insel liegt 395 km entfernt, etwa die Entfernung zwischen Asturien und Madrid. Für jemanden, der auf dem Festland aufgewachsen ist, ist Klaustrophobie nur eine Frage der Zeit.

Letztlich ist Tristan da Cunha kein Urlaubsziel: Es ist ein Experiment in menschlicher Belastbarkeit. Bei einem solchen Alkoholkonsum und einem Genpool, der zur Durchmischung nicht einlädt, gleicht das Leben dort eher einer Strafe als einem Rückzugsort. Aber hey, das Pinguinei-Omelett in der Albatros-Bar hat einen guten Ruf.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (45 Antworten).

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