Buffel: Südafrikas Minenschutzfahrzeug, entwickelt unter Embargo

Südafrikas Buffel verlor nur 19 Soldaten durch Minen. Sein unter Embargo entwickeltes Design nahm die MRAPs vorweg, die die USA später in Afghanistan einsetzten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Buffel: das Minenschutzfahrzeug, geboren unter der afrikanischen Sonne

Wie bringt man eine Patrouille durch ein minenübersätes Gelände, ohne dass sie in die Luft fliegt? Südafrika beantwortete diese Frage in den 1970er Jahren mit dem Buffel, einem hässlichen, lauten und improvisiert wirkenden Fahrzeug, das ein Problem löste, das Hunderte Leben gekostet hatte: Truppen zu transportieren, ohne sie zu Verlusten zu machen. Das Ergebnis war so überzeugend, dass im gesamten Krieg nur 19 Soldaten starben, während sie in dieser Stahlkiste unterwegs waren.

Das Problem: Minen im Vietnam Afrikas

Die Guerilla lernte in den portugiesischen Kolonialkriegen schnell: Antipanzerminen zerstören nicht nur Fahrzeuge, sie schneiden Straßen ab und machen jede Bewegung zu einem Glücksspiel. Die Portugiesen verloren Hunderte Männer auf ihren zuverlässigen Unimogs, die jedes Gelände bewältigten, aber keinen Schutz gegen eine Explosion unter den Achsen boten. Als Südafrika in den Konflikt in Angola und Namibia eintrat, erbte es dasselbe Problem.

Die Lösung war zugleich grobschlächtig und genial. Man nahm das Unimog-Fahrgestell und montierte eine gepanzerte Zelle darauf, mit dem Fahrer eingesperrt in einer Ein-Mann-Kabine, angeschnallt, damit er sich nicht den Schädel am Dach einschlug, wenn die Druckwelle das Fahrzeug in die Luft schleuderte. Die Priorität war klar: Lieber den Lkw verlieren als den Soldaten. Die Seitenwände ließen sich abnehmen, damit die Infanterie schnell aussteigen konnte, und ein Dach gab es nicht, damit die Luft zirkulierte. Denn eines ist sicher: Eine Fahrt im Buffel war eine Qual. Das Stahl erhitzte sich unter der afrikanischen Sonne, und die Soldaten wurden buchstäblich durchgebraten.

Eine umstrittene Vaterschaft: Rhodesien war zuerst

Der Buffel kam nicht aus dem Nichts. 1973, ein Jahr bevor Südafrika mit der Entwicklung des Hippo begann, hatte Rhodesien bereits den Moon Buggy vorgestellt, ein Minenschutzfahrzeug, dessen Erfahrungen es mit den Südafrikanern teilte. Später folgten der Leopard und der Pookie. Der südafrikanische Beitrag war die Industrialisierung: Während andere Prototypen bauten, produzierte Pretoria Tausende Buffel und setzte sie 15 Jahre lang ein.

Die heutigen MRAPs, die gepanzerten Minenschutzfahrzeuge, die die Vereinigten Staaten für Afghanistan entwickeln mussten, sind direkt von diesen Konzepten inspiriert. Die Ironie ist gewaltig: Die Supermacht gab Milliarden aus, um etwas wiederzuentdecken, das Südafrika unter Handelsembargo mit knappen Ressourcen und einem deutschen Lkw-Fahrgestell erreicht hatte.

Ein vergessener Krieg und ein ausgelöschtes Vermächtnis

Der Schauplatz war einer jener südafrikanischen Kriege, die kaum in den Geschichtsbüchern auftauchen: Angola, Namibia, die SWAPO, die UNITA, Kubaner und Sowjets im Hintergrund, und die South African Defence Force (SADF), die mit einer Logistik kämpfte, die erforderte, alles über Tausende Kilometer heranzuschaffen. Diese Isolation erzwang billige und wirksame Lösungen. Die Politik spielte jedoch ein anderes Spiel: Der Krieg wurde auf dem Schlachtfeld gewonnen, aber am Verhandlungstisch verloren, und mit Mandelas Amtsantritt 1994 verkümmerte die südafrikanische Rüstungsindustrie — samt ihrer Fähigkeit, wirksame Ungetüme zu bauen.

Der Buffel verschwand von den Straßen Afrikas, bevor ihm die Anerkennung zuteilwurde. Heute weiß ein Marine, der in einem MRAP in einem beliebigen Konfliktgebiet Platz nimmt, vermutlich nicht, dass er im Urenkel des Stahlbüffels sitzt, der seine Insassen unter der namibischen Sonne bratete. So ist das eben mit der Geschichte: Die Großväter gehen meist ohne Rente in den Ruhestand.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (89 Antworten).

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