Langzeitarbeitslosigkeit in Spanien: Jugend ohne Job

Junge Spanier finden seit dem 18. Lebensjahr keine Stelle. Viele Angebote bleiben unveröffentlicht, während gut bezahlte Jobs unbesetzt bleiben.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Langzeitarbeitslosigkeit in Spanien: Jugend ohne Job
Seit dem 18. Lebensjahr ohne Netz: So verfestigt sich die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien

Wie sucht man Arbeit, wenn seit der Volljährigkeit niemand anruft? Der Fall, der diese Diskussion eröffnet, ist ein junger Mann, der behauptet, seit seinem 18. Geburtstag nicht einmal eine einzige Arbeitsangebot erhalten zu haben. Nicht einmal ein Vorstellungsgespräch, das diesen Namen verdient. Die Frage, die im Raum steht – wie es den anderen ergeht –, lässt eine unbequeme Antwort zu: Oft geht es nicht voran, man rutscht einfach hinein.

Die 80 % der Stellen, die nie öffentlich werden

Eine Schätzung unter langjährigen Jobsuchern beschreibt den Trichter so: Mehr als 80 % der Angebote werden nie veröffentlicht, da sie intern, durch Familienangehörige oder Bekannte besetzt werden. Die 20 %, die auf Portalen erscheinen, sind genau die, die niemand von innen will. Daher wird empfohlen, Lebensläufe persönlich abzugeben: Laut einem Forumsteilnehmer bringt dies mehr Erfolg als das Ausfüllen von Online-Formularen.

Daraus folgt die Betonung zweier wenig akademischer, aber wirksamer Dinge: das Netzwerk erweitern und den ersten Eindruck pflegen. Neuer Haarschnitt, formelle Kleidung, ein Profilfoto, das Seriosität ausstrahlt, und, wie ein Nutzer empfiehlt, erfundene Berufserfahrung, die schwer überprüfbar ist. Ethisch fragwürdig, aber verbreitet.

Warum antworten SEPE und Zeitarbeitsfirmen nicht?

Weil, laut den geschilderten Fällen, der öffentliche Weg wie eine Blackbox funktioniert, bis eine interne Empfehlung kommt. Manche haben sich bei mehreren Angeboten des staatlichen Arbeitsamtes (SEPE) beworben und keine einzige Rückmeldung erhalten. Andere waren monatelang bei verschiedenen Zeitarbeitsfirmen registriert, ohne dass das Telefon klingelte: Nur als ein Bekannter, der bereits dort arbeitete, ihn empfahl, bekam er einen Job. Zwei Tage später war er eingestellt, und danach meldete sich die Firma selbst für weitere Einsätze. Die anderen Agenturen antworteten nie.

Die administrative Sarracena ist bitter: Der formale Kanal diskriminiert nicht nach Leistung, sondern filtert nach vorherigem Vertrauen. Oder anders gesagt: Der Lebenslauf zählt weniger als der Fürsprecher.

Das 1.800-Euro-Angebot, das niemand annehmen will

Hier dreht sich die Geschichte um. Eine Inhaberin eines Lebensmittelgeschäfts beschreibt ihr Angebot: 1.800 Euro brutto, 12 Monatsgehälter, 35 Stunden pro Woche, durchgehend von 7 bis 14 Uhr, freie Wochenenden. Sie beklagt, dass weder lokale Kandidaten noch Neueinsteiger Interesse zeigen, dass die Antworten knapp sind und sie am Ende eine Migrantenperson eingestellt hat, die sich am meisten Mühe gab und der sie das Handwerk von Grund auf beibringen musste. Sie betont, dass sie über dem Niveau großer Ketten zahlt, trotz weniger Stunden und besserer Zeiten.

Gegen diese Sichtweise argumentiert eine andere Strömung, dass das Problem nicht die Abwesenheit von Stellen sei, sondern deren Qualität: Wer arbeiten wolle, finde schnell Arbeit, sagen sie, aber meist schlecht bezahlt. Zwischen beiden Extremen liegt ein Land, in dem Langzeitarbeitslosigkeit neben Geschäften existiert, die offene Stellen nicht besetzen können.

Studieren, Beamter werden oder auswandern

Dies ist die dreifache Rezeptur, die am häufigsten wiederholt wird. Erstens: Qualifikationen erwerben, die nicht jeder hat, etwa durch Berufsausbildung, Führerscheine für Gabelstapler, LKW, Lebensmittelhygiene oder Krane sowie Sprachkurse. Zweitens: Das Beamtentum (Oposiciones), mit dem Hinweis, dass die Prüfungsstoffe härter geworden sind – B2- oder C1-Sprachkenntnisse werden für bestimmte öffentliche Stellen gefordert – und dass die Konkurrenz brutal ist. Drittens: Auswandern.

Schweiz taucht in den Empfehlungen auf, mit Jobs in der Gastronomie, die Sparen und deutlich höhere Rentenansprüche als in Spanien ermöglichen. Auch Deutschland wird genannt, wo Mechaniker und Bauarbeiter ausgewandert sind. Das Sprichwort „Wer keinen Paten hat, heiratet nicht“ fasst für einen Nutzer die Situation zusammen.

Was bleibt netto von 1.800 Euro brutto?

Etwa 1.470 Euro netto pro Monat, laut Schätzung eines Nutzers, variierend je nach Steuerabzug, Kindern und Bundesland. Dies ist das Minimum, worauf ein Teil des Marktes hofft. Das obere Ende markiert eine konkrete Karriere, die als Kontrast zitiert wird: Ein 26-Jähriger, der in drei Jahren sein Gehalt von 21.000 auf 28.000 Euro brutto bei 14 Monatsgehältern steigerte, mit flexiblen Arbeitszeiten, fünf Minuten Fußweg zur Wohnung, intensiven Freitagen und drei Sommermonaten Urlaub.

Den Abstand zwischen diesen Punkten schließt nicht die Anstrengung, sondern die Nachfrage nach der besetzten Stelle. Ein Markt, der 1.800 Brutto für 35 Stunden bietet, und ein anderer, der 28.000 jährlich mit verkürzter Arbeitszeit zahlt, sind nicht derselbe Markt, auch wenn sie dasselbe Land und dieselbe Statistik teilen.

An diesem Punkt lautet die Frage nicht mehr, ob es Arbeit gibt, sondern wie lange jeder braucht, um festzustellen, dass seine Stelle nie veröffentlicht wurde.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (169 Antworten).

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