Wartezeiten bis zu 20 Tagen bei spanischer Sozialversicherung

Studie in 26 Provinzen zeigt über 20 Tage Wartezeit für Termine beim INSS und SEPE; null Verfügbarkeit in Granada, Tarragona, Valencia oder Zaragoza.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Wartezeiten bis zu 20 Tagen bei spanischer Sozialversicherung
Terminvergabe der Sozialversicherung: 20 Tage Wartezeit und keine freien Slots in der Hälfte der Büros

Einen Termin für die Altersrente oder das Arbeitslosengeld zu bekommen, ist zu einem Hindernislauf geworden. Eine praktische Studie in Büros von 26 Provinzen stellt fest, dass die durchschnittliche Wartezeit sowohl beim Instituto Nacional de la Seguridad Social (INSS) als auch beim Servicio Público de Empleo Estatal (SEPE) mehr als 20 Tage beträgt. In mehr als der Hälfte der Versuche konnte kein Termin in derselben Stadt vereinbart werden. In Hauptstädten wie Granada, Tarragona, Valencia oder Zaragoza wurde bei keiner der sechs durchgeführten Anfragen ein Termin erhalten.

Die Verbraucherschutzorganisation, die die Arbeit veröffentlicht hat, fordert die Abschaffung der obligatorischen Terminvereinbarung, eine vorrangige Betreuung für schutzbedürftige Personen sowie die Festlegung garantierter Höchstfristen. Ihre These lautet, dass die ursprünglich als Ausnahmeregelung während der Pandemie eingeführte Maßnahme sich zu einer Hürde entwickelt hat, die den gleichen Zugang zu wesentlichen Dienstleistungen verhindert, insbesondere für ältere Menschen und Personen ohne digitale Kompetenzen.

Was die Ministerien angesichts der Daten sagen

Quellen des Ministerio de Seguridad Social bestreiten einen Kollaps. Sie betonen, dass der Terminkalender im INSS täglich mehrmals aktualisiert wird, sodass es später wieder freie Slots gibt, wenn diese gerade belegt sind. Zudem verweisen sie auf Mechanismen zur Gewährleistung einer vorrangigen Betreuung ohne Termin für schutzbedürftige Personen, über 65-Jährige mit digitaler Benachteiligung und Fälle drohender wirtschaftlicher Rechteverluste.

Die offiziellen Zahlen dazu: Die durchschnittliche Bearbeitungszeit für Anträge lag 2025 bei 7,72 Tagen für Altersrenten und 10,37 Tagen für Witwenrenten. Die Behörden bearbeiteten über 67 Millionen persönliche, telefonische oder elektronische Anfragen und 223 Millionen automatisierte Vorgänge. Der Antrag auf Altersrente kann bis zu drei Monate vor dem Rentenbeginn gestellt werden.

Beim SEPE ist die Darstellung ähnlich. Das Ministerio de Trabajo räumt punktuelle Spannungen zwischen Angebot und Nachfrage in stark bevölkerten Provinzen ein, vor allem in Barcelona, und verteidigt den neuen einheitlichen Provinzbezirk: Jeder Interessent kann einen Termin in jedem Büro seiner Provinz beantragen, nicht nur im nächstgelegenen. Die Kalender seien so konfiguriert, dass täglich die Termine des ersten verfügbaren Tages bereitgestellt werden.

Das dringende Verfahren, das das System selbst nicht einhält

Der Antrag auf Arbeitslosengeld muss innerhalb von maximal 15 Werktagen abgeschlossen sein, um keine finanziellen Ansprüche zu verlieren. Die Ergebnisse der Studie ähneln denen des INSS: In Barcelona und Tarragona war es weder in der Hauptstadt noch im Rest der Provinz möglich, einen Termin zu erhalten, und in Albacete, Bilbao oder Oviedo wurden Termine erst 28 bis 32 Tage später angeboten. Dieser Zeitplan führt direkt zum Verlust eines Teils der Leistung oder zwingt zur Online-Abwicklung, selbst wenn der Antragsteller über keine technischen Mittel oder Fähigkeiten verfügt.

Unter den Großstädten weisen nur Bilbao, Murcia und Málaga als mäßig akzeptabel eingestufte Quoten auf, allerdings zu Lasten übermäßiger Fristen: durchschnittlich 28 Tage Wartezeit in Bilbao, 20 in Murcia und mehr als 23 in Málaga.

Auch das Telefon funktioniert nicht als Ventil. Interne Quellen des SEPE haben bestätigt, dass es bei telefonischer Terminvereinbarung fast unmöglich sei, Kontakt herzustellen, da die Leitungen ständig besetzt sind und nicht genügend Personal vorhanden ist, um die Nachfrage zu decken.

Der Schatten des Schwarzmarkts für Termine

Im Bereich der persönlichen Erfahrungen deuten mehrere Berichte auf ein Phänomen hin, das von keiner Behörde anerkannt wird: den Weiterverkauf von Terminen. Es wird die Existenz von Banden beschrieben, die Bots nutzen, um Slots über die Website zu ergattern und dann weiterzuverkaufen, sowie von Internetcafés, die gegen Bezahlung Termine besorgen. Die dahinterliegende Logik ist einfach: Wenn jemand einen Termin für eine Person bucht und sich eine andere identifiziert, wie wird diese Identität akzeptiert?

Der häufigste Fall ist derjenige, der nach wochenlangen Versuchen das Verfahren online erledigt oder in eine andere Provinz reist. Ein Nutzer berichtet, dass ihm in Barcelona der persönliche Termin an andere Städte oder Dörfer verwiesen wurde und sein Aktenzeichen keinen zugewiesenen Sachbearbeiter hatte. Ein anderer erzählt, dass ein Bekannter ein Programm entwickelte, das den Terminkalender rund um die Uhr aktualisierte, bis ein freier Slot entdeckt wurde.

Die tiefere Diagnose: weniger Personal und mehr Bürokratie

Die am häufigsten genannte Diagnose zielt nicht auf den Beamten am Schalter ab, sondern auf Personalmangel und bürokratische Verwicklungen. Es wird argumentiert, dass der Sachbearbeiter Spielraum habe, um Routineverfahren zu lösen, aber dass die sicherste Antwort für ihn oft darin bestehe, Nein zu sagen, ein unmögliches Dokument zu verlangen oder an einen anderen Schalter zu verweisen. Die theoretischen Unterlagen für das Arbeitslosengeld sind einfach — DNI, Familienbuch und eidesstattliche Erklärung über Einkünfte —, aber die Interpretation und Fehler im internen Computersystem machen das Papier zu einem Labyrinth.

Manche erinnern daran, dass die Digitalisierung versprach, Verfahren zu vereinfachen, Kosten zu senken und Wartelisten zu verkürzen. Angesichts der Fristen ist das Ergebnis das Gegenteil. Und eine Warnung, die über der ganzen Angelegenheit schwebt: Das System filtert nach technologischer Kompetenz, nicht nach tatsächlichem Bedarf.



Was irritiert, ist nicht die durchschnittliche Wartezeit. Es ist die Tatsache, dass die Behörde vom Bürger eine Frist von 15 Werktagen verlangt, die sie mit ihrem eigenen Terminkalender nicht einhalten kann.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (165 Antworten).

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