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La Rioja sucht junge Menschen gegen männliche Gewalt: Förderung oder teurer Amtsapparat?
Die spanische Region La Rioja startet ein Jugendprogramm gegen männliche Gewalt – ohne Angabe von Gehalt oder Budget, was Zweifel an Wirksamkeit und Kosten nährt.
La Rioja sucht junge Menschen gegen männliche Gewalt: Förderung oder teurer Amtsapparat?
Die Regionalregierung von La Rioja in Spanien hat ein Programm für junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren aufgelegt, die sich am Kampf gegen männliche Gewalt beteiligen sollen. Die Initiative, die ohne großes Aufsehen vorgestellt wurde, hat eine Reihe unbequemer Fragen ausgelöst. Die erste, unvermeidliche: Wer bezahlt das? Die zweite, praktischere: Wie hoch ist das Gehalt? In der ursprünglichen Ausschreibung wird der Lohn nicht genannt, was den Verdacht schürt, dass es sich um eine unbezahlte oder allenfalls schlecht bezahlte Tätigkeit handelt.
Hinter der Ankündigung steht das alte Misstrauen gegenüber dem, was umgangssprachlich ein "teurer Amtsapparat" genannt wird: ein öffentlich finanziertes Programm von fragwürdigem Nutzen, das eher dazu dient, Lebensläufe aufzubessern, als das Problem zu lösen. Das Fehlen konkreter Arbeitsbedingungen hilft nicht gerade. In einer Zeit prekärer Jugendbeschäftigung klingt es nach Ausbeutung des Ehrenamts, wenn junge Menschen ohne klare Vergütung ihre Zeit auf "Mythenentlarvung" oder Sensibilisierung verwenden sollen.
Der Vorschlag hakt auch sprachlich. Es ist von "jungen Menschen" in der generischen männlichen Form die Rede, doch der Kampf gegen männliche Gewalt betrifft vor allem Frauen. Dass "junge Frauen" unerwähnt blieben, war ein weiteres Detail, das nicht unbemerkt blieb.
Die Skepsis ist nicht unbegründet. In der Praxis sind die besten ausgebildeten und ehrgeizigsten jungen Menschen der Region – jene, die eine fundierte Analyse beisteuern könnten – mit Studium oder Arbeit beschäftigt, oft mit dem Ziel, in Regionen mit besserem Arbeitsmarkt abzuwandern. La Rioja leidet unter einem Abwandern von Fachkräften, das solche Initiativen offenbar ignorieren statt stoppen. Wer sich anmeldet, sind vermutlich diejenigen mit den wenigsten Alternativen – das Programm wird so eher zum Flickwerk als zur Lösung.
Die verstörende Zahl: In einer Zeit, in der politische Reden qualitätsvolle Jobs für junge Menschen versprechen, bleibt die Ausschreibung in der Luft hängen – ohne Investitionssumme und ohne Zahl der Stellen. Wer wissen will, was die Bekämpfung männlicher Gewalt wirklich kostet, muss darauf warten, dass es jemand schwarz auf weiß aufschreibt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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