Spaniens Verwaltung bricht unter ihrem eigenen Apparat zusammen

Die Bearbeitungszeiten in Spaniens Verwaltung explodieren: Die Registrierung von Rechten dauert ein Jahr, Gerichtsverfahren warten fünf. Personalmangel oder chronische Ineffizienz?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Verwaltung tritt auf der Stelle: Bearbeitungszeiten verdreifachen sich, Justiz kollabiert

Die Registrierung eines Drehbuchs in Madrid dauert nicht mehr zwei Wochen, sondern ein ganzes Jahr. Ein Verein wartet sechs Monate auf seine Eintragung, wobei früher vier Beamte fünf Anträge pro Monat bearbeiteten. In den Gerichten von Teneriffa stauen sich Urteile mit Verzögerungen von fünf Jahren. Spaniens Verwaltungsapparat, der durch Digitalisierung und Personalaufbau eigentlich schneller werden sollte, scheint in einer Semi-Paralyse festzustecken, die alle Ebenen betrifft.

Das Register für geistiges Eigentum: von 15 Tagen auf 365
Ein Paradebeispiel ist das Register für geistiges Eigentum in Madrid. Noch vor Kurzem wurde das Verfahren in 15 Tagen abgeschlossen. Heute warten Antragsteller über ein Jahr. Es handelt sich nicht um einen Nachfrageanstieg: Die Büros haben dasselbe Personal, und die Anzahl der Anträge variiert kaum. Die Digitalisierung hat statt alles zu beschleunigen, eine zusätzliche Bürokratieschicht hinzugefügt, die den Prozess noch weiter verlangsamt.

Kollabierende Gerichte: Gerechtigkeit, die nie kommt
Der Justizkollaps ist noch gravierender. Laut Juristen stapeln sich in den Gerichten von Teneriffa ungelöste Fälle seit über fünf Jahren. Eine Eilentscheidung an der Audiencia de Valencia (einem oberen regionalen Gericht) wartet seit drei Jahren. Gesetzliche Fristen werden systematisch überschritten, und der Oberste Gerichtshof hat bereits festgelegt, dass bei einer Wartezeit von über zwei Jahren das Strafmaß reduziert werden muss. Das System ist praktisch außer Betrieb.

Mangelnde Mittel oder mangelnder Wille?
Die Steuereinnahmen und die europäischen Hilfsgelder (Hunderte Milliarden in den letzten fünf Jahren) widerlegen die Ausrede der Mittelknappheit. Der Fiskus und die Sozialversicherung arbeiten mit Schweizer Präzision, doch der Rest der Verwaltung zerfällt. Die Erklärungen gehen auseinander: Manche verweisen auf eine Kultur geringer Produktivität und fehlende Anreize, andere sehen das durch Einwanderung angetriebene Bevölkerungswachstum als Ursache für die steigende Nachfrage. Dass sich die Lage verschlechtert, bestreitet niemand.

Die Frage, die in der Luft hängt, ist, wann der Punkt erreicht ist, an dem alles kippt. Wenn der Kollaps für diejenigen, die auf die Verwaltung angewiesen sind, bereits Realität ist, deutet der Trend nicht auf eine Besserung hin. Während die öffentlichen Einnahmen weiter wachsen, schrumpfen die Leistungen. Die offizielle Erklärung findet keine Antwort, und die Bürger beginnen, private Alternativen zu suchen oder sich einfach zu fügen.

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