La Garma: Paläolithische Hütten und zwei Stunden Arbeit täglich

Ein 16.800 Jahre altes Dorf in La Garma zeigt eine Gemeinschaft, die nur zwei Stunden täglich arbeitete und nie Hunger litt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

La Garma: Paläolithische Hütten und zwei Stunden Arbeit täglich
La Garma: Zwei Stunden Arbeit täglich und kein Hunger im Paläolithikum

In 130 Metern Tiefe, in völliger Dunkelheit, errichtete jemand vor 16.800 Jahren ein ovales Zelt von fünf Quadratmetern, stützte es mit Steinblöcken ab und verzierte es mit Malereien und Gravuren. Es war kein Notfallunterstand. Es war ein Haus in einer Höhle und Teil des paläolithischen Dorfes, das in La Garma, elf Kilometer von Santander entfernt, entdeckt wurde. Der Fund hat eine unbequeme Frage neu aufgeworfen: War das Leben vor der Landwirtschaft vielleicht nicht das Überlebensinferno, das wir voraussetzen?

Was in der Höhle von La Garma gefunden wurde

Das Team unter Leitung der Paläontologen Pablo Arias und Roberto Ontañón dokumentierte Hütten aus der Zeit vor 16.800 Jahren in der unteren Galerie der Höhle. Die Stätte war bereits für ihre Felskunst bekannt, und der Text, der den Fund verbreitete, stellt sie als Fortsetzung der Legende des benachbarten Altamira dar, der Höhle, die seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Untersuchungen der letzten zweieinhalb Jahre ermöglichten den Übergang von der Wand zum Territorium, von der Malerei zur Architektur. Es wurden 300.000 Reste inventarisiert, und die Forscher glauben, dass sie noch nicht einmal die Hälfte ihrer Prospektion abgeschlossen haben.

Die Höhle ist ein unregelmäßiger Raum von 300 Metern Tiefe mit mehreren Ebenen, einigen Zugängen und reichlichen Wasserquellen. Ein Erdrutsch verschloss sie in westgotischer Zeit, und die Erhaltungsbedingungen sind außergewöhnlich: „La Garma ist eine Zeitkapsel“, fasst Ontañón zusammen. Diese Siedler waren Gemeinschaften von 20 bis 30 Personen, die jagten, sammelten und zum Muschelsuchen ans Meer gingen, bei häufigen Temperaturen von -15 ºC.

Woher kommt die Annahme, dass sie nur zwei Stunden am Tag arbeiteten?

Aus den Zähnen einer 45-jährigen Frau. Ihr Gebiss zeigt, dass sie niemals irgendeine Form von Ernährungsstress durchlitt: Sie hatte weder Hunger noch fehlte ihr ein Nährstoff. Auf dieser Grundlage und dem restlichen materiellen Befund behaupten die Verantwortlichen der Ausgrabung, dass die tägliche Arbeit jener Gemeinschaft in etwa zwei Stunden pro Tag erledigt werden konnte. Das Hauptargument ist, dass das Bild des Paläolithikums als eine harte Welt, die sich nur aufs Überleben konzentriert, nicht durch das gestützt wird, was unter der Erde liegt.

Es gibt eine Nuance, die das Team selbst betont: Die Zelte waren eng, fünf Quadratmeter groß, und konnten vier sitzende Personen aufnehmen. Das schließt die Kleinfamilie, wie wir sie heute verstehen, aus. Es waren kleine Gruppen mit vielen Verwandtschaftsbindungen, die zudem Paarungen innerhalb der Familie vermieden. La Garma fungierte als Anziehungspunkt für benachbarte Populationen, die dorthin kamen, um neue Paare zu bilden.

Muscheln aus dem Mittelmeer und Konflikte ohne Gewalt gelöst

Das Porträt umfasst Fernhandel — es gibt materielle Belege für Muscheln, die vom Mittelmeer importiert wurden — und eine komplexe symbolische Welt. Es gab häusliche, produktive und transzendente Subräume, mit Strukturen in 130 Metern Tiefe, die mit Malereien, Gravuren und Möbeln dekoriert waren. Das beeindruckendste Stück ist ein Fingerknochen eines Auerochsen, eines Ton schweren Wildrindes, durchbohrt mit Darstellungen menschlicher Gesichter und Tierprofile.

Zur Gewalt lautet die These des Teams, dass Konflikte existierten, wie in jeder Gesellschaft, aber durch Spaltung gelöst wurden: Wenn das Zusammenleben schwierig wurde, zog ein Teil der Gruppe weg. Kein permanenter Krieg. Dies ist der Punkt, der die meisten Gemüter erhitzt, denn von hier bis zum glücklichen Arkadien ist es ein Schritt, den viele nicht gehen wollen.

Zwei Stunden Arbeit versus die 40-Stunden-Woche

Der Vergleich mit der Gegenwart ist unvermeidlich und hier wird die Debatte hitzig. Eine Strömung der Analyse behauptet, dass wenn die Nahrungssuche so wenig Zeit kostete, die aktuelle 40-Stunden-Woche eine historische Anomalie sei, getragen von geschaffenen Bedürfnissen: Quoten, Schulden, Steuern und Konsum. Eine andere entgegnet, dass die Daten ein Artefakt seien und dass Kindersterblichkeit, Krankheit und kurze Lebenserwartung das Dasein elend machten, egal wie viel Meeresfrüchte an der Küste verfügbar waren.

Ein drittes Element kommt hinzu: Die Schwierigkeit, die Vergangenheit nach heutigen Komfortkriterien zu beurteilen. Manche argumentieren, dass der Hirte oder Jäger sich nicht als elend empfindet, auch wenn sein materielles Leben schlechter ist als das eines städtischen Bettlers, und wer Gesellschaften beobachtet hat, die noch außerhalb der Industrialisierung leben, beschreibt ihren Alltag mit weit weniger poetischen Begriffen.

Neolithikum oder Paläolithikum: Das Datum, das falsch wiederholt wird

Eine der am häufigsten geäußerten Kritikpunkte betrifft die Datierung. Der Text, der die Entdeckung verbreitet, vermischt ständig die Begriffe Neolithikum und Paläolithikum, um sich auf eine Siedlung von vor 16.800 Jahren zu beziehen, was dem Paläolithikum entspricht. Das Neolithikum, mit Ackerbau und Viehzucht, setzt üblicherweise viel später an; manche fixieren seinen Beginn um 10.000 v. Chr. in Mesopotamien. Die Verwirrung ist nicht gering: Die gesamte These über Arbeit und Fülle stützt sich auf eine konkrete Chronologie.

Die Methode des Teams ist ebenso einzigartig wie der Fund: Sie inventarisieren und analysieren, ohne etwas vom Boden der Höhle zu entfernen. Die Originale sind nicht und werden nicht in Museen sein, und die Vermittlung erfolgt über 3D-Rekonstruktionen. Die Fortschritte wurden im Museo Arqueológico Nacional vorgestellt, unterstützt von der Fundación Palarq, die dem Projekt 2021 ihren Nationalpreis für Archäologie verlieh.

Der Horizont, den das Team vor Augen hat, ist beredt: Es bleibt Arbeit für die nächsten 100 Jahre.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (183 Antworten).

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