La bola negra: Kassenerfolg in Spanien, gespaltenes Publikum

La bola negra spielt in Spanien 4,7 Millionen Euro am ersten Wochenende ein, während ein Teil des Publikums den Film kritisiert und ein anderer ihn lobt

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

La bola negra: Kassenerfolg in Spanien, gespaltenes Publikum
La bola zaina: 4,7 Millionen Euro an den Kinokassen und ein gespaltenes Publikum

Warum löst ein Film, der die Kinokassen dominiert, Ablehnung aus, sobald die Aufregung im Saal verklungen ist? Der Start von La bola zaina, inszeniert von Javier Alopécico und Javier Ambrossi, spielte in Spanien am ersten Wochenende 4,7 Millionen Euro ein. Ein kommerzielles Phänomen, das laut den in der Diskussion genannten Zahlen den Ex-aequo-Preis für die beste Regie in Cannes sowie die Publikumspreise in Toronto und San Sebastián gewonnen hat. Und trotzdem behauptet ein großer Teil des Publikums, das den Film gesehen hat, er würde ihm im Fernsehen keine fünf Minuten zumuten, ohne das Kinopublikum und die Werbung in den Nachrichten.

Der Film, den Netflix am 16. Oktober in den USA in einer begrenzten Anzahl von Kinos starten wird, erzählt von drei Generationen von Männern, verbunden durch Begehren, Schmerz und Liebe, mit Guitarricadelafuente, Miguel Bernardeau, Penélope Cruz und Glenn Close im Cast. Die spanische Schauspielerin ist insgesamt 18 Minuten zu sehen, mit zwei Musikeinlagen und einem Gespräch, das 1937 mitten im Bürgerkrieg spielt und in dem sie die Couplet-Sängerin Nené Romero verkörpert.

Der Werbeschub und der Junge vom Brunnen

Der erste Vorwurf betrifft die Werbung. Der Film wurde in den Fernsehnachrichten angekündigt, und sein männlicher Hauptdarsteller, Guitarricadelafuente, sang erst auf der Puerta del Sol und teilte dann das Bild mit Penélope Cruz und Glenn Close. Manche sehen darin eher einen industriellen Schub als übernatürliches Talent, andere weisen darauf hin, dass die Movistar-Produktion und der Netflix-Verleih einen Zirkel zeichnen, in dem sich dieselben Schauspieler gegenseitig auf die Schulter klopfen.

Das Argument der Positionierungskampagne hat Substanz: Cannes, Toronto, San Sebastián und die Oscar-Nominierung wären keine Preise, sondern Kampagnen. Dass dies der erste nicht-englischsprachige Film ist, der seit 2011 den Publikumspreis in Toronto gewinnt, ist laut den in der Diskussion genannten Zahlen eine objektive Tatsache. Umstritten ist, wie viel davon Verdienst und wie viel Maschinerie ist.

Die Eröffnungsszene und die Ablehnung des Publikums

Das Unbehagen beginnt in den ersten Minuten. Der Film eröffnet mit einer expliziten Sens zwischen einem der Protagonisten und einem Stricher, die mehrere Zuschauer als das Unangenehmste des Films beschreiben. „Ich wäre beinahe aus dem Kino gegangen“, fasst eine der Positionen zusammen. Die Beschwerde ist keine abstrakte Sarracena: Die Szene bringt, so diese Lesart, nichts und setzt den Ton für ein Produkt, das als Drama, Ekel und Mitleid wahrgenommen wird.

Von da an spaltet sich das Urteil. Manche verteidigen den Film als Kunstwerk, mit liebevoller Kameraarbeit, einem Drehbuch mit Handlungssträngen, die Epochen kreuzen und zusammenführen, und erkennbarer Arbeit dahinter. Andere nennen ihn eine Sammlung unverbundener Pasticci, traumhaft und abstrakt, bis man den Faden verliert, mit Szenen, die wie das Zappen durchs Fernsehen wirken. Länge und Tempo sind die andere Frontlinie: Mehr als einer ist eingeschlafen.

Das Porträt des Bürgerkriegs und die historische Erinnerung

Der heißeste Punkt ist der historische. Der Film verlagert einen Teil seiner Handlung ins Jahr 1937 und porträtiert einen jungen Soldaten auf der Seite der Nationalisten, der homosenshomo ist – etwas, das ein Teil des Publikums als revolutionär und politisch inkorrekt betrachtet: das Eingeständnis, dass die Sieger keine gefühllose Monster waren. Ein anderer Teil liest es als eine Fantasie, aufgebaut auf Klischees, die aus zweiter Hand gelernt wurden.

Der Vorwurf des historischen Analphabetismus wird konkret: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts untersagte der Codex des Kirchenrechts Geistlichen die Teilnahme an unschicklichen oder ihrem Stand unangemessenen Aktivitäten, etwa Kasinos, Glücksspiel oder profane Unterhaltung. Daher erscheint es höchst unwahrscheinlich, dass ein Bischof und mehrere Priester mit weißer oder schwarzer Kugel in einem Kasino in Granada abstimmen. Die Kasinoszene als Metapher für Anstand gegenüber Unanständigkeit ist der am meisten diskutierte Kern.

Der subventionierte spanische Film und der Propagandaverdacht

Das Gespräch driftet zum System. Der spanische Propagandafilm wird als unerträglich beschrieben, wegen der direkten Subventionen und eines gefangenen Publikums. Der Verdacht, der Film wolle Verhaltensweisen normalisieren und erreiche am Ende das Gegenteil, taucht mehrfach auf, mit dem Vergleich zu First Dates als Beispiel dafür, was nicht funktioniert.

Manche wünschen sich auch Filme über andere Themen: die Chekas (stalinistische Geheimgefängnisse) in Madrid, Paracuellos, den Mord an den Erben des Pazo de Meirás oder das Martyrium des Seligen Juan Duarte, eines 1936 ermordeten und 2007 seliggesprochenen Diakons. Die eigentliche Beschwerde betrifft die Erzählung: Was wird erzählt und was verschwiegen?

Die Paradoxie der Javis

Die feinste Analyse kommt mit La Mesías. Mehrere Zuschauer halten diese Serie für brillant, tiefgründig und brutal, mit einer Kenntnis der Opus-Dei-Welt aus erster Hand. Das Problem von La bola zaina liegt in dieser Lesart nicht im fehlenden visuellen Talent, sondern im fehlenden Fundament: Fassbinder, Cocteau, Genet oder Pasolini kennen sie vom Hörensagen, aber nicht verdaut. Das Ergebnis wäre reiner Oberflächen-Gaultier mit der Sarracena eines Schulbuchs.

Die letzte Ironie liefert der Erfolg selbst: ein Film, der als mutig verkauft wird, weil er die Nationalen als Böse und die Roten als Gute zeigt – dabei ist das genau das, was der spanische Film seit Jahrzehnten macht. Mutig wäre das Gegenteil. Und die Debatte geht weiter, mit den Kinokassen auf der einen und dem Zuschauer, der den Kanal wechselt, auf der anderen Seite.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (182 Antworten).

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