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Kupferdiebe zerstören Ladesäulen für 20.000 Euro – für 5 Kilo Beute
Diebe stehlen 5 Kilo Kupfer pro Ladesäule und richten 20.000 Euro Schaden an: Sie nehmen 0,2 % dessen mit, was sie zerstören. Der Kupferpreis treibt die Diebstähle an Ladesäulen in Spanien.
Fünf Kilo Kupfer gestohlen, 20.000 Euro Schaden pro Ladesäule
Es ist ein Geschäft, das zum Nachdenken bringt. Ein Ladekabel einer Schnellladesäule ist etwa fünf Meter lang und führt zwei dicke Gleichstromleiter. Im besten Fall lassen sich daraus vier oder fünf Kilo Kupfer gewinnen. Beim Schrotthändler sind das ein paar Dutzend Euro. Die zerstörte Ladesäule kostet hingegen – mit Kabel, Stecker, Reparatur und den Ausfällen – rund 20.000 Euro. Der Dieb nimmt im besten Fall 0,2 % dessen mit, was er zerstört.
Die Rechnung geht in keiner Weise auf, und genau da beginnt das eigentliche Problem. Denn der Dieb zahlt die Rechnung nicht: Das tut der Betreiber, und dahinter der Nutzer, der vor einer außer Betrieb genommenen Ladesäule steht. In Sevilla sind laut örtlichen Berichten bereits acht Ladesäulen ausgeplündert worden, manche, ohne überhaupt einmal benutzt worden zu sein. Kupfer ist zum neuen Gold des Schrotthandels geworden.
Was das Strafgesetzbuch über den Diebstahl von Elektroverkabelung sagt
Das ist kein gewöhnlicher Diebstahl. Seit der Reform des Código Penal (spanisches Strafgesetzbuch) von 2015 wird der Diebstahl von Kabeln oder Versorgungsleitungen für Strom oder Telekommunikation, der dem Dienst einen schweren Schaden zufügt, mit einem bis drei Jahren Haft bestraft – mehr als bei gewöhnlichem Diebstahl. Das Gesetz sieht den Strafschärfungsgrund bereits vor. Das Problem, so sagen Beobachter dieser Fälle, sei weniger die Strafe als ihre praktische Anwendung.
Manche meinen, der eigentliche Engpass liege bei der Hehlerei: Ohne Schrotthändler, der kauft, gibt es kein Geschäft. Und der Käufer kommt selten ins Gefängnis. Deshalb richten sich die Blicke auf das andere Ende der Kette.
Das britische Modell, das die Metalldiebstähle halbierte
2013 hatte Großbritannien eine ähnliche Plage: Kabeldiebstähle an Bahnstrecken, sogar Bronzetafeln verschwanden von Friedhöfen. Die Antwort war der Scrap Metal Dealers Act, der Barzahlungen für Schrott verbot, die Identifizierung des Verkäufers per Ausweis und eine Registrierung vorschrieb und die Lizenz des Schrotthändlers zu etwas machte, das man bei einem Verstoß verliert. In den folgenden Jahren gingen die erfassten Metalldiebstähle um rund die Hälfte zurück.
Der Schlüssel war das Ende des Bargelds. Wird Kupfer per Überweisung auf ein Konto des Verkäufers gezahlt, kann ein Schrotthändler, der ein Auge zudrückt, viel schwerer verschleiern, woher die Ware stammt: Es bleibt eine Spur, von wem jede Charge gekauft wurde. Dass das in Spanien nicht ebenso konsequent angewendet wird, ist für viele die Erklärung dafür, warum das Problem weiterbesteht.
Warum der Dieb so viel riskiert, um so wenig zu gewinnen
Die logische Frage lautet: Warum zerstört jemand ein 20.000-Euro-Gerät, um ein paar Dutzend Euro herauszuholen? Die häufigste Antwort ist keine wirtschaftliche: Der Schaden kostet ihn nichts. Der Gewinn ist klein, aber das wahrgenommene Risiko auch. Und solange die Wahrscheinlichkeit, erwischt und zur Kasse gebeten zu werden, gering bleibt, geht die Rechnung für jeden auf, der nur auf den eigenen Geldbeutel schaut.
Dagegen stehen die klassischen Rezepte: Schrottplätze kontrollieren, Strafen verschärfen, Geldbußen verhängen, die dem Schaden entsprechen. Eine Rechnung, die kursiert, veranschaulicht das: Fünf ausgefallene Züge ergeben fünf mal dreihundert Fahrgäste mal zwanzig Euro Fahrkarte, also 30.000 Euro Strafe. Nur die Verhältnismäßigkeit, so heißt es, mache die Strafe abschreckend.
Den echten Kosten trägt der Nutzer, der ankommt und nicht laden kann
Während die Debatte weitergeht, stapelt sich das Kupfer bei den Schrotthändlern und die kaputten Ladesäulen in den Werkstätten. Das Ladenetz, einst die große Verheißung des Elektroautos, wird zu seinem schwächsten Punkt. Und die Frage, die in der Luft bleibt, ist unbequem: Wenn der Kupferdiebstahl für jemanden weiterhin lohnt, wie lange dauert es, bis die Ladesäulen es nicht mehr sind?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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