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Kriegsrhetorik gegen Marokko findet in Spanien Zulauf im Netz
Die kriegerische Rhetorik gegen Marokko gewinnt im Internet an Boden, mit konkreten Daten und einem kuriosen imaginären Feind: den Narnianern. Eine Analyse des Phänomens.
Marokko als Ziel: Die Kriegsversuchung kehrt zurück
Mitten im Streit um Ceuta, Melilla und Westsahara stellt eine Randströmung in den digitalen Ecken Spaniens erneut die Frage, die einst undenkbar schien: eine militärische Mobilmachung gegen Marokko. Das Argumentarium stützt sich auf eine angebliche innere Verwundbarkeit des alawitischen Königreichs, ein ungünstiges internationales Umfeld und einen 'Urlaubsmodus', der einer Überraschungsaktion entgegenkommen würde. Manche wagen sogar ein konkretes Datum: den 15.
Die Diskussion ist jedoch keineswegs einstimmig. Neben den Freiwilligen überwiegt die Ironie. Das Auftauchen der 'Narnianer' als imaginärer Feind macht den Austausch zu einer geopolitischen Satire, die Fantasy-Literatur mit Geheimdienstanalyse vermischt. Manche knüpfen ihre Teilnahme an das 'Recht auf Beute', irgendwo zwischen Söldnertum und Albernheit, andere erinnern daran, dass historische Kriegsabenteuer nie umsonst waren.
Darunter zeigen sich die gewohnten Bruchlinien: die Kritik an der Linken, der Weichheit vorgeworfen wird, und der Schatten Donald Trumps, der die spanische Zugehörigkeit der autonomen Städte bereits in Frage gestellt hat. Das Misstrauen gegenüber offiziellen Verlautbarungen zieht sich durch das gesamte Spektrum. Wenn der 15. vorbeigegangen ist, wird wahrscheinlich nichts Ernstes geschehen; aber dass die Debatte überhaupt existiert, ist bereits ein Symptom. Das digitale Säbelrasseln ist nicht harmlos: Es vergiftet das Klima, beeinflusst Umfragen und spiegelt vor allem die Unzufriedenheit einer Gesellschaft, die sich von ihren Eliten im Stich gelassen fühlt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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