Kreml fordert Verfassungsänderung in der Ukraine zur Beendigung des Krieges
März 2022. Moskau legt seine Bedingungen für ein Ende der Invasion in der Ukraine vor, und das Paket lässt wenig Interpretationsspielraum: Änderung der ukrainischen Verfassung, um sicherzustellen, dass das Land keinem Block – also weder NATO noch EU – beitritt, Anerkennung der Krim als russisches Territorium sowie die Anerkennung der separatistischen Regionen im Osten als unabhängig. Keine Entnazifizierung, keine Besetzung, kein Regimewechsel. Wer dies anmerkte, sagte es unverblümt: Bald werden sie die Panzer zurückfordern, die ihnen von den Traktoristen abgenommen wurden.
Die unmittelbare Reaktion war, diese Forderungen als Zeichen der Schwäche zu lesen. Wenn Moskau bereit ist, über Neutralität, die Krim oder den Donbas zu verhandeln, so argumentiert diese Strömung, dann weil es nicht gewinnen kann. Die Gegenargumente kommen ebenso schnell: Wenn dies genau das ist, was vor dem ersten Schuss gefordert wurde, wovon sprechen wir dann beim Rückzug? Und hier entzündet sich das zweite Feuer, das der Daten. Mehrere Teilnehmer behaupten, dass die verfassungsmäßige Neutralität und der Status der Krim seit 2014 auf dem Tisch liegen.
Was genau fordert der Kreml für ein Ende des Krieges?
Das Dokument hat drei Punkte, keiner davon erwähnt einen Regierungswechsel in Kiew. Die Ukraine muss ihre Verfassung reformieren, um die Nichtzugehörigkeit zu militärischen oder wirtschaftlichen Blöcken festzuschreiben. Sie muss die Halbinsel Krim als Teil der Russischen Föderation anerkennen, was Moskau de facto 2014 vollzogen hat. Und sie muss die Unabhängigkeit der östlichen Regionen akzeptieren, die seit acht Jahren außerhalb der Kontrolle Kiews liegen. Befürworter dieser Lesart betonen, dass die Krim bereits ihr Eigentum war und dass die separatistischen Gebiete schon vor der Invasion de facto wie Territorien operierten.
Daraus ergibt sich die unbequeme Frage. Wenn alle drei Bedingungen vorher feststanden, lädt die Bilanz der Militäroperation nach Ansicht dieses Teils des Forums nicht zum Optimismus ein: Tausende Tote, eine gesunkene Wirtschaft und ein ruiniertes globales Ansehen als Preis dafür, zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Manche antworten, dass Russland den Donbas aus Höflichkeit zur Rechnung hinzugefügt hat, während andere sagen, man habe angegriffen, um später aus einer Position der Stärke zu verhandeln, die sich nicht materialisiert hat.
Gas, Dieselöl und wer vom Stillstand profitiert
Die wirtschaftliche Front durchzieht die gesamte Angelegenheit. Ein Teil der Analyse besagt, dass Washington kein Interesse daran hat, dass Europa günstigeres russisches Gas und Diesel kauft, da dies seinen Exporteuren den Energiemarkt überlässt. Die Unterbrechung der Lieferungen und die steigenden Preise für Rohstoffe sind laut demselben Teilnehmer die sichtbare Folge für den europäischen Verbraucher. Die Debatte wanderte hin dazu, wer die Rechnung länger tragen kann: die russische Staatskasse, die europäische oder keine von beiden.
Das andere wiederholte Argument ist rein geopolitisch. Es wird behauptet, es gebe keine zwei Blöcke oder eine multipolare Welt, sondern fünf Großmächte – USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China –, die Einflusszonen unter sich aufteilen, wie die Ecken eines fünfzackigen Sterns. Nach dieser Lesart wird die NATO nicht militärisch eingreifen, und der Konflikt wird so lange andauern, wie es denen passt, die Russland im Sumpf sehen wollen, ohne auch nur einen eigenen Soldaten zu riskieren.
Donbas, Krim und die Opfer: Das Narrativ, das nicht zusammenpasst
Die Diskussion verwickelte sich auch in die Geschichte. Für manche war der Auslöser das Massaker von Odessa 2014 und die Weigerung Kiews, sich Moskau zu unterwerfen. Für andere ist die Ukraine ein angegriffenes Land, dessen einziges Vergehen darin bestand, sich nicht zu beugen, und es mit den Mächten zu vergleichen, die der Horde Vasallentreue schworen, ist eine nachträglich konstruierte Rechtfertigung. Die Antwort kehrt zur Geopolitik zurück: Das historische Szenario ähnelt sich überhaupt nicht, denn damals war die Gefahr real und nicht eingebildet.
Der Punkt, an dem jede Schlussfolgerung am meisten ins Stocken gerät, ist, wer an den Verhandlungstisch sitzt. Diejenigen, die einen russischen Rückzug sehen, weisen auf den Abzug aus der Umgebung von Kiew als Beweis dafür hin, dass Moskau verzweifelt nach einem Ausweg sucht. Diejenigen, die Festigkeit sehen, erwidern, dass der Rückzug eine Umgruppierung war und dass nun Kiew den Beitritt zur NATO und zur EU fordert und damit den Rahmen der ursprünglichen Aufteilung ändert.
Mit der schweren Artillerie der Sanktionen und zwei Volkswirtschaften, die den Rauschzustand erleben, bleibt das Problem an derselben Stelle offen, wo es begann: Niemand weiß, ob Russland die Schnur einzieht oder einfach neu kalkuliert. Was vor Monaten gefordert wurde, wurde bereits vor acht Jahren gefordert, und keine der Parteien hat bisher etwas unterschrieben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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