Krawalle in Europa: die Theorie der bezahlten Provokateure

Die These, dass 20 bezahlte Agitatoren genügen, um aus einer Versammlung von 200 Personen Krawalle mit Plünderungen zu machen – und die Debatte darüber, ob jemand dahintersteckt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Krawalle in Europa: die Theorie der bezahlten Provokateure
Krawalle in Europa: die Theorie der bezahlten Provokateure

Eine Handvoll Menschen, die dafür bezahlt werden, Sachen zu zerstören. Das ist die Hypothese, die in einem Diskussionsforum aufgestellt wird, um zu erklären, warum eine Versammlung von 200 Personen in einer Stadt wie Barcelona mit geplünderten Geschäften und brennenden Autos endet. Die These besagt, dass hinter den sich in Europa wiederholenden Stadtkrawallen eine Methode steckt: Massenmobilisierung über soziale Medien, eine Minderheit von Agitatoren, die den ersten Schlag führt, und eine Menge, die mitmacht, sobald sie sieht, dass Plündern leicht ist. Reine Ökonomie des Chaos, nach Ansicht ihrer Verfechter.

Die Methode der Lockvögel: 20 Agitatoren, um 200 Menschen in Bewegung zu setzen

Das Vorgehen ist mechanisch. Zuerst ein Massenaufruf über TikTok, Facebook, Instagram und WhatsApp mit einem konkreten Tag und einfachen Regeln. Je einfacher die Botschaft, desto besser. Dann kommen die Lockvögel ins Spiel: angeblich bezahlte Leute, die Schaden anrichten und Dinge zerstören sollen. Mit 20 oder 30 von ihnen bei einer Demonstration von 200 Personen spaltet sich der Rest. Manche bleiben zurück, andere machen mit, weil sie sich sicher fühlen, und die übrigen steigen in das Plündern ein, sobald sie sehen, wie leicht sich ein Geschäft stürmen lässt.

Der Vergleich, der gezogen wird, ist explizit: der Arabische Frühling des vergangenen Jahrzehnts, Libyen und Syrien, mit derselben Technik, verfeinert und im Kleinen angewandt. Kämpfer mit Gewehren sind nicht mehr nötig. Der Größensprung ist das zentrale Argument: Was früher erforderte, eine Rebellenarmee durch ein ganzes Land zu bewegen, gelingt heute mit einer organisierten Minderheit auf einem Platz.

Ist ein Krawall spontan, oder steckt jemand dahinter?

Die Skepsis gegenüber der Spontaneität zieht sich durch die gesamte Diskussion. Manche behaupten, nichts davon sei jemals spontan gewesen, nicht einmal die Französische Revolution, wo es heißt, dass die Hirten der Herde die Freimaurerlogen waren. Der am häufigsten geäußerte Einwand lautet, dass niemand plötzlich im Gruppe alles demoliert: Vielleicht macht das ein Verrückter, aber nicht hundert auf einmal. Dafür muss jemand dahinterstehen.

Gegen diese These kommt die erdverbundenere Antwort: Es genügt, wenn ein paar Leute Ärger machen, weil sie betrunken sind, aus Spaß oder um zu nerven, und andere machen mit. Das angeführte Beispiel sind die Städte, in denen nach bestimmten Fußballergebnissen Autos brennen. Keine Loge, keine Bezahlung nötig: Der Ansteckungseffekt der Menge reicht aus.

Biometrische Kontrolle als Hintergrund

Auch der technologische Aspekt taucht auf. Es wird argumentiert, dass in Europa still Gesichtserkennung und künstliche Intelligenz getestet werden und dass, sobald alles im Gelände erprobt ist, die Maßnahmen zur biometrischen Kontrolle kommen werden. Als Präzedenzfall wird der Iran genannt: Es schien, als würde die Jugend die Ajatollahs stürzen, bis sie das Internet abschalteten und die Spontaneität vorbei war.

Genau dort bleibt die Analyse am Ende stecken. Wenn die Methode mit einer organisierten Minderheit und einer mitmachenden Menge funktioniert, lautet die Frage nicht, wer die Lockvögel bezahlt, sondern wie lange es dauert, bis die technologische Antwort kommt, die ihre Bezahlung überflüssig macht.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (21 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver