Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Der Weltuntergang am 8. Mai 2040, der nicht aufgehen kann
Das Datum des Weltuntergangs am 8. Mai 2040 beruht auf einer runden Zahl von zehntausend Tagen, nicht auf dem Bericht „Die Grenzen des Wachstums“, der als Beleg angeführt wird.
Der 8. Mai 2040 stammt aus keiner Prophezeiung: Er stammt aus einem Taschenrechner
Zwischen dem 21. Dezember 2012, als sich angeblich ein interdimensionales Portal öffnete, und dem 8. Mai 2040, an dem es angeblich für immer schließen soll, liegen rund zehntausend Tage. Zehntausend. Die runde Zahl verrät die Methode: Man wählt zuerst eine Zahl, die nach Offenbarung klingt, und sucht dann zwei Daten, die dazupassen. Die Erzählung behauptet, an jenem Tag beginne das Jüngste Gericht und Jesus Christus komme, um nur die Seinen zu retten – wer dann nicht mehr lebe, verliere sein Ticket in den Himmel. Die einzige Quelle im gesamten Konstrukt ist ein Link zu The Independent, und der Artikel dahinter handelt weder von Portalen noch von Messiasen: Er handelt von den Grenzen des Wachstums.
Was der Artikel, der als Beweis zitiert wird, wirklich sagt
Der Link führt in die Spur von Die Grenzen des Wachstums, dem Bericht von 1972, den der Club of Rome bei einem MIT-Team unter Leitung von Donella und Dennis Meadows in Auftrag gab. Jene Arbeit nannte kein Datum für den Weltuntergang: Sie baute ein Computermodell, World3, das Bevölkerung, Industrie, Nahrung, Ressourcen und Verschmutzung verknüpfte, und rechnete es mit mehreren Szenarien durch. Im Business-as-usual-Szenario erreichten Industrie- und Nahrungsproduktion Mitte des 21. Jahrhunderts ihren Höhepunkt und fielen ab. Nichts weiter.
Die Nachricht, die es tatsächlich gibt, ist eine andere. Gaya Herrington verglich in einer Masterarbeit an der Harvard Extension diese Szenarien mit den realen Daten von 1970 bis 2020 und kam zu dem Schluss, dass die Wirklichkeit ziemlich genau zwei davon abbildet: eines mit einem Niedergang um 2040 und ein anderes mit mehr technologischem Fortschritt, in dem das Wachstum ohne abrupten Kollaps zum Stillstand kommt. Von dort bis zu einem interdimensionalen Portal ist es ein weiter Weg, den niemand mit Daten zurücklegt.
Die Lücken im Modell, auf dem die Prophezeiung ruht
Nach Aussage eines Teilnehmers der Debatte hat World3 mehr Löcher als ein Jahrmarktsieb, und die erste ist, dass es weder Preise noch Materialsubstitution abbildet. 1972 wurde alles linear gedacht; seitdem gehen Öl und Kupfer weiter by the face, weil die Förderung immer besser wird. Die zweite Lücke ist demografisch: Die Bevölkerungskurve des Szenarios ist inzwischen in die Gegenrichtung gebrochen, denn wir explodieren nicht, wir schrumpfen. Diesen Teil wird niemand erfüllen.
Manche halten den Kollaps trotzdem für unausweichlich, nur auf anderem Weg. Die optimistischste Rechnung setzt voraus, dass die Technologie die Grenzen dehnt; das pessimistische Szenario geht davon aus, dass die Ressourcengrenze physisch und nicht verhandelbar ist. Zwischen diesen Extremen schwebt das Datum des 8. Mai 2040 ohne Anker: Der ursprüngliche Bericht erwähnt es nicht, und Herringtons Vergleich legt es nicht auf Tag und Monat fest.
Wie man auf ein so konkretes Datum reagiert
Die überwiegende Reaktion reicht vom Witz bis zum Schulterzucken. Manche hätten es lieber im nächsten Jahr, je früher, desto besser, andere fragen, warum so spät. Jemand weist darauf hin, dass sein Termin beim Reaccionariorzt genau auf diese Tage fällt. Und der alte Verdacht schwebt über allem: Wenn es wirklich einen Messias gäbe, der die Seinen aus der Matrix holen will, sollte man lieber selbst nach dem Ausgang suchen, statt wartend herumzusitzen.
Das Detail, das stutzig macht, ist die Genauigkeit. Ein Datum mit Tag, Monat und Jahr lädt dazu ein zu prüfen, ob der Kalender aufgeht – und er geht nicht auf: Die zehntausend Tage sind eine allzu glatte Zufälligkeit. Die Prophezeiung ruht auf einer runden Zahl und einem Artikel, der das Gegenteil von dem sagt, was ihr zugeschrieben wird. Mit diesem Material ist es nicht seltsam, dass es jemand glaubt. Seltsam ist, dass die Rechnung so hübsch aufgeht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).
Zwischen 50 und 85 Prozent der Menschen sollen seelenlose 'organische Portale' sein. Die esoterischen Quellen dieser Verschwörungstheorie und ihre Anziehungskraft im digitalen Zeitalter.
Eine Bewegung namens BLOCUS spielt mit den Wörtern Block, Blockade und Wahnsinn, um über die Wohnungskrise zu sprechen. Was hinter diesem Wortspiel steckt.
In einem Forum wird diskutiert, ob ein 30-km-Meteorit geheim gehalten werden könnte; mehrere Nutzer halten dagegen, dass er für Amateurastronomen sichtbar wäre und Zensur nicht funktionieren würde.
Die These, dass 20 bezahlte Agitatoren genügen, um aus einer Versammlung von 200 Personen Krawalle mit Plünderungen zu machen – und die Debatte darüber, ob jemand dahintersteckt.
Der Künstler hinter dem Hit "Wishing Well" von 1987 tritt seit 25 Jahren unter dem Namen Sananda Maitreya auf. Die Nostalgie auf seine Klassiker füllt wieder die Säle.