Krankmeldungen in Spanien steigen fünfmal schneller als im EU-Durchschnitt

Die Krankschreibungen in Spanien sind seit 2018 um 73 % gestiegen, in der EU hingegen nur um 16 %. Arbeitnehmer verlieren 4,9 Wochen pro Jahr – mehr als in jedem anderen OECD-Land.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Arbeitsunfähigkeit kostet Spanien rund 92.000 Millionen Euro pro Jahr und ist seit 2018 um 73 % gestiegen – fast fünfmal so schnell wie im europäischen Durchschnitt. Ein spanischer Arbeitnehmer verliert 4,9 Wochen im Jahr wegen Krankheit, der höchste Wert in der OECD.

Eine Zahl sollte man im Kopf behalten, bevor es weitergeht: **92.000 Millionen Euro**. So viel kosten die Krankmeldungen in Spanien jedes Jahr, wie der erste Bericht des Observatoriums für Arbeitsunfähigkeit von **Aecoc** zeigt, erstellt mit Marlex und der Berufsgenossenschaft Umivale Activa und in Madrid vorgestellt. Zur Einordnung: Das sind 20.000 Millionen Euro mehr als die Ausgaben für das öffentliche Bildungswesen. Und es ist kein einmaliger Ausrutscher eines schlechten Jahres: Seit 2018 sind die Fehlzeiten wegen Arbeitsunfähigkeit in Spanien um **73 %** gestiegen, in der gesamten Europäischen Union dagegen nur um 16 %. Fast fünfmal so schnell.

## Ein spanischer Arbeitnehmer verliert 4,9 Wochen pro Jahr – mehr als in jedem OECD-Land

Die Zahl zur Dauer ist die unbequemste. Ein spanischer Arbeitnehmer verliert im Durchschnitt **4,9 Wochen pro Jahr** wegen Krankheit. Kein anderes **OECD**-Land erreicht diesen Wert. Seit 2018 ist diese Zeit um 69 % gestiegen, während der Durchschnitt der Organisation nur um 15 % zunahm. Die Quote der Fehlzeiten wegen Arbeitsunfähigkeit ist in sechs Jahren um 44 % geklettert, auf **5,94 %**.

Die Rechnung verteilt sich keineswegs gleichmäßig. Gerade einmal **16,2 %** der Arbeitnehmer machen 69,3 % aller Krankschreibungen und 62,6 % der verlorenen Arbeitstage aus. Und eine Handvoll Fälle wiegt schwerer als alle anderen zusammen: Krankschreibungen von mehr als einem Jahr machen nur 2,4 % der beendeten Fälle aus, verschlingen aber 34,1 % der verlorenen Arbeitstage. Diese endlosen Fälle haben seit 2018 um 95 % an Prävalenz gewonnen. Ende 2024 war fast jede fünfte laufende Krankschreibung (**17,4 %**) bereits länger als zwölf Monate offen.

## Krankschreibungen bei unter 35-Jährigen sind um 152 % gestiegen

Auch das Profil derer, die sich krankschreiben lassen, hat sich verändert. Bei den unter 35-Jährigen sind die Krankschreibungen um **152 %** gestiegen: von 16,3 auf 41 pro Monat je 1.000 Arbeitnehmer. Bei den über 55-Jährigen sind sie um 27 % gesunken. Aber Vorsicht: Die einfache Deutung täuscht. Wenn ein langjähriger Mitarbeiter krankgeschrieben wird, dauert die Abwesenheit im Durchschnitt **82,2 Tage**, gegenüber 20,9 Tagen bei den Jüngeren. Weniger Krankschreibungen, aber deutlich längere.

Wo die Arbeit nicht von zu Hause aus erledigt werden kann, ist der Schlag härter. Die Logistik verzeichnet eine Fehlzeitenquote von **7,56 %**; die Lebensmittelindustrie 7,15 %, der Straßengüterverkehr 6,48 % und der Einzelhandel 6,15 %. Alle über dem Landesdurchschnitt. "Wir können nicht alle Krankschreibungen gleich behandeln", warnt **Héctor Blasco**, Geschäftsführer von Umivale Activa, der zu Wiederholung und Dauer einen dritten Faktor hinzufügt: den Anstieg von schwer objektivierbaren Beschwerden wie Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychischen Problemen.

## Auch Wartelisten treiben die Krankschreibungen nach oben

Für die befragten Unternehmen liegt einer der Schlüssel vor ihrer Haustür: die Wartelisten. Jede Woche Wartezeit auf einen Termin in der Primärversorgung, eine diagnostische Untersuchung oder eine Operation ist eine Woche mehr Krankschreibung. Drei von vier Unternehmen glauben, dass die aktuelle Regelung wenig dazu beiträgt, ungerechtfertigte Fehlzeiten einzudämmen.

**Aecoc** schlägt ein ständiges Forum zwischen Verwaltungen, Berufsgenossenschaften, Gewerkschaften und Unternehmen vor und nennt fünf Ansatzpunkte: den öffentlichen Gesundheitsdienst stärken, um Wartezeiten zu verkürzen, Informationssysteme besser vernetzen, den Berufsgenossenschaften mehr Gewicht bei der Verwaltung gewöhnlicher Krankschreibungen geben, die Regulierung aktualisieren und den sozialen Dialog stärken. Die Unternehmen räumen eigenen Nachholbedarf bei Arbeitsbedingungen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Führung ein. Wer es am besten macht, setzt auf eigene medizinische Dienste, Begleitung von Krankschreibungen, psychologische Unterstützung und ergonomische Arbeitsplätze.

Niemand bestreitet das Recht, krank zu werden. "Wer eine Krankschreibung braucht, muss sie bekommen – und zwar mit allen Garantien", betont der Präsident des Arbeitgeberverbands, **Ignacio González**. Das Ziel ist ein anderes: den Teil dieser 92.000 Millionen Euro zu reduzieren, der vermeidbar wäre. Wenn Sie das Thema persönlich betrifft, sollten Sie vor Entscheidungen eine ärztliche oder arbeitsrechtliche Fachkraft konsultieren.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (5 Antworten).

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