Koldo-Affäre erreicht vier Ministerien und Ministerrat

Die UCO verortet den Adif-Vertrag im Ministerrat. Die Koldo-Affäre betrifft nun vier spanische Ministerien, die Parlamentspräsidentin und zwei Staatsunternehmen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Koldo-Affäre erreicht vier Ministerien und Ministerrat
Koldo-Affäre erreicht vier Ministerien und den Ministerrat

Fast drei Jahre nachdem der Kauf von Masken mitten in der Pandemie nicht mehr wie eine einfache Buchhaltungsanekdote wirkte, ist die Untersuchung wegen illegaler Provisionen auf einen für die Regierung unbequemen Bereich eskaliert. Der letzte Bericht der UCO besagt, dass der große Vertrag, der mit dem Netzwerk verbunden ist, "dem Ministerrat gemeldet wurde", und die Akten belasten bereits vier Ministerien, die Präsidentin des Kongresses und zwei staatliche Unternehmen. Was als Dossier eines Beraters begann, ist zu einer Landkarte geworden, die die halbe Verwaltung berührt.

Die These, die das Thema durchzieht, ist einfach und hässlich: Während des Gesundheitsnotstands, als halb Spanien um jeden Preis Masken suchte, fand jemand einen Weg, für die Vermittlung Geld zu kassieren. Heute hat diese Geschichte Namen, Verträge und eine Summe, die nicht mehr zusammenpasst.

Was die UCO über den Adif-Maskenvertrag sagt

Das Dokument der Central Operative Unit der Guardia Civil deutet darauf hin, dass der Star-Vertrag des Netzwerks, bewertet mit 12,5 Millionen Euro und verbunden mit Adif (spanischer Eisenbahninfrastrukturbetreiber), sehr hohe Instanzen durchlief. Das ist kein Detail: Wenn das Dossier den Ministerrat erreichte, bröckelt das Alibi "Ich wusste nichts". Derselbe Bericht spricht von einem "Superchef" des Netzwerks, der nicht identifiziert werden konnte, einer Figur, die über Koldo García und den Unternehmern Juan Carlos Cueto und Víctor Aldama stehen würde.

Manche lesen darin den Beweis, dass die Regierung vom Geschäft wusste. Andere behaupten, ein Vertrag dieses Volumens passiere viele Filter, was kein kriminelles Wissen impliziere. Die Ermittlungen sind vorerst offen und ohne feste Schlussfolgerungen.

Von Koldo bis Aldama: Wer ist verdächtigt und warum?

Die Liste der Verdächtigen wächst. Ábalos, bereits im Fokus des Obersten Gerichtshofs wegen Hinweisen auf mehrere Straftaten, und der Vermittler Aldama tragen einen großen Teil der Erzählung. Aldama hat in seinen Geschäften mit der Regierung Pedro Sánchez, Begoña Gómez, Marlaska, Ábalos, Torres, Ribera und Cerdán involviert, eine Bewegung, die sein Umfeld als Zusammenarbeit mit der Justiz darstellt und von der Exekutive als Worte eines "Lügners" abgetan wird. Seine Sekretärin und seine Partner sollen laut veröffentlichten Informationen die Schmiergeldzahlungen an die Partei bestätigen.

Mit der Staatsanwaltschaft im Kreuzfeuer – der Generalstaatsanwalt wird wegen einer angeblichen Leckage in einem anderen juristischen Verfahren beschuldigt – gehen institutionelle und politische Spannungen Hand in Hand. Hier ist Vorsicht geboten: Fast alles Vorherige sind Anschuldigungen ohne Urteil.

Die Masken aus Kanaren, Navarra und der Fall Armengol

Die Spur führt zu den Kanarischen Inseln, wo der Unternehmer den Berater von Ábalos genutzt haben soll, um für Maskenkäufe über mehr als 12 Millionen zu kassieren. Und nach Navarra, wo Ministerin Elma Saiz wegen eines irregulären Kaufs unter Beobachtung steht. Die Europäische Staatsanwaltschaft hat Computer und Kalender von 15 kanarischen Beamten beschlagnahmt, um den Faden weiterzuverfolgen.

Das am meisten verbreitete Detail ist ein anderes: Die Präsidentin des Kongresses versicherte, sie habe erst durch die Presse vom Kauf erfahren, während Bilder sie beim Verhandeln mit Aldama zeigen. Von einer Nachricht des Ministers Torres an Koldo nach einer Zahlung – "Heute werde ich besser schlafen" – braucht man wenig hinzuzufügen.

Warum fällt Spanien auf Platz 46 im Korruptionsindex?

Weil die Organisationen, die die institutionelle Wahrnehmung messen, nicht auf Urteile schauen, sondern auf Signale. Transparency International platziert Spanien auf Rang 46, mit 56 Punkten von 100, dem schlechtesten Wert seit drei Jahrzehnten, und klassifiziert es als "defekte Demokratie". Die Diagnose ähnelt kaum denen der letzten Zeit.

Der Datenpunkt verwirrt, weil er mitten in einer Welle von Skandalen kommt und mit früheren Jahren vergleicht. Die Wahrnehmung, so sagen Analysten, breitet sich schneller aus als jede rechtskräftige Verurteilung.

ELbichito als Geschäft: Die sich ausweitende Verdachtslage

Dass die Pandemie neben einer Tragödie auch eine Geschäftschance für wenige war, ist ein Verdacht, der nicht mehr marginal ist. Mit millionenschweren Verträgen, die hastig verteilt wurden, und gelockerten Kontrollen stellt sich die Frage, wer sich mit Masken und Impfstoffen bereichert hat, bereits in offenen Dossiers. Manche gehen noch weiter und behaupten, dass Lockdown und Maskenpflicht eine Spur von Konsequenzen hinterlassen haben, die niemand quantifizieren wollte.

Verdacht gleich nicht Beweis, und daran sollte man erinnern. Aber die Menge an öffentlichen Geldern, die in Wochen ohne Ausschreibung und per Handschlag bewegt wurde, ist der ideale Nährboden dafür, dass Zweifel nie verstummen.

Die politische Front: Abtrünnige Verbündete und eine Partei in Schwierigkeiten

Im Kongress hat Puigdemont die PP in mehreren Untersuchungsausschüssen unterstützt, übereinstimmend mit Anfragen, die Illa und einen europäischen Staatsanwalt einschließen. Page warnte vor der Korruption, die seine eigene Partei umgibt: "Mich beunruhigt mehr, was ich ahne, das noch unbekannt ist." Und Rajoy brachte eine jener Sätze heraus, die sich selbst wiederholen: Wer hunderttausend Polizisten kennen sollte gegenüber dem, der laut ihm nicht wusste, was sein eigener Minister tat.

Währenddessen ehrte die PSOE auf ihrem Parteitag Chaves und Griñán, verurteilt wegen Unterschlagung von 680 Millionen. Die spanische Politik hat eine erstaunliche Fähigkeit, weiterzumachen, während der Ventilator läuft.



Das Problem ist nicht, dass es einen Fall gibt. Es ist, dass er, je nachdem wie sich die Ermittlungen entwickeln, aufhören könnte, ein Fall zu sein, und zu einer Methode werden. Und das kann bisher kein Wahrnehmungsindex messen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (661 Antworten).

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