Kleine Vermieter, große Mieterhöhungen: die Kehrseite des spanischen Wohnungsmarkts

Mieterhöhungen von 20-30% durch Privatvermieter, 11-Monats-Verträge zur Gesetzesumgehung und ein Land, wo der Eigennutz den Nachbarn frisst. Die Krise

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Kleinvermieter, der seine Mieter auspresst: 30% Erhöhungen ohne Gnade

In Spanien zeigt die offizielle Erzählung auf die Investmentfonds als die Bösewichte des Mietmarkts. Doch die Daten zum Wohnungsbestand belegen, dass die allermeisten Mietwohnungen Privatleuten gehören. Und dort erreicht der Mangel an Mitgefühl Ausmaße, die kaum zu rechtfertigen sind.

Ein typischer Vermieter erhöht die Miete um 20% oder 30%, einfach weil der Markt es hergibt. Ihn interessiert nicht, ob die örtlichen Löhne gestiegen sind oder ob er eine Familie aus seinem eigenen Umfeld erstickt. Das ist keine Frage abstrakter Angebots und Nachfrage: Es ist eine bewusste Entscheidung, den Gewinn auf Kosten des Nachbarn zu maximieren.

Außerdem ist der Wechsel zu Ferien- oder Saisonvermietung zur gängigen Praxis geworden. Einen langjährigen Mieter de facto rauszuwerfen, um Touristen unterzubringen, oder 11-Monats-Verträge zu schließen –das Gesetz umgehend– zeigt, wie der individuelle wirtschaftliche Nutzen über dem gesellschaftlichen Wohl steht. Man muss nicht mehr bauen: Es gibt leeren Bestand aus der letzten Blase, wie in Seseña. Auch die Boomer mit ihrem Sack leerer Wohnungen tragen ihre Verantwortung.



Das allgemeine Gefühl ist, dass in Spanien der Mensch dem Menschen ein Wolf ist. Freundschaft gehört der Vergangenheit an, und es herrscht erst ich, dann ich und zuletzt ich. Die Wohnungsdiskussion ist im Grunde ein Symptom einer Kultur, in der die Empathie verschwunden ist. Entweder wird der individuellen Spekulation Einhalt geboten, oder der Markt macht weiter: und das wird nicht schön.

Verwandte Diskussionen im Forum

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (18 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver