Kinder bekommen: Luxus, den sich die Mittelschicht nicht mehr leisten kann

Doppelte Einkommen trieben Immobilienpreise hoch und senkten die Geburtenrate. Kinder sind für die spanische Mittelschicht zum unbezahlbaren Luxus geworden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Kinder bekommen: Das Luxusgut, das sich die Mittelschicht nicht mehr leisten kann

Das Kind kommt heute nicht mehr mit einem goldenen Löffel im Mund zur Welt. Es bringt eine Hypothek mit sich, eine Kita, die die Hälfte der Miete kostet, und die Gewissheit, dass es ohne Millionär zu sein Jahre des Verzichts bedeutet, es großzuziehen. Manche sehen darin noch einen Lebensentwurf; immer mehr Stimmen beschreiben es als ruinöse Entscheidung, die Prekarität zementiert. Die Debatte über die Geburtenrate ist ökonomisch geworden, und die Zahlen lassen keinen Spielraum.

Fortpflanzung als wirtschaftliches Verhängnis

Eine der radikalsten Strömungen vertritt die Ansicht, Kinder unter den heutigen Bedingungen in die Welt zu setzen sei ein Akt des Egoismus oder gar der Grausamkeit. Das geschenkte Leben bringe garantiertes Leid mit sich: Krankheiten, Enttäuschungen, Angst. Wer kein finanzielles Polster bieten kann, multipliziere nur die Kette der Anstrengung. „Wenn man nicht reich ist, versklavt einen das Elternsein für den Rest des Lebens“, lautet ihr Fazit.

Die Theorie der zwei Gehälter

Die strukturelle Erklärung für den Rückgang der Geburtenraten liegt im Doppelverdienerhaushalt. Als Frauen ab den 90er-Jahren massenhaft in den Arbeitsmarkt eintraten, konnte sich die Familie nicht mehr auf ein einziges Einkommen stützen. Von da an fand der Wohnungsmarkt seine Rechtfertigung: Zwei verfügbare Einkommen trieben die Preise um das Doppelte nach oben. Was früher 100.000 Euro kostete, kostete nun 200.000. Und die Geburtenrate brach ein – nicht aus mangelndem Wunsch, sondern aus fehlendem Spielraum.

Das Kind als Luxus und der abwesende Staat

Diese Diagnose teilen selbst jene, die dem Pessimismus widersprechen: Ein Kind großzuziehen ist zum Luxusartikel geworden, eher Symptom guter Finanzen als einer Berufung. Öffentliche Hilfen sind, wenn sie überhaupt kommen, symbolischer Natur. Die 400-Euro-Checks und einmaligen Geburtsprämien werden als populistische Pflaster erinnert, die nicht einmal eine Kita finanzieren und den tatsächlichen Preis in keiner Weise kompensieren.

Die Antwort der Vaterschaft und die Angst vor Einsamkeit

Auf der anderen Seite wird die Vaterschaft verteidigt als die einzige sinnstiftende Erfahrung, durch das Aufziehen und Erziehen eines Menschen. Man appelliert an die Angst vor Einsamkeit: Wer keine Kinder hat, landet oft allein. Alter wird als Strafe dargestellt.

Der Konflikt bleibt ungelöst. Und die Zahl, die alles zusammenhält, zeigt: In Spanien sinkt die Geburtenrate weiter, während die Kosten steigen. Vielleicht ist das Problem nicht die Entscheidung selbst, sondern die Umstände, in denen sie getroffen werden muss.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (343 Antworten).

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