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Kein Oscar für Die Gesellschaft des Schnees: Anatomie einer Niederlage
Die Gesellschaft des Schnees geht bei den Oscars leer aus und löst eine Debatte über staatlich gefördertes Kino aus, während Anatomie eines Falls das Originaldrehbuch gewinnt.
Die Gesellschaft des Schnees ohne Oscar: Staatlich subventioniertes Kino im Visier
Warum erhielt Die Gesellschaft des Schnees nicht den Oscar, den die halbe Nation erwartet hatte? Weil die Akademie die Statuetten anders verteilte. Der Film über die Anden-Tragödie beendete den Abend mit null Preisen, während der Preis für das beste Originaldrehbuch an Anatomie eines Falls ging. Ab da drehte sich die Diskussion weniger um Kino als um die üblichen Grabenkämpfe: Wer finanziert Filme, wer prämiert sie und welche Geschichten verdienen den Trophäe?
Der Rückschlag öffnete zwei lang schwelende Debatten neu. Die erste betrifft das Remake, mit dem Verdacht, dass der Film nichts Neues erzählt. Die zweite betrifft Subventionen, die Idee, dass es ein Kino gibt, das von öffentlichen Geldern lebt, und dass der Oscar, falls er kommt, bereits vorab bezahlt ist.
Preise der Gala, die Die Gesellschaft des Schnees ohne Oscar ließ
Das Originaldrehbuch ging an Anatomie eines Falls, verteidigt als Meisterwerk straffer Dramaturgie mit einer als wunderbar gelobten Sandra Hüller. Es war nicht der einzige fremde Sieger. Zone of Interest, beschrieben als weitere Wendung im Holocaust-Drama unter britischer Regie, holte ebenfalls einen Oscar. Oppenheimer tauchte eher als Beispiel für prätentiöses, übertriebenes Kino auf denn als Objekt der Verehrung.
Die Lesart ist unbequem für das spanische Kino: Der natürliche Kandidat ging leer aus. Kein Preis, keine Schlagzeile und das Gefühl, dass andere die Geschichte des Abends schrieben.
Remake von Alive: Die Anschuldigung, die den Film verfolgt
Eine wiederholte Kritik lautet, dass Die Gesellschaft des Schnees eine Kopie von Alive sei. Weniger popkorn-tauglich, langsamer, aber dennoch eine Kopie. Behauptet wird, dies sei das fünfte Mal, dass dieselbe Episode verfilmt werde, Einstellungen wiederholen sich und Zuschauer wissen bereits, wann das Flugzeug dreht, abstürzt und wer überlebt. Eine Überlebensgeschichte wurde zur Aneinanderreihung von Klischees.
Dagegen steht die Verteidigung des Buches. ¡VIVEN!, das ein Teilnehmer in den Achtzigern las und als damaligen Bestseller beschreibt, wurde in der Ich-Perspektive von einem Überlebenden geschrieben. Die zirkulierende Empfehlung ist klar: Der Text mit den Details, die Filme weglassen, ist besser als jede Adaption.
Warum heißt es, Hollywood prämiere nur 'proge' Kinos?
Diese These dominiert viele Diskussionen. Argumentiert wird, die Akademie belohne keine Geschichten mehr ohne ihre Pflichtelemente: Diversität, Identität und politisch korrekte Botschaften. Nach dieser Logik hätte ein Film über Männer, die in den Bergen durch Kameradschaft und Widerstandskraft überleben, kaum Chancen. "Go proge, go broke", fassen einige zusammen.
Das Gegenargument ist simpel wie unbequem: Die Gesellschaft des Schneesist kein 'proge' Film. Er erzählt eine realistische Überlebensgeschichte ohne Zugeständnisse. Genau deshalb passte er nicht zum Geschmack der Akademiker. Hier spaltet sich die Analyse: Manche sehen eine Bestrafung für eine nicht konforme Erzählung, andere einfach fehlende Meriten gegenüber besser konstruierten Rivalen.
Subventionskino und wer die Rechnung zahlt
Ökonomische Argumente tauchen früh auf. Behauptet wird, es gebe ein Kino, das mit öffentlichen Geldern finanziert wird, wobei der Oscar ein Trostpreis sei, der vor Drehbeginn gewährt wird. Der konkrete Verdacht: Die Produktion kam aufgeblasen daher, unterstützt von einer großen Plattform und Mitteln, die sich schwer allein durch Qualität erklären lassen. Die Plattform gilt sowohl als Treiber als auch als Nutznießer des Lärms.
Die allgemeine Stimmung ist Genervtheit. Einige fragen sogar, ob der Oscar noch Bedeutung hat.
Die Gala, die niemand mehr sieht: Der Oscar auf dem Weg zur Bedeutungslosigkeit
Für Teile der Diskussion bewegen sich die Preise auf absolute Bedeutungslosigkeit zu, trotz gegenteiliger Medienberichte. Es wird argumentiert, Hollywood habe sich im neuen Jahrhundert gewandelt und in den 2020ern mit Diversität und unoriginellen Geschichten beschleunigt. Die einst glamouröse Showbühne sei zur vorhersehbaren Formalität geworden.
Manche gehen weiter und setzen den Wendepunkt bei Titeln wie Titanic oder Gladiator, dem Schlusspunkt einer Art des Filmemachens, die nicht zurückkehrt. Nostalgie repariert jedoch keine Gewinnerlisten.
Mit Remake, Plattform und Subvention im selben Satz wurde der Oscar nebensächlich. Wenn sich beim nächsten Mal ein spanischer Film der Statue nähert, wird die Kontroverse dem Trailer vorausgehen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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