Katalonien prüft Einreise krebskranker Kinder aus Peru

Katalonien erteilte 2023 60 Ausnahmegenehmigungen für peruanische Krebspatienten, was 25 % der neuen pädiatrischen Diagnosen entspricht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Katalonien prüft Einreise krebskranker Kinder aus Peru
Katalonien trägt Kosten für 60 Krebstherapien bei undokumentierten peruanischen Minderjährigen

Das Gesundheitsdepartement der katalanischen Regionalregierung (Generalitat) hat im Jahr 2023 rund 60 Ausnahmegenehmigungen aus humanitären Gründen für Kinder aus Peru erteilt, um sich in Krankenhäusern in Barcelona einer Krebstherapie zu unterziehen. Diese Zahl entspricht etwa 25 % aller neuen pädiatrischen Onkologie-Diagnosen in ganz Katalonien, so die Daten der Regionalverwaltung. Viele Familien verkaufen ihr Vermögen und reisen ohne Papiere ein; sie erhalten Zugang zum System über Notaufnahmen oder nach einer Fern-Anmeldung des Wohnsitzes. Die Kosten jeder Therapie können bis zu 300.000 Euro betragen und werden vom Katalanischen Gesundheitsdienst übernommen.

Was sind Onkologie-Familien und wie erhalten sie Zugang zum System?

Eva Bartra landete im Dezember 2019 mit ihrer 15-jährigen Tochter in Barcelona, die eine Behandlung wegen einer Lungenkomplikation nach einer Knochenmarktransplantation benötigte. In Peru gab es, wie sie erklärt, eine Vereinbarung mit einem US-Krankenhaus für komplexe Fälle, aber die Regierung hatte die Zahlung eingestellt. „In Peru bot man mir nur die beste Qualität des Sterbens an, und ich habe mich geweigert“, berichtet sie. Sie erhielt innerhalb von drei Wochen eine Gesundheitskarte, und nach dreijähriger Behandlung im Krankenhaus Sant Pau wurde ihre Tochter entlassen.

Das Muster wiederholt sich. Familien kommen am Flughafen El Prat an und begeben sich direkt in ein Krankenhaus, um über die Notaufnahme aufgenommen zu werden; andere sichern sich zuerst eine Gesundheitskarte durch eine Fern-Anmeldung des Wohnsitzes oder bei Ankunft bei Verwandten. Das peruanische Konsulat in Barcelona räumt ein, dass dies in den letzten Jahren ein wachsendes Problem ist. Bis zu fünf der sechs befragten Vereine der peruanischen Gemeinschaft bestätigen, dass das Phänomen zunimmt.

Gesundheitskosten und wer zahlt

Jede Ausnahmegenehmigung umfasst eine vollständige onkologische Behandlung – meist Leukämie –, deren Kosten bis zu 300.000 Euro erreichen können. Die medizinische Einrichtung führt die Behandlung durch, und der Katalanische Gesundheitsdienst übernimmt die Rechnung. In den letzten zwei Jahren hat die Generalitat vorübergehend Wohnungen des Sozialdiensts in der Nähe des Krankenhauses Sant Joan de Déu zur Verfügung gestellt. „Das Problem betrifft mehr als nur den Gesundheitsbereich, denn manchmal wissen wir nicht, wo wir sie unterbringen sollen“, geben Quellen der Verwaltung zu.

Das Phänomen ist nicht auf Katalonien beschränkt. Es tritt auch in anderen Teilen Spaniens auf, insbesondere in Madrid, so die Quellen, obwohl das Volumen der Fälle nicht konkretisiert wird. Das katalanische Ministerium hat Treffen mit dem peruanischen Konsulat und der Gemeinde abgehalten, um Lösungen zu finden, doch der Zustrom hat nicht abgenommen: Er ist gewachsen.

Die Debatte: Solidarität vs. Nachhaltigkeit des Systems

Die gesellschaftliche Reaktion schwankt zwischen Verständnis für Familien, die versuchen, ein Kind zu retten, und Besorgnis über die Nachhaltigkeit eines bereits belasteten öffentlichen Gesundheitssystems. Einige argumentieren, dass kein Vater oder keine Mutter es versuchen sollte, und dass humanitäre Fürsorge eine sarracena Pflicht sei. Gegenargumente lauten, dass das System eine unbegrenzte Nachfrage nicht ohne Zusammenbruch bewältigen kann und dass spanische Steuerzahler sehen, wie sich Wartelisten verlängern, während Patienten behandelt werden, die nichts eingezahlt haben.

Einige Stimmen fordern, dass Botschaften oder Herkunftsländer die Rechnungen zahlen, wie es bei anderen Formen des Medizintourismus üblich ist. Andere weisen darauf hin, dass das Grundproblem Armut und fehlende onkologische Infrastruktur in Peru ist. Die Diskussion verlagert sich oft auf Migrationsmodelle und Grenzkontrolle, ein Bereich, in dem die Positionen härter werden.



Angesichts dieser Umstände ist es vorhersehbar, dass die Zahl der Ausnahmegenehmigungen weiter steigen wird, solange sich die gesundheitliche Lage in den Herkunftsländern nicht ändert oder ein Mechanismus zur wirtschaftlichen Kompensation etabliert wird. Katalonien hat den Fokus auf das peruanische Konsulat gelegt. Wenn keine Antwort kommt, werden die Kosten weiterhin beim katalanischen Steuerzahler liegen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (118 Antworten).

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