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Kassettenqualität hing von Abspielgerät und Band ab
Mit Chromband und guter Wiedergabe erreichte die Kassette CD-Niveau, während Billiggeräte den Ton ruinierten.
Die Kassette klang nicht schlecht: Gerät und Band entschieden alles
Eine gut aufgenommene und auf einem anständigen Deck abgespielte Kassette konnte besser klingen als der komprimierte Musikstreaming-Klang, den man heute über Bluetooth-Lautsprecher hört. Der Haken daran ist hart: Fast niemand besaß ein solches Deck. Die Debatte drehte sich um das Bandrauschen, das Hintergrundzischen, das zum kollektiven Gedächtnis des Formats wurde. Dieses Rauschen stammte nicht von der Kassette selbst, sondern von der gesamten Kette: billiges Band, verschmutzte Köpfe, Geräte der unteren Klasse und Titel, die viermal über andere aufgenommen wurden.
Was die Klangqualität einer Kassette wirklich bestimmte
Drei Dinge zählten, keines davon das Format. Erstens, der Bandtyp: Normale Ferritbänder klangen arm, Chrombänder boten einen spürbaren Sprung, und Metallbänder, die Obergrenze, unterschieden sich kaum vom Original. Zweitens, der Zustand des Tonkopfs, der mit Watte und Alkohol gereinigt werden musste, da Schmutz jede Aufnahme ruinierte. Drittens, das Gerät: Ein Deck mit korrekt eingestelltem Azimut klang solide, während ein billiges Radiokassettengerät jedes Band zur Qual machte.
Der Verschleiß arbeitete gegen alle. Jedes Abspielen kratzte etwas Signal weg, der Qualitätsverlust war graduell und leise. Das Band hält physische Misshandlung zwar besser aus als andere Medien, altert aber schlechter in der Treue: Es hält länger als eine zerkratzte CD, klingt aber jedes Jahr etwas schlechter.
Dolby B, Dolby C, HX Pro und DBX: Der Krieg der Rauschunterdrückung
Hier fand die technisch interessanteste Schlacht des Formats statt. Dolby B war der De-facto-Standard und klang sogar auf Geräten ohne Decoder akzeptabel, besonders wenn man die bei billigen Geräten übliche Loudness-Funktion hochdrehte. Dolby C verbesserte das Signal-Rausch-Verhältnis, rächte sich aber: Ohne Decoder klang es schrecklich, und die meisten Heimgeräte hatten keinen.
Einige Erfindungen scheiterten. Nur wenige Marken adoptierten DBX, was Kompatibilitätsprobleme schuf: Mit diesem System aufgenommene Bänder klangen nur auf kompatiblen Geräten gut, eine Sackgasse. HX Pro funktionierte überall, indem es den Bias-Strom moduliert und die Wiedergabe auf fremden Decks verbesserte. Wer viel aufnahm, lernte dies zwangsläufig: Mit guten Bändern und Maschinen kam das Ergebnis nahe ans Original; mit schlechten war es miserabel.
Klang eine Kassette besser als MP3 oder CD?
Vergleiche setzen ein gutes Band oft auf Augenhöhe mit einem MP3 bei 96 kbps: über FM, unter CD. Manche behaupten, dass High-End-Geräte der Kassette mehr Druck gaben als digitalem Audio, und bemerkten, dass der Wechsel vom Autoradio-Kassettengerät zum MP3-fähigen CD-Player um 2000-2001 den digitalen Klang als kälter offenbarte. Umgekehrt verfiel das Band weniger dauerhaft als eine CD, die bei kleinsten Kratzern unbrauchbar wurde.
Aufnahmen vom Radio: Leeres Band als knappes Gut
Für eine Generation war das Band kein Wiedergabeformat, sondern für private Raubkopien. Man nahm vom Radio auf, weil alles teuer war, auch leere Bänder: Ein Chromband kostete zwischen 220 und 300 Peseten, also wurde es immer wieder recycelt, indem man das Alte löschte. 60-Minuten-Bänder waren besser als 90-Minuten-Bänder. Wer das Band im heißen Auto liegen ließ, stellte fest, dass es sich verformte und nicht mehr passte; wer ein verheddertes Band sah, wusste, dass der BIC-Kugelschreiber das Rettungsmedium war. Cover wurden handgezeichnet.
Vom Vierspurgerät bis zum DAT: Wenn das Band zum Profi-Werkzeug wurde
Der Qualitätssprung kam von oben. Ein Vierspur-Tonbandgerät wie das Tascam 244, Ende der 80er aus London importiert, weil es hier kaum verkauft wurde, erlaubte komplette Demoaufnahmen zu Hause. Durch dieses Gerät ging sogar das Soloalbum von Bruce Springsteen, später als Nebraska veröffentlicht. Dann kam DAT, das exakte digitale Kopien der CD ermöglichte, allerdings mit Schutzmechanismen gegen fortlaufende digitale Kopien.
Mit dieser Karte im Kopf ist die Schlussfolgerung für beide Lager unbequem. Die Kassette war ein Format mit hohem Potenzial, das zum Sündenbock seiner schlechtesten Nutzungsbedingungen wurde. Wenn Vinyl sein Knistern und MP3 seine Kompression hat, trug das Band das Zischen schlechter Geräte. In zwanzig Jahren wird jemand dieses Hintergrundrauschen als analogen Charakter verteidigen, und wahrscheinlich halb recht haben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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