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Junge Spanier verdienen 35 % weniger als der Durchschnitt
In Spanien liegt das Einkommen der 16- bis 29-Jährigen, die 14,8 % der Bevölkerung ausmachen, 35 % unter dem Durchschnitt. Die Hälfte hat Mühe, den Monat zu überbrücken.
Ohne junge Menschen keine Zukunft: Die festgefahrene 35-%-Lücke
Die Generationenkluft ist längst kein Gefühl mehr beim Abendessen: Sie hat Zahlen und ein Datum. Eine im Januar 2024 veröffentlichte Studie des Instituto Valenciano de Investigaciones Económicas (IVIE) und der Fundación BBVA kommt zu dem Schluss, dass die Spanier zwischen 16 und 29 Jahren — 14,8 % der Bevölkerung — im Schnitt 35 % weniger verdienen als alle übrigen Arbeitnehmer und überwiegend Teilzeitverträge unterschreiben. Die Diagnose betrifft vier Aspekte, die am selben Gehaltszettel hängen: Lohn, Selbstständigkeit, Geburtenrate und zukünftige Rente.
Was sagt die Studie zum Gehalt der Unter-30-Jährigen?
Dass die Differenz gegenüber dem Durchschnitt bei 35 % liegt und diese Arbeitnehmer stärker dem Konjunkturzyklus ausgesetzt sind. Fünf von zehn geben an, Schwierigkeiten zu haben, den Monat zu überstehen. Es wird sie sieben Jahre länger dauern, ihr Gehalt an das der übrigen Bevölkerung anzupassen, als es ihren Eltern und Großeltern gekostet hat. Daraus ergibt sich die Kette: spätere Verselbstständigung, weniger Kinder und schlechtere Bedingungen für den Ruhestand.
Dennoch handelt es sich nicht um eine homogene Gruppe. Bildungsniveau und Beschäftigungssituation führen zu deutlichen Unterschieden. Was jedoch sichtbar wird, ist ein gemeinsames Muster: Ihre Verletzlichkeit im Vergleich zu älteren Kohorten hat sich im letzten Jahrzehnt drastisch erhöht.
Warum hat sich die Lücke im letzten Jahrzehnt so stark vergrößert?
Zwei aufeinanderfolgende Schocks. Zuerst die Krise von 2008, die die Neulinge auf dem Arbeitsmarkt zurückwarf. Dann die Pandemie, die den seit 2014 laufenden Prozess der Schaffung von Arbeitsplätzen abrupt stoppte. Keines dieser Ereignisse erklärt alles allein; zusammen erklären sie viel.
Die Schlussfolgerung des Berichts lautet, dass die Lücke ohne Korrektur tiefe Narben hinterlässt. Den Weg junger Menschen zum Wohlstand abzukürzen erfordert laut der Studie selbst das Engagement des Staates, der Parteien, des Bildungssystems, der Arbeitgeber und sogar erfahrener Kollegen, die die berufliche Entwicklung der Neuankömmlinge fördern sollten.
Der Clash der Narrative: Vom „Anstrengung zahlt sich aus“ zum „Es gibt keine Zukunft“
Hier spaltet sich die Debatte. Ein Teil der Analyse behauptet, die Situation der Jugend sei nichts Neues: Junge Menschen aus Arbeiterfamilien begannen immer mit niedrigen Löhnen, und mit Zeit, Arbeit und etwas Glück verbessert man sich. Der Fehler bestehe darin, sich als Mittelschicht zu fühlen und sich in den Zwanzigern einen Schlag ins Gesicht zu holen, wenn man die sogenannte Erwachsenen-Kita verlässt.
Das andere Lager entgegnet, das Problem sei nicht Geduld, sondern das Vorbild von oben. Wenn ein 20-Jähriger seinen Vater oder Nachbarn mit 50 sieht, der drei Jahrzehnte gearbeitet hat und nicht einmal weiß, ob er in Rente gehen kann, stirbt das Opfer-Narrativ von selbst. Daraus folgt eine weitere These: Die junge Generation hat dazugelernt und akzeptiert schlichtweg bestimmte Arbeitsbedingungen nicht.
Und eine dritte, unbequeme: Dass die heutigen jungen Menschen die folgsamste Generation der Geschichte seien, unfähig zur kollektiven Reaktion. Dieser Vorwurf hat eine historische Antwort: Brannten die Straßen bei den Umstrukturierungen der Achtziger, bei befristeten Verträgen und Zeitarbeitsfirmen oder bei den Erhöhungen der Studiengebühren?
Reformen auf dem Tisch: Arbeit, Bildung und Renten
Fast alle Diagnosen stimmen im Menü überein: Strukturreformen auf dem Arbeitsmarkt, im Bildungsangebot und im Rentensystem. Uneinig sind sie darüber, wer dafür zahlt. Eine Strömung argumentiert, dass Schulden die Löcher nicht mehr stopfen können und dass die Anpassung die Alterseinkommen treffen werde. Als Hinweis dient das Ende der Auswege durch touristische und saisonale Vermietung sowie der Abschreibungsmöglichkeiten für Mieten außerhalb angespannter Gebiete.
Eine andere Strömung dreht die Logik um: Rentner besitzen ihre Wohnungen und würden bei einer Kürzung der Rente auf die Umkehrhypothek zurückgreifen, um ihren Lebensstandard zu halten. Diejenigen, die leer ausgehen, wären die Ärmsten. In dieser Lesart zahlen die Jungen die Party ohnehin, mit oder ohne Kürzung.
Bedroht der Wohnungspreis den Wohlfahrtsstaat?
Die Handelskammer warnt, dass Kauf- und Mietpreise Lebensprojekte, stabile Beschäftigung und Beitragszahlungen erschweren. In der Diskussion werden Mieten zwischen 900 und 1.100 Euro für bereits abbezahlte Wohnungen genannt, plus zwei Monatskautionen und eine Maklerprovision, die der Mieter zahlt, alles gegen einen Mindestlohn. Ein Tweet fasst es zusammen: Ein Vermieter, der seine Wohnung 1985 in fünf Jahren abbezahlt hat, kassiert heute die Überweisung, ohne schwitzen zu müssen.
Dann ist da der Generationswechsel. In spezialisierten Berufen — Elektromechanik, Sanitärinstallation, IT, bestimmte Zweige der Elektroingenieurwesen — reicht es nicht, jemanden einzustellen: Ausbildung und Erfahrung sind nötig. Argumentiert wird, dass weder der nationale Markt noch ausländische Arbeitskräfte diese Lücken im erforderlichen Tempo füllen können.
Auch Anekdoten tauchen auf: Ein ehemaliger Fußballer, so berichtete ein Nutzer, habe 84 Apartments angesammelt, bezahlt mit Geld aus dem Fußball, gezählt vor einem Strandnachbarn. Ein unfreiwilliges Porträt eines Landes, in dem Mieteinnahmen früher in den Ruhestand führen als das Gehalt.
Was ist zu erwarten?
Wenn die Demografie in eine Richtung drängt und die politische Agenda in die andere, ist eher eine Abfolge von Flickschustereien als eine geordnete Anpassung zu erwarten. Bevor eine Rente angefasst wird, wird erst die Rhetorik geändert. Und wenn billiges Geld nicht zurückkehrt und die Pyramide an der Basis weiter schrumpft, muss jemand laut sagen, wer die Party bezahlt. Vielleicht ist dieser Jemand noch nicht geboren.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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