Junge Spanier können trotz Sparen nicht kaufen

In Spanien reicht das monatliche Sparen von 1.000 € über zehn Jahre nicht für die Anzahlung einer Wohnung in Madrid wegen der Kluft zwischen Preisen und Löhnen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Junge Spanier können trotz Sparen nicht kaufen
Sparen allein kauft jungen Spaniern keine Wohnung

Der Artikel, der diese Debatte auslöste, stellte klar fest: Junge Menschen können keine Immobilie kaufen, egal wie sehr sie ihre Freizeitkosten kürzen. Die Reaktion war im Kern einhellig, aber bei der Diagnose vielfältig. Eine Berechnung fasst das Problem besser zusammen als jede Rhetorik: Wer 10 Jahre lang 1.000 Euro pro Monat spart, kommt auf 120.000 Euro, was in Madrid nicht einmal für die Anzahlung einer durchschnittlichen Wohnung reicht, die etwa 400.000 Euro kostet, zuzüglich 10 % Steuern. Drei Jahrzehnte diszipliniertes Sparen, und die Inflation frisst unterwegs einen großen Teil dieser Anstrengung auf.

Die Diskussion wandte sich schnell dem Generationenkonflikt zu. Einige argumentieren, dass die Generation, die mit 25 Jahren eine Wohnung kaufte, dies inmitten galoppierender Inflation und Zinssätzen bis zu 14 % tat, wobei dieselbe Inflation ihre Hypotheken entwertete, während die Löhne im gleichen Tempo stiegen. Andere halten dagegen, dass dies kein Verdienst, sondern ein Umstand war: Die Löhne waren an den VPI gekoppelt und die Schulden zahlten sich quasi selbst ab. Der Unterschied heute sei, dass die Preise steigen, während die Gehälter stagnieren.

Warum können junge Leute trotz Sparen keine Wohnung kaufen?

Weil die Kluft zwischen Preis und Lohn zu groß ist, um sie durch Ausgabenkürzungen zu schließen. Umlaufende Beispiele sind eindringlich: Ein junger Mensch, der nach dem Abitur anfing zu arbeiten, fünf oder sechs Jahre bei den Eltern lebte und Geld sparte, leistete die Anzahlung für eine Bankwohnung in Zaragoza und zog mit 26 mit einer Hypothek von 270 Euro pro Monat aus. Dieser Fall existiert, erfordert aber drei Bedingungen, die heute selten gemeinsam erfüllt werden: sehr früh mit der Arbeit beginnen, lange bei den Eltern bleiben und in einer Stadt leben, in der die Quadratmeterpreise nicht extrem hoch sind.

Die optimistischste Berechnung geht davon aus, dass ein junger Mensch 50 % einer Rohbau-Wohnung am Stadtrand kaufen kann, die er schrittweise saniert, wie es viele Familien vor Jahrzehnten taten. Das pessimistische Szenario geht von einer anderen Basis aus: Dass eine einzelne Person nie eine zentrale, sanierte Wohnung kaufen konnte, weder damals noch heute, und dass das Problem nicht die Freizeit ist, sondern das Verhältnis zwischen Gehalt und Preis. In der Mitte liegt eine unbequeme Tatsache: Die Wohnungspreise sind viel stärker gestiegen als die Löhne, und niemand bestreitet dies.

Freizeit erklärt die Lücke nicht: Reisen und Handys finanzieren keine Hypothek

Das Argument, man müsse nur auf Netflix, Fitnessstudio und günstige Flüge verzichten, wird durch einfache Mathematik widerlegt. Wenn die maximal mögliche Ersparnis in Großstädten nicht für die Anzahlung reicht, liegt das Problem nicht bei den discretionary Ausgaben. Frühere Generationen füllten Bars und Kinos, erinnern einige, und Spanien wurde durch diesen Konsum zur Gastronomie-Macht. Die Jugendfreizeit für die Wohnraumkrise verantwortlich zu machen, verwechselt Symptom und Ursache.

Einige nennen einen Angebotsfaktor, der oft übersehen wird: Es werden viel weniger Wohnungen gebaut, als die Bevölkerung benötigt, was die Preise unabhängig vom Sparverhalten eines Zwanzigjährigen in die Höhe treibt. Die Debatte über jährliche Bauvolumina und den tatsächlichen Bedarf kehrt immer wieder zurück, obwohl die Zahlen stark variieren und ungelöst bleiben.

Was hat sich zwischen der Käufergeneration und der heutigen geändert?

Die Wohnkosten relativ zu den Jahresgehältern, die Art der Beschäftigung und die Stabilität haben sich verändert. Früher, so mehrere Analysen, waren Jobs langlebiger und die Konkurrenz geringer. Heute wird die Privatwirtschaft als Ödnis mit wenigen hohen Gehältern beschrieben, während öffentliche Stellen, die als Ausweg gelten, ebenfalls unter Druck stehen. Wohnen beansprucht einen Anteil des Einkommens, der früher nicht vorhanden war, und der Rest des Budgets – Haus, Auto, Kinder, Schule – erlaubt keine elastischen Kürzungen wie beim Streaming.

Die Lage bringt eine weitere Ebene hinzu. Günstig kaufen bedeutet meist, weit weg zu ziehen, in äußere Stadtringe oder Dörfer, wo das soziale Leben und die Dienstleistungen anders aussehen. Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise variieren so stark zwischen Stadtteilen, dass dasselbe Gehalt je nach Standort völlig unterschiedliche Realitäten ermöglicht. Und die Wahl des Stadtviertels war, so die Erinnerung, nie kostenlos: Auch frühere bescheidene Generationen waren bescheiden, aber der soziale Verfall bestimmter Gegenden wird heute als zusätzliche Kosten wahrgenommen.

Der Generationenkonflikt, den niemand löst

Die Unterhaltung vergiftet sich, wenn Schuldzuweisungen kreuzen. Eine Strömung behauptet, die ältere Generation habe günstige Umstände gehabt und präsentiere diese als eigenes Verdienst. Eine andere hält entgegen, dass jedes Zeitalter Vor- und Nachteile hat und Vergleiche über Jahrzehnte hinweg sinnlos und etwas krankhaft sind. Gleichzeitig weisen Kritiker darauf hin, dass berechtigte Klagen über Preise nicht mit Sparlektionen von jemandem beantwortet werden sollten, dessen Hypothek bereits getilgt ist.

Genau hier stockt die Analyse: Die Sparzahlen gehen nicht auf, aber es gibt keinen Konsens darüber, was sie zum Aufgehen bringen würde. Preise senken, Löhne erhöhen, mehr bauen, die Nachfrage begrenzen oder auf Erbschaften warten. Jede Rezeptur hat ihr Publikum und ihre Rechnung. Währenddessen bleibt die Lücke zwischen den Kosten einer Wohnung und dem Einkommen der Kaufinteressenten bestehen, ohne dass jemand den Schlüssel zu ihrer Verkleinerung gefunden hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (127 Antworten).

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