Jugendwohnraum in Spanien: 20 Jahre Klagen und das Problem verschärft sich

Durchschnittsgehalt 2006: 1.405 €; heute: 2.400 €. Wohnraum ist trotzdem noch unzugänglicher. Ein Vergleich von Preisen, Hypotheken und politischem Scheitern, der junge Leute in die Enge treibt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Wohnungskrise für junge Leute in Spanien verschärft sich: von der Blase 2006 bis zum Kollaps 2025

Vor zwanzig Jahren gingen junge Menschen in Spanien bereits gegen die Wohnungspreise auf die Straße. Sie erreichten nichts. Heute, mit einem Durchschnittsgehalt von 2.400 Euro brutto monatlich (gegenüber 1.405 Euro im Jahr 2006, laut INE-Daten, die in derselben Debatte zitiert werden), ist die Bezahlbarkeit auf einem Tiefpunkt angelangt. Eine Hypothek über 150.000 Euro bedeutete 170.000 Euro Zinsen, und die spätere Bankenrettung kostete jeden Spanier rund 35.000 Euro an öffentlichen Schulden. Die Frage lautet: Warum haben zwei Jahrzehnte Protest nichts verändert?

Die zahlenmäßige Kluft zwischen 2006 und 2025

2006 lag das Durchschnittsgehalt bei 1.405 Euro brutto bei 14 Gehältern pro Jahr, laut Zahlen des spanischen Statistikamts (INE), die in der Diskussion zitiert wurden. Heute liegt das Durchschnittsgehalt bei 2.400 Euro brutto monatlich. Auf den ersten Blick ein Plus von 70 %, aber trügerisch: Die Wohnungspreise sind weit darüber hinaus explodiert. Damals bekam man eine Hypothek über 150.000 Euro mit minimalem Eigenkapital. Die Banken verschenkten Kredite, allerdings zu Konditionen, die, ab Jahr null gerechnet, die tatsächlichen Kosten verdoppelten (150.000 Euro Tilgung plus 170.000 Euro Zinsen). Die Rettung der ausgefallenen Hypotheken wurde vergesellschaftet: Jeder Steuerzahler schuldet am Ende 35.000 Euro öffentliche Schulden für diese Rettung.

Miete: das verlorene Paradies von 2006 gegen die heutige Hölle

Eine Strömung der Wirtschaftsanalyse vertritt die Ansicht, dass zwar Kaufen während der Blase unmöglich war, Mieten aber bezahlbar. Konkrete Beispiele werden genannt: 40-Quadratmeter-Studios für 300 Euro in mittelgroßen Städten wie Castellón oder Elche, komplette Studentenwohnungen in der Stadt Valencia für 400-600 Euro im Monat. Zimmer wurden für rund 100 Euro vermietet. Ein Sommerjob deckte die Miete für das ganze Jahr. Heute kostet dagegen ein einfaches Zimmer in Rubí zwischen 600 und 700 Euro, und eine komplette Wohnung ist für die meisten unerreichbar. Das Mietangebot ist drastisch geschrumpft und Kredit für Käufe wurde erschwert – junge Leute stecken in einer doppelten Ausgrenzung fest.

Politik, die nie kommt: das Erbe von zwei Jahrzehnten Wohnungsministerien

Ein Blick auf die Liste der Wohnungsminister von 1980 bis 2011 (Jesús Sancho Rof, José Borrell, María Antonia Trujillo, Carme Chacón, Beatriz Corredor usw.) zeigt dasselbe Muster: Versprechen, Umbenennungen des Ministeriums und keine strukturelle Lösung. Die Kritik, wie sie in den Debatten geäußert wurde, lautet, dass sowohl PP als auch PSOE (Spaniens große konservative und sozialistische Parteien) die Knappheit fördern, um die Preise hochzuhalten. Käufer oder Mieter werden subventioniert, ohne das nutzbare Angebot zu erhöhen, und ein Teil der Hilfe kapitalisiert sich am Ende im Preis. Die jüngere Geschichte bestätigt es: Nach den Protesten von 2006 kam eine Blase, die 2008 platzte, und danach eine Bankenrettung, die eine ganze Generation belastete.

Die Sackgasse des Immobilienwuchers

Manche behaupten, das System beruhe auf Wucher: Die Wohnungspreise folgen nicht dem echten Angebot und der echten Nachfrage, sondern der Fähigkeit, Rente aus Boden und Kredit herauszupressen. In den angespannten Gebieten (Madrid, Barcelona, Küste) kann sich ein junger Mensch mit Durchschnittsgehalt nicht einmal ein anständiges Zimmer leisten. Außerhalb dieser Gebiete ist Wohnraum billig, aber es gibt keine Arbeit. Die Alternative ist absurd. Es wurde ausgerechnet, dass man bei 40 Euro Ersparnis pro Monat für eine Anzahlung von 30.000 Euro 62 Jahre bräuchte – vorausgesetzt, die Preise steigen nicht. Die Predigt, bei Netflix oder Handy zu sparen, ist ein sarracena Alibi, um die strukturelle Kluft nicht anzupacken.

Die Zukunftsaussichten sind trostlos. Wenn nicht bei Boden, Bau und Kredit eingegriffen wird – Maßnahmen, die keine Partei ernsthaft umgesetzt hat –, wird sich die Lage nur verschlimmern. Die Jugend hat die Niederlage verinnerlicht: Sie protestiert nicht einmal mehr. Aber die objektive Tatsache bleibt: 2006 war Mieten möglich, auch wenn Kaufen ein Hirngespinst war. Heute geht nicht mal mehr Mieten. Und nach den härtesten Berechnungen wird es, wenn sich das Modell nicht ändert, in zwanzig Jahren noch schlechter sein.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (83 Antworten).

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