Jiu-Jitsu-Meister in Barcelona nach Messerangriff kritisch

Ein Jiu-Jitsu-Lehrer verteidigt sich in Barcelona gegen Bewaffnete und liegt laut Berichten im Koma. Debatte über Selbstverteidigung und Polizei.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Jiu-Jitsu-Meister in Barcelona nach Messerangriff kritisch
Jiu-Jitsu-Meister, der sich mit Katana wehrte, liegt im Krankenhaus

Ein Mann stellt sich vor seiner Jiu-Jitsu-Schule in Barcelona zwei mit Macheten bewaffneten Angreifern entgegen und setzt dabei ein Katana ein. Das Video kursiert in den sozialen Medien, doch das Ergebnis entspricht nicht dem von Filmen: Laut verbreiteten Berichten liegt er im kritischen Zustand im Krankenhaus. Wer die Bilder teilte, fasste es so zusammen: Er wollte niemanden töten und ist fast selbst gestorben.

Danach spaltet sich die Diskussion. Die eine Seite debattiert die Technik – was man gegen zwei Klingen mit einer Waffe tun kann und darf – die andere die Konsequenzen: Wenn der Angreifer auf die Straße zurückkehrt und der Verteidiger ins Krankenhaus, wird es keine Kampfsportfrage mehr. Es wird juristisch und politisch.

Was ist über den Angriff vor der Schule bekannt?

Die erste Version berichtet von einem Meister, der ein Touristenpaar beschützt und sich zwei Räubern mit Macheten stellt. In späteren Varianten derselben Diskussion steigt die Zahl der Angreifer auf fünf, und ein 70-jähriger Mann wird als Opfer genannt; eine andere Version sieht den Meister als angegriffenen, der zurückschlägt. Keiner dieser Details ist offiziell bestätigt, und genau diese Unklarheit treibt die Debatte an.

Alle verbreiteten Versionen sind sich beim unmittelbaren Ausgang einig: kritischer Zustand und Krankenhausaufenthalt. Der Verteidiger kommt schlechter weg als die Angreifer, zumindest im ersten Fazit.

Hilft ein schwarzer Gürtel gegen zwei Macheten?

Das hängt weniger vom Gürtel ab als von der Bereitschaft, ihn einzusetzen. Wer angibt, den zweiten Dan im Jiu-Jitsu zu haben, sagt es ohne Schnörkel: Entweder rennt man weg, oder man geht zum Töten über. Keine Abschreckung, keine Warnschüsse. Er fügt einen Punkt hinzu, den kaum jemand bestreitet: Die Straße ist kein Dojo, und wer mit einer Stichwaffe angreift, hat meist mehr Straßenerfahrung als man selbst.

Das häufigste Argument ist das der falschen Sicherheit. Jahre des Kampfsports vermitteln ein Selbstbewusstsein, das der Körper als Erlaubnis zum Eingreifen missdeutet. Genau dieses Gefühl führt dazu, dass man sich in Situationen einmischt, in denen man es nicht sollte. Wer nie geschlagen hat, geht weiter und ruft den Notruf; wer seit zehn Jahren trainiert, glaubt, es schaffen zu können. Das Ergebnis ist diesmal sichtbar.

Es gibt eine unbequeme Übereinstimmung: Wer eine tödliche Waffe zieht, muss bereit sein, sie bis zum Ende zu benutzen. In einem Land, in dem das strafrechtliche Folgen hat, ist die logische Schlussfolgerung, sie nicht zu ziehen. Das lässt den Verteidiger mit zwei schlechten Optionen und keiner guten.

Brasilianisches Jiu-Jitsu: Bodenkampf, keine Selbstverteidigung

Das Schild der Schule wirbt für brasilianisches Jiu-Jitsu, und hier liegt der technische Schlüssel. Es ist eine Wettkampfsportart, die auf Bodenkampf ausgerichtet ist, kein System für Waffen-Selbstverteidigung. Das Katana in der Szene war laut dieser Lesart nur Dekoration: ein Wandobjekt, kein trainiertes Werkzeug.

Wer zwischen 2003 und 2011 japanisches Jiu-Jitsu unterrichtet hat, betont, dass Schwertkampf eine eigene Disziplin mit eigenem Training ist und oft nur mit Holzimitaten geübt wird. Die Folge ist klar: Ein Schwertexperte hätte Chancen gehabt; ein Bodenexperte mit einer Dekorationsklinge und ohne Vorbereitung hat kaum welche. Eine letzte Warnung, die man sich merken sollte: Gummimesser und Bokken bluten nicht. Auf der Straße blutet man wirklich.

Die Faktenlage ändert sich stündlich

Die Erzählung bewegt sich schnell in verschiedene Richtungen. Zuerst ist es ein gefilmter Straßenkampf. Dann die Anschuldigung, die Festgenommenen seien freigelassen worden, mit dem Argument, dies sende die Botschaft, dass Kriminelle weitermachen können. Später taucht eine Organisation auf, die sich als Spezialist für Räumungen ausgibt, kündigt einen Einsatz im Viertel an und behauptet dann, die Besetzer vertrieben zu haben, samt Countdown und versprochenem Video.

In diesem Lärm nennt ein Nutzer eine Zahl, die niemand mit Daten widerlegt: 2500 Euro netto pro Monat pro Beamtem, plus Wohnkosten. Die Zahl steht da, ohne Quelle, aber strukturiert viel Unmut: Mehr Personal bedeutet mehr Staatsausgaben und für viele das gleiche Ergebnis.

Mehr Polizei oder härtere Strafen? Der Kern der Debatte

Anwohner fordern Präsenz, wie ein Kommentar zeigt, nicht Vertreibungen oder Verurteilungen. Diese Diskrepanz zwischen Forderungen auf der Straße und in den sozialen Medien prägt den Dissens. Eine Strömung sieht das Problem bei Ressourcen und Präsenz; die andere entgegnet, das Problem liege bei den Konsequenzen, denn ohne diese verteilt die Präsenz nur das Risiko neu.

Hier kommen Vergleiche mit anderen Ländern ins Spiel, Japan als Beispiel für Strenge und Thailand als Spiegelbild der Härte gegenüber ausländischen Regelbrechern. Das sind Analogien ohne Datenbasis, aber sie dienen als Stimmungsmesser: Das vorherrschende Gefühl ist, dass der Rechtsrahmen den Angreifer besser schützt als den Verteidiger.

Und dann ist da noch die Fantasie von Bürgerpatrouillen aus fünfzehn oder zwanzig gut bewaffneten Personen. Wer das vorschlägt, nennt es selbst verrückt, räumt ein, es sei kindisch und werde nie passieren. Niemand widerspricht mit Zahlen, weil es keine gibt.

Die Analyse steckt genau hier fest: Niemand bestreitet, dass das Katana die schlechtere Option war als Flucht, und kaum jemand akzeptiert Flucht als angemessene Antwort, wenn der Flüchtende derjenige ist, der dafür bezahlt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (159 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver