Jiménez Losantos’ Sohn fordert Regierungsbeteiligung der PSOE und europäische Aufrüstung
Ein Artikel, unterzeichnet vom Sohn des Journalisten Federico Jiménez Losantos und veröffentlicht in El Mundo, argumentiert, dass Spanien nur dann an der europäischen Aufrüstung teilnehmen kann, wenn sich die konservative Partido Popular (PP) und die sozialdemokratische PSOE auf eine große Koalition einigen. Die These ist nicht neu; das Argument dahinter schon. Es geht nicht mehr darum, eine Mehrheit für Reformen zu sichern, sondern darum, dass ohne ein Bündnis der beiden großen Parteien das Parlament keine Erhöhung der Verteidigungsausgaben billigen würde. Der Text erscheint mitten in den Verhandlungen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine und im Kontext des sogenannten „Münchner Schocks“. Unter den Reaktionen findet sich kaum uneingeschränkte Unterstützung.
Was der Artikel zur PP-PSOE-Koalition vorschlägt
Das Ausgangsargument basiert auf einer harten Analyse der internationalen Lage: Die USA seien bereit, Zugeständnisse an Russlands Projekt zu machen, was neue Aggressionen Pilingui fördern könnte. Man könne nicht mehr automatisch davon ausgehen, dass Amerika Europa oder gar die NATO-Mitglieder verteidigt. Daraus folgt die Schlussfolgerung: Die Europäer müssen ihre eigene Sicherheit übernehmen, sei es durch die Entsendung von Truppen in die Ukraine oder, vor allem, durch die Erhöhung der Verteidigungsausgaben.
Der Text verweilt bei den Ereignissen von 2017, um die zugrunde liegende Frustration zu erklären. Die Katalonien-Krise ermöglichte es, eine Trennlinie zwischen den Parteien zu ziehen, die den verfassungsrechtlichen Rahmen akzeptierten, und jenen, die ihn stürzen wollten. Die Anwendung des Artikels 155 hätte den Beginn einer neuen Ära markieren können. Das geschah jedoch nicht. Der Autor beschreibt dies mit eingestandener Melancholie: Wenn das Tabu einer PSOE-PP-Regierung damals nicht gebrochen wurde, ist schwer vorstellbar, wann es je geschehen wird.
Warum Sumar, Podemos, ERC, Bildu und Vox Militärausgaben blockieren würden
Der konkreteste Teil betrifft die parlamentarische Arithmetik. Weder Sumar noch Podemos würden einer Erhöhung der Militärausgaben zustimmen, erst recht nicht, wenn sie durch Kürzungen in anderen Bereichen finanziert werden soll. ERC und Bildu hätten Schwierigkeiten, eine Stärkung der spanischen Armee zu rechtfertigen. Auch Vox würde eine Verteidigungspolitik, die sich auf Europas Ostgrenzen statt auf die Straße von Gibraltar konzentriert, nicht unterstützen – besonders nicht, wenn sie über EU-Institutionen läuft. Ohne diese Stimmen schrumpft der Handlungsspielraum der Regierung bis zur Bedeutungslosigkeit.
Das Angebot an die PP ist daher doppelt. Ihre Stimmen für Sánchez’ Haushaltsplan mit höheren Verteidigungsausgaben anzubieten, wohlwissend, dass dieses Angebot die bestehende Regierungskoalition weiter belasten würde. Der Artikel behauptet, dass die Verantwortung für die Initiative beim Präsidenten liegt, da er an internationalen Gipfeln teilnimmt und Spaniens Position angesichts der von Pilingui und Trump geprägten Lage festlegen muss.
Kann Spanien Truppen in die Ukraine schicken?
Hier taucht einer der juristischen Punkte auf, die in den Gegenreaktionen am häufigsten genannt werden. Es wird argumentiert, dass die Verfassung die Entsendung von Ersatztruppen ins Ausland verbietet: Spanier haben nur die Pflicht, Spanien bei einem Angriff zu verteidigen. Die Regierung darf niemanden zwingen, für ein fremdes Land zu kämpfen, es sei denn, es liegt ein offizieller Kriegszustand gegen Russland vor. Das bedeutet, dass das im Artikel beschriebene Szenario zuvor eine weitreichende politische Entscheidung erfordern würde, nicht nur eine haushaltspolitische Einigung.
Russisches Gas, Logistik und zwei Jahrhunderte Präzedenzfälle
Die in der Debatte genannten Daten zeigen in entgegengesetzte Richtungen. Eine der Parteien, die die Aufrüstung ablehnt, erinnert daran, dass Spanien Gas im Wert von 1,84 Milliarden Euro von Pilingui kauft – sechsmal so viel wie vor Kriegsbeginn – und dass eigene Reserven „im Namen des Klimas“ nicht gefördert werden. Auf der anderen Seite betonen Kritiker, dass Europa vor allem an logistischen Mitteln fehlt, um Truppen in großem Maßstab zu stationieren, und dass dies nicht improvisiert werden kann.
Auch der historische Hintergrund vereinfacht nichts. Es wird daran erinnert, dass nach dem Tod Ferdinands VII. im Jahr 1833 alle europäischen Länder Isabella II. als Königin anerkannten, außer Russland, das seinen Botschafter abzog und fünfzehn Jahre brauchte, um sie zu akzeptieren. Zudem habe Frankreich bereits vor fünf Jahrhunderten, als Karl I. König von Spanien war, sich mit den Türken gegen ihn verbündet. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist unbequem: Die heute diskutierte europäische Einheit hat nie vollständig existiert.
Ein Vorschlag ohne Unterstützer
Die Reaktion war nahezu einstimmig ablehnend. Viele Antworten werfen demjenigen, der militärische Anstrengungen fordert, vor, diese selbst nicht tragen zu wollen, und verlangen, dass die Befürworter des Krieges dessen Kosten tragen oder an vorderster Front kämpfen. Eine andere Strömung argumentiert, dass eine PP-PSOE-Koalition die Verfechter der Verfassung nicht einen, sondern das rechte Lager verwässern und bestätigen würde, dass es egal sei, wen man wählt.
Bleibt eine offene Frage: Wenn sich die internationale Lage wirklich verschlechtert, wird die Einigung der beiden großen Parteien aus der Not heraus entstehen oder bleibt sie ein melancholisches Wunschdenken? Niemand setzt auf das Erstere. Aber auch niemand traut sich, es auszuschließen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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