Federico Jiménez Losantos verlässt EsRadio: Carlos Cuesta übernimmt

Gesundheitsgründe führen zum Abgang von Federico Jiménez Losantos bei EsRadio. Die Nachfolge durch Carlos Cuesta löst Kritik wegen Nepotismus und Subventionen aus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Federico Jiménez Losantos verlässt EsRadio: Carlos Cuesta übernimmt
Losantos kündigt seinen Ausstieg bei EsRadio aus gesundheitlichen Gründen an

Der Moderator Federico Jiménez Losantos hat angekündigt, seine Sendung bei EsRadio aus gesundheitlichen Gründen zu beenden. Sein Nachfolger wird Carlos Cuesta. Die Ankündigung setzt einen Zeitpunkt für einen Rückzug, den ein Teil seiner Hörerschaft seit Jahren gefordert hatte, während andere ihn als irreparablen Verlust für den spanischen Rundfunk betrachten.

Die Nachricht fiel nicht ins Leere. Zuhörer, die ihn noch aus seiner Zeit bei COPE kennen, sehen einen offensichtlichen Verschleiß; Verteidiger betonen, dass niemand im Äther so gut Geschichten erzählen kann wie er. Dazwischen liegt eine prosaischere Kontroverse: Wie werden Posten, Verträge und Subventionen in der Branche verteilt?

Was wurde angekündigt und wer besetzt den Sessel?

Der Moderator gibt die Leitung des Morgenprogramms aus gesundheitlichen Gründen ab und übergibt an Carlos Cuesta. Dies ist nicht die einzige Veränderung: Auch Dieter Brandau soll ein neues Projekt im Podcast-Bereich entwickeln. Das Programm wird mit zwei bekannten Gesichtern neu strukturiert.

Die Wahl von Cuesta polarisiert. Manche halten ihn für das größte Asset des Senders, andere kritisieren, dass er Wirtschaftsthemen aus der Perspektive von Business Schools erklärt – Märkte als neutrale Mechanismen darstellt. Beide Positionen wurden im Zuge der Debatte geäußert, sind aber datentechnisch nicht belegbar.

Zwanzig Jahre dieselbe Reise nach Tibet

Der häufigste Vorwurf ist nicht ideologischer Natur, sondern betrifft den Verschleiß: die Anekdoten. Die Reise nach Tibet mit dem König, die hundertjährigen Großmütter, dieselben persönlichen Episoden, Saison für Saison wortgleich erzählt. Langzeit-Hörer, fast zwei Jahrzehnte dabei, behaupten, das Ende jeder Geschichte vorwegnehmen zu können.

Hinzu kommt der Tonfall. Zunehmende Unterbrechungen von Gästen und der Redaktion sowie der Anspruch, alles besser zu wissen: Börse, US-Staatsverschuldung, Sport, Theater, Klatsch. Dabei steht der Verdacht im Raum, dass viele Themen für seine Monologe ungefiltert aus digitalen Plattform-Videos stammen und er gelegentlich Gerüchte als Fakten übernommen habe.

Väter, Söhne und Plätze im Programm

Nepotismus steht im Zentrum der Kritik. Carlos Herrera holte seinen Sohn Alberto in seine Sendung, wo dessen Präsenz wuchs; Jiménez Losantos hätte Ähnliches mit David Jiménez getan, einem Kommentator im Nachtprogramm. Das Problem ist nicht nur die Vetternwirtschaft, sondern ihre Nebenwirkung: Der gleiche Name taucht auch bei La Brújula eines anderen Senders auf, was laut Kritikern zu vermehrten Querverweisen zwischen den Stationen führt.

Bei COPE herrscht zudem Unmut: Für Star-Verpflichtungen seien Teams und technische Wartung gekürzt worden. Diese Beschwerde kursiert ohne öffentliche Zahlen zur Bestätigung und sollte als Zeugnis, nicht als Audit behandelt werden.

Der Kurswechsel, der sein Publikum spaltete

Die Abkehr eines großen Teils der Hörer hat ein Datum: die Pandemiebewältigung und die Impfkampagne. „Als es um die Impfskeptiker ging“, fassen jene zusammen, die damals abschalteten. Danach folgte eine Liste weiterer Differenzen: die Unterstützung der NATO, der Umgang mit Russland, tägliche Angriffe auf Vox, die Nähe zur Madrider PP und das Schweigen zum Klimawandel, während die Werbung des Senders Emissionsreduzierung thematisierte.

In der Migrationsfrage wird ihm ein besonders kontroverses Argument zugeschrieben: Das Land brauche ausländische Arbeitskräfte, was ein Teil seines Publikums als Schutz billiger Arbeitskraft interpretierte. Einige Berichte erwähnen auch seine Bewertung der Proteste in Torre Pacheco, deren Teilnehmer er angeblich als interessengeleitete Provokateure bezeichnete.

Wer bezahlt EsRadio?

Kein Sender in diesem Land finanziert sich nur über kommerzielle Werbung, und dies gilt offenbar auch hier. Kritiker behaupten, das Projekt sei ohne öffentliche Hilfen und institutionelle Verträge insolvent, wobei die PP der Region Madrid als Hauptstütze genannt wird. Allerdings fehlen konkrete Zahlen: Niemand hat offengelegt, wie viel Geld aus offizieller Werbung, Sponsoring oder Konzessionen stammt.

Der Vergleich ist unbequem für beide Seiten. Während jeder Euro diskutiert wird, den dieser Sender erhält, akkumulieren andere Ketten und der öffentlich-rechtliche Rundfunk Summen öffentlicher Gelder, die kaum Schlagzeilen machen. Niemand hat diese beiden Spalten nebeneinander gestellt.

Was die Nachfolge nicht löst

Die Ankündigung ist gemacht. Cuesta übernimmt das Mikrofon, Brandau wechselt ins Formatgeschäft, und der Gründer bleibt auf dem Papier die Referenzfigur. Ungeklärt bleibt, wie viel der Kritik – am Ton, an der redaktionellen Linie, an familiären Posten – den Stuhlwechsel überlebt. Hier stockt die Analyse.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (223 Antworten).

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