IWF: Spanien verliert als einzige große Euro-Volkswirtschaft seit 2018 an Produktivität

Der IWF stuft Spanien als einzige große Eurozone-Volkswirtschaft ein, die seit 2018 Produktivität verloren hat. Die Lohnstückkosten steigen um 3,4 % pro Jahr. Was das bedeutet.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der IWF stuft Spanien als einzige große Volkswirtschaft der Eurozone ein, die seit 2018 Produktivität verloren hat, während die Lohnstückkosten um 3,4 % pro Jahr steigen. Die Zahl stellt die Wettbewerbsfähigkeit des spanischen Modells im Umfeld hoher Zinsen in Frage.

Die in dieser Woche in sozialen Medien kursierende Veröffentlichung ist keine Neuigkeit, aber eine unbequeme Erinnerung. Der Internationale Währungsfonds stuft Spanien als einzige große Volkswirtschaft der Eurozone ein, die seit 2018 Produktivität verloren hat. Es ist kein Absturz, sondern ein langsamer Trend, der sich Jahr für Jahr aufsummiert und nun auf eine weitere Zahl trifft: Die Lohnstückkosten steigen um 3,4 % pro Jahr, über dem europäischen Durchschnitt.

## Was die IWF-Zahl genau aussagt

Produktivität misst, wie viel pro Arbeitsstunde produziert wird. Sinkt sie, lässt sich jeder Euro Lohn schwerer durch Output rechtfertigen. Spanien ist in Europa kein Einzelfall, aber die einzige große Volkswirtschaft, die das Niveau von vor der Pandemie nicht wieder erreicht hat. Deutschland, Frankreich und Italien haben trotz ihrer Probleme ihre Stundenproduktivität gehalten oder leicht verbessert.

Der IWF spricht nicht von Katastrophe, sondern von Divergenz. Während die Beschäftigung stark wächst, stagniert das BIP pro Arbeitsstunde. Das bedeutet: Das Wachstum stützt sich darauf, mehr Leute einzustellen, nicht darauf, mit denselben Leuten mehr zu produzieren.

## Lohnkosten bei 3,4 % und die Wirkung auf die Margen

Die Lohnstückkosten steigen um 3,4 % pro Jahr. Bei einer bereits moderaten Inflation frisst diese Zahl entweder die Unternehmensmargen oder wird auf die Preise überwälzt. In Branchen wie Tourismus oder Bau, wo die Produktivität von Natur aus niedrig ist, fällt die Anpassung schwerer.

Die Banco de España (Spaniens Zentralbank) hat bereits gewarnt, dass dieser Abstand zur Eurozone die externe Wettbewerbsfähigkeit untergraben kann. Es ist kein Problem hoher Löhne, sondern ein Problem davon, dass die Produktion pro Stunde nicht mithält.

## Warum es über die Schlagzeile hinaus wichtig ist

Niedrige Produktivität ist keine abstrakte Zahl. Sie bestimmt, wie stark die Reallöhne steigen können, ohne Inflation zu erzeugen, wie viel der Staat ausgeben kann, ohne sich weiter zu verschulden, und wie attraktiv Spanien für Investitionen ist, die nicht nur Beton und Sonne sind.

Der IWF fordert keine Kürzungen, sondern Reformen, die das Kapital pro Arbeitnehmer und die Qualifizierung erhöhen. Ohne das wird der Abstand von 3,4 % bei den Lohnkosten zu einer jährlichen Last.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1 Antworten).

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