Bär-und-Erdbeerbaum-Statue in Madrid nach Wohnungsprotest beschmiert

Die Statue El Oso y el Madroño wurde nach einem Protestcamp an der Puerta del Sol in Madrid mit Graffiti und Plakaten bedeckt aufgefunden, wie aus sozialen Medien hervorgeht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bär-und-Erdbeerbaum-Statue in Madrid nach Wohnungsprotest beschmiert
El Oso y el Madroño nach dem Protestcamp an der Sol mit Graffiti bedeckt

El Oso y el Madroño, das Wahrzeichen der Puerta del Sol in Madrid, zeigte sich mit Graffiti und politischen Plakaten bedeckt. Das geschah nach der Kundgebung und dem Camp, das den Madrider Platz besetzt hatte, wie aus in sozialen Medien verbreiteten Bildern hervorgeht; eben diese Netzwerke schrieben den Aufruf linken Gruppen zu. In jenen Tagen stiegen laut einem online verbreiteten Beitrag fünf Personen auf die Kuppel des Metro-Eingangs Sol. Ein Stadtsymbol, zur Protesttafel umfunktioniert.

Was an der Puerta del Sol geschah

Die kursierenden Bilder zeigen die Statue mit Aufschriften und angeklebten Plakaten. Daneben dokumentierten andere Beiträge eine Gruppe, die auf dem Metrodach geklettert war. Ein Großteil der Nachrichten schrieb die Zerstörungen linken Gruppen zu, wobei eine konkrete Urheberschaft in keinem offiziellen Bericht festgehalten ist. Fest steht jedoch das Ergebnis: ein denkmalgeschütztes, touristisch genutztes Wahrzeichen mit beschädigter Oberfläche.

In der Luft liegt ein wiederkehrender Vorwurf. Laut in jenen Tagen verbreiteten Beiträgen sollen die Polizisten die Anweisung erhalten haben, nicht einzugreifen, und es war sogar von einer mutmaßlichen Rechtsbeugung eines Regierungsdelegierten die Rede, der angeblich eine Projektion mit den Gesichtern der madrilenen Regionalpräsidentin und des Bürgermeisters an einer Hausfassade zugelassen haben soll. Das sind Anschuldigungen aus den sozialen Medien ohne bekanntes Gerichtsurteil – und sollten auch genau so behandelt werden: als Anschuldigungen.

Wohnen: das Thema, das mit allem anderen vermischt wurde

Die Wohnungsmieten gehörten zu den Beweggründen für das Camp. Zu den erhobenen Forderungen zählten ein Verbot der Spekulation, die Illegalisierung von Geierfonds, höhere Steuern für Großvermieter und mehr Wohnungsbau. Acht Jahre Regierungszeit von PSOE und Podemos ohne Einhalt des Preisanstiegs – mit diesem Argument rechtfertigte ein Teilnehmer seinen Ärger. Das ist eine einseitige Diagnose; in jedem Fall ist die Mietpreisentwicklung das Thema, um das die ganze Debatte kreist.

Vom Mietprotest zu den Fahnen für alles andere

Bei einem ähnlichen Camp in Sevilla waren laut dem Bericht eines Teilnehmers rote Fahnen, andalusische Fahnen mit Stern, palästinensische Fahnen, LGTBI-Fahnen und Banner antifaschistischer Gruppen zu sehen, dazu Plakate gegen Geierfonds. Da zeigt sich die Spaltung: Manche unterstützen den Kampf für bezahlbares Wohnen, lehnen es aber ab, dass weitere Anliegen unter dasselbe Dach gepackt werden. Es ist das alte Dilemma, ob eine konkrete Forderung gewinnt oder verliert, wenn sie alles andere mitschleppen muss.

Wer für den Schaden zahlt

Die Beseitigung von Graffiti an einem öffentlichen Denkmal ist eine Ausgabe, die zu Lasten der Staatskasse geht – also des Steuerzahlers. In allem, was bisher bekannt wurde, hat niemand eine Summe für die Instandsetzung genannt oder Festnahmen bestätigt.

Ein Land, das sich über einen bronzenen Bären streitet, findet weiterhin keine Antwort darauf, warum sich eine Familie keine Wohnung leisten kann. Das ist die Zahl, die wirklich verstört.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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