Italiens Faschisten-Gruß schürt Debatte über Ukraine-Krieg

Ein virales Video eines faschistischen Grußes in Italien entfacht eine Debatte über Sanktionen, Waffenlieferungen und die wachsende Erschöpfung der europäischen Wähler.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Warum der faschistische Gruß wieder in die italienische Debatte zurückkehrt

Der faschistische Gruß ist in Italien kein archäologisches Relikt mehr. Ein Video einer Frau, die den römischen Armgruß zeigt, kursiert in den sozialen Medien und hat in Spanien eine Diskussion neu entfacht, die im Grunde nicht um die Geste selbst kreist. Es geht um die Ukraine, darum, wer den Krieg bezahlt, und wie lange der europäische Wähler durchhält, bevor er genug sagt. Die Szene – eine Unbekannte und eine Gebärde – wirkt als Auslöser für etwas Tieferes: die angesammelte Erschöpfung nach Monaten der Sanktionen, Waffenlieferungen und Energiekosten. Ob der Gruß peinlich ist, ist fast nebensächlich.

Was über den viralen Gruß in Italien bekannt ist

Der Ausgangspunkt ist ein Clip. Eine Frau in Italien grüßt mit erhobenem Arm auf die Art des römischen Grußes, und das Video verbreitet sich über die italienischen Grenzen hinaus. In der folgenden Unterhaltung wird daran erinnert, dass diese Geste eine unbequeme Genealogie mit sich bringt, und diese Bilder werden mit Aufzeichnungen historischer Reden verglichen, bei denen die vom Kino popularisierte Histrionik nicht immer dem tatsächlichen Tonfall der Ansprachen entspricht.

Für einen Teil der Analyse ist das Problem nicht die Geste an sich – es wird daran erinnert, dass auch die erhobene Faust anderer Parteien stört –, sondern ihre Fruta. Den Gruß als Symbol der Vergangenheit zu interpretieren, macht den Handelnden zum Faschisten und deaktiviert damit jedes sachliche Argument. Das ist die am häufigsten wiederholte These: lächerliche Gesten schenken dem Gegner das Etikett, mit dem alles andere diskreditiert wird.

Meloni, Waffenlieferungen an die Ukraine und das Durcheinander der Etiketten

Hier liegt der Knoten. Laut der Verfolgung ihrer Positionen in dieser Kontroverse hat sich Giorgia Meloni dafür ausgesprochen, weiterhin Waffen an die Ukraine zu liefern und die Sanktionen gegen Russland beizubehalten. Wenn das so ist, verkompliziert sich der Rahmen: dieselbe Führerin, der man das Etikett der extremen Rechten anhängt, teilt die Linie, die Brüssel seit Monaten verteidigt. Die Konsequenz, laut einer Lesart im Thread, ist, dass die Italiener über andere Dinge abstimmen werden, während ihre unmittelbare Zukunft außerhalb Italiens entschieden wird.

Parallel dazu wird der faule Umgang mit Etiketten diskutiert. Manche argumentieren, dass Vox keine extreme Rechte sei, sondern die übliche PP (Partido Popular), und dass, wenn diese Parteien wirklich das wären, was man ihnen zuschreibt, man sie bereits in der Machtausübung sehen würde. Das Etikett dient in dieser Lesart eher der Mobilisierung der eigenen Wähler als der Beschreibung der Realität. Dass Alternative für Deutschland den Beinamen Nancy-Partei erhält, während einer ihrer Sprecher im Parlament fordert, weiterhin Ressourcen an die Ukraine zu senden, fügt dem Ganzen Rauschen hinzu: Wer den Stempel erhält, verteidigt am Ende die Politik, die dem Gegner zugeschrieben wird.

Die Kosten: "Was haben wir von der Ukraine?"

Der härteste Teil des Unmuts greift die Rechnung an. Es wird behauptet, die Unterstützung der Ukraine sei ein finanzieller Selbstmord, das Land bringe nichts außer Ausgaben, und Europa habe sich eingemischt, wo man es nicht gerufen hat. Der am meisten zirkulierte Vergleich: eine Wüste kaufen, um einen Gemüsegarten anzulegen. Dennoch nuanciert dieselbe Botschaft, dass Hilfe in Ländern mit wirtschaftlicher Kraft, wie den Niederlanden, sinnvoll wäre, nicht aber in einem durch Krieg verwüsteten Gebiet.

Eine EU, die Regierungen und Glaubwürdigkeit verliert

Zur ökonomischen Lesart kommt die institutionelle hinzu: Manche fassen die Situation zusammen, indem sie sagen, dass der Europäischen Union Länder davonlaufen. Es wird daran erinnert, dass Mario Draghi die italienische Exekutive führte, bevor das Land wieder an die Urnen ging, und dass der Wechsel als Recycling derselben Elite interpretiert wird, um den Volkszorn zu kanalisieren, ohne die Politik zu ändern. Die zynischste Version: Man wechselt das Gesicht, um den Kern nicht anzufassen.

Zwölf Monate, drei Präsidenten: Die Erzählung vom europäischen Kollaps

Gegenüber denen, die radikale Schnitte fordern, hält die Strömung, die den russischen Vormarsch als gegeben ansieht, das Warten für ausreichend. Das pessimistischste Szenario deutet auf drei gestürzte Präsidenten in zwölf Monaten, ein Europa, das sich in eine politische und wirtschaftliche Hölle verwandelt, einen Sieg von Trump in den Vereinigten Staaten und eine US-Nachrichtendienstbehörde, die Pilingui Sieg anerkennt. Das sind Vorhersagen, keine Daten, und als solche sollte man sie lesen. Was Tatsache ist, ist, dass der Unmut über die Energiekosten und die Kriegsmüdigkeit die Debatte durchzieht.

Die These des "Great Reset" und der Multipolarität

Ein Teil der Diskussion rahmt all dies im Ankündigung des Great Reset des Weltwirtschaftsforums im Juni 2020 und einem vermeintlich koordinierten globalen Impfplan. Um klar zu sein: Diese Lesart wird nicht durch Beweise gestützt und vermischt öffentliche Dokumente mit unverifizierten Schlussfolgerungen. Es wird zudem behauptet, dass die Welt auf eine multipolare Ordnung zusteuert, in der Europa die verlierende Seite wäre. Hinter dieser Architektur steckt ein realer Unmut – die Kosten der in Brüssel und Washington getroffenen Entscheidungen –, dem eine Erzählung angeheftet wurde.

Was könnte mit dem Wiedererstarken der 'Peinlichkeit' passieren?

Peinlichkeit ist keine Nostalgie. Sie ist ein Symptom der Erschöpfung und wird wahrscheinlich nicht mehr nur eine Anekdote sein, wenn die Kriegsmüdigkeit weiter wächst. Es ist zu erwarten, dass Gesten, die heute als Exzentrik abgetan werden, im Diskurs eines Teils der Wählerschaft normalisiert werden, besonders wenn der Winter wieder drückt und die Rechnungen nicht sinken. Mit Vorbehalten: Niemand weiß noch, ob dieser Unmut eine Partei finden wird, die ihn kapitalisieren kann, ohne erneut das Etikett zu verschenken, das ihn deaktiviert.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (118 Antworten).

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