Ist Trumps Iran-Kurs ein Masterplan, um eine Megakrise in China auszulösen?

Wir analysieren die These, dass Trump eine Megakrise in China herbeiführen will, indem er die Straße von Hormuz sperrt – gestützt auf die US-Ölautarkie und die Monroe-Doktrin.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Trumps Masterplan? Die These einer herbeigeführten Megakrise in China über den Iran

China importiert 50 % seines Erdöls aus dem Nahen Osten; die USA sind dank Fracking einer der größten Produzenten weltweit. Wenn Trump die Straße von Hormuz sperrt, wäre die asymmetrische Wirkung für Peking verheerend. Zufall oder Strategie?

Die These des kalkulierten Plans
Der Kerngedanke: Trump handelt nicht aus senilem Impuls oder wegen israelischer Erpressung, sondern vollstreckt einen Meisterzug, um China zu entgleisen. Eine Sperrung von Hormuz würde der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt den Nachschub abschneiden, die zu 70-75 % von ausländischem Rohöl abhängt. Die USA könnten derweil mit ihrer eigenen Produktion und der strategischen Reserve durchhalten. Zudem würde die Monroe-Doktrin –Amerika den Amerikanern– passen, wenn das Ziel ist, Industrieproduktion aus China nach Lateinamerika zu verlagern, wo Washington gerade Marionettenregierungen installiert (Argentinien, Chile, jetzt Venezuela).

Die Gegenseite: Abhängigkeiten und Alternativen
Andere Analysen weisen jedoch darauf hin, dass China bereits diversifiziert: billiges russisches Öl, Führungsposition bei Elektroautos und erneuerbaren Energien sowie Kontrolle über seltene Erden. Eine Blockade könnte seine Autonomie sogar beschleunigen. Außerdem würden auch Japan (75 % Abhängigkeit) und Indien (60 %) leiden, doch es gibt keine Anzeichen dafür, dass die USA ihre Fabriken aus China verlagert haben, bevor sie das Land strangulieren. Das Petrodollar-Imperium –und nicht eine chinesische Megakrise– wäre der wahre Grund für die Spannungen mit Iran und Venezuela.

Verfall oder Genialität?
Die skeptische Position erinnert daran, dass Imperien im Niedergang zu verzweifelten Gesten neigen. Der Versuch, Venezuela und Kanada zu kontrollieren, zusammen mit der kriegstreibenden Rhetorik, könnte schlicht Improvisation einer Macht sein, die die Regeln nicht mehr diktiert. Die offene Frage: Stehen wir vor dem größten geopolitischen Plan des Jahrhunderts oder vor dem Todesröcheln eines Riesen?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (13 Antworten).

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