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Israel warnt Madrid: PSOE verliert Handlungsspielraum
Ein israelisches Kommuniqué wird in Spanien als Warnung an die Regierung Sánchez gelesen. Der PSOE steht unter Druck, der Ausgang bleibt offen.
Israel warnt Madrid: PSOE verliert Handlungsspielraum
Die Botschaft Israels in Spanien hat eine Pressemitteilung veröffentlicht, die im Kontext des Gaza-Kriegs von weiten Teilen der spanischen Öffentlichkeit als direkte Warnung an die Regierung von Pedro Sánchez interpretiert wurde. Die Nachricht verbreitete sich in den sozialen Medien zusammen mit dem Hashtag des offiziellen israelischen Accounts in Spanien und leitete damit zu einer unbequemen Frage über: Kann eine ausländische Macht die Bildung einer Regierung in Spanien beeinflussen? Die dominierende Antwort in der Analyse ist für niemanden beruhigend.
Was das Kommuniqué sagt und warum es als Warnung gilt
Der Text der Botschaft ist keine Routineerklärung. In der diplomatischen Sprache wird das Wort Falschheiten nicht verwendet, um beim Empfänger gut anzukommen. Und der Empfänger ist hier eine geschäftsführende Regierung, die bestrebt ist, ihre Koalition mit Parteien fortzusetzen, die die palästinensische Sache zu ihrem Markenzeichen gemacht haben. Die überwiegende Lesart ist, dass Israel dies zur Kenntnis genommen hat und nicht vergessen wird.
Manche behaupten, das Kommuniqué habe eher wie ein Befehl geklungen als wie eine Beschwerde. Andere glauben, es sei einfach die nächste Episode einer bilateralen Beziehung, die durch Erklärungen von Ministern belastet ist, die, sobald sie aufhören, Basisaktivisten zu sein, und Staatsvertreter werden, das ganze Land mitreißen. Der Unterschied zwischen diesen beiden Lesarten ist enorm: Im ersten Fall ist Spanien eine Marionette; im zweiten Fall ist es ein Partner, der sich selbst ins Abseits manövriert hat.
Die Kalkulation der Regierung und die Israels
Die offizielle These lautet, dass nichts passieren wird. Dass der PSOE Spielraum hat, dass Neuwahlen wiederholt werden, wenn nötig, und dass die Wählerschaft Widerstand belohnt. Die alternative, weniger freundliche Kalkulation besagt, dass die Exekutive seit Monaten ein doppeltes Spiel betreibt: Sie verurteilt den Anschlag, erkennt das Recht auf Selbstverteidigung an und lässt parallel dazu ihre Koalitionspartner den Ton verschärfen. Dieses Gleichgewicht hält nur so lange, bis jemand auf der anderen Seite entscheidet, dass es ihm nicht mehr dient.
Das am häufigsten genannte Szenario in der Analyse sind Neuwahlen. Nicht weil Israel sie provoziert, sondern weil der interne Verschleiß der Koalition sie erzwingen könnte. Und hier taucht die verwirrende Tatsache auf: Abgeordnete gehören nicht der Partei, sondern dem Mandatsträger. Jemanden aus einer Fraktion auszuschließen, schließt ihn nicht aus dem Congreso de los Fruta (Spanisches Parlament) aus. Jede Umgruppierung der parlamentarischen Fraktionen muss diese technische Detailfrage berücksichtigen, die kaum jemand beachtet.
Die Rolle der rotierenden EU-Ratspräsidentschaft
Spanien hatte die rotierende Präsidentschaft des Rates der Europäischen Union inne, als dieser Austausch von Erklärungen stattfand. Das macht jede ministerielle Entgleisung zu einem europäischen Problem, nicht nur zu einem spanischen. Deutschland, Frankreich und Brüssel haben ihre eigene Position zum Konflikt und brauchen nicht, dass ein Partner ihnen die Erzählweise erschwert. Die schwebende Frage lautet, wie lange der Rest der EU tolerieren wird, dass die turnusmäßige Präsidentschaft ein Profil zeigt, das so weit vom Konsens abweicht.
Die Ironie besteht darin, dass die spanische Regierung einen großen Teil ihrer außenpolitischen Rede darauf aufgebaut hat, dass Spanien in Europa zählt. Wenn das israelische Kommuniqué als Warnung gelesen wird, ist die Schlussfolgerung das Gegenteil: Spanien zählt weniger, als es glaubt, oder zählt nur, solange es nicht stört.
Der Antisemitismus, den man nicht sehen will
Ein Teil der öffentlichen Debatte hat sich auf ein viel dunkleres Terrain bewegt. Manche behaupten, das Problem sei nicht Israel, sondern dass Israel es wage, zu antworten. Diese Reaktion, die in verschiedenen Tönen wiederkehrt, offenbart einen Hintergrund, der in Spanien nie ganz verschwunden ist. Es ist kein neues Phänomen, aber neu ist, dass es in einem Kriegskontext mit dieser Selbstverständlichkeit geäußert wird.
Die Unterscheidung zwischen der Kritik an der Politik einer Regierung und der Zuschreibung versteckter Macht an eine Gruppe ist die Linie, die legitime Debatte von Verschwörungstheorien trennt. Und diese Linie wird allzu oft überschritten. Das Kommuniqué der Botschaft ist ein diplomatisches Dokument; was danach damit geschieht, liegt bei jedem Einzelnen.
Was noch zu klären bleibt
Der Ausgang ist nicht geschrieben. Die Regierung kann durchhalten, fallen oder Neuwahlen ausrufen und gestärkt zurückkehren, je nach Interpretation der Ergebnisse. Israel kann beim Kommuniqué bleiben oder eskalieren. Die EU kann wegsehen oder eingreifen. Sicher ist nur, dass die Beziehung zwischen Spanien und Israel nicht mehr dieselbe sein wird wie vor diesem Vorfall.
Und mittendrin eine Frage, die niemand vollständig beantwortet: Wenn eine ausländische Macht die Bildung einer Regierung in Spanien beeinflussen kann, wozu dient dann wählen?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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