ING lockt mit 5,5 % Zinsen bei Wechsel zu iBanesto

ING bot bis Dezember ein Sparangebot mit 5,5 % TAE für Kunden, die einen Wechsel zu iBanesto andeuteten. Der Trick erforderte 10.000 € und funktioniert kaum noch.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

ING lockt mit 5,5 % Zinsen bei Wechsel zu iBanesto
ING gewährt 5,5 % TAE bei angedrohtem Wechsel zu iBanesto

Lohnt es sich, eine Überweisung vorzutäuschen, um einen halben Prozentpunkt Rendite herauszuholen? Monate lang war die Antwort für viele Forumnutzer ja. Die Mechanik war simpel: Der Kunde teilte ING mit, dass er sein Geld zu iBanesto überweise, weil dort bessere Zinsen geboten würden, und binnen Minuten konterte die orangefarbene Bank mit einem Einlagensatz von 5,5 % TAE bis zum 31. Dezember. Ohne Filialbesuche, ohne Papierkram und ohne Kontoeröffnung beim Wettbewerber. Es reichte, ein reales Guthaben und einen Betrag zu haben, der den Bluff rechtfertigte.

Die Voraussetzung, ein Konto bei iBanesto zu besitzen, wurde laut mehreren Nutzern durch einen Trick umgangen: Man kopierte eine Kontonummer aus dem Demo-Bereich der Website der blauen Bank. Eine nicht existierende Identifikationsnummer, die niemandem gehörte und die das System von ING kommentarlos validierte. Pfuscherei, ja. Profitabel, auch.

Wie viel Geld muss bewegt werden, damit ING reagiert

Der Schlüssel lag nicht in der Geschichte, die man erzählte, sondern im Volumen. Mit 1.000 Euro lacht der Berater nur. Mit 2.000 Euro ebenso. Die Schwelle, die das Angebot auslöste, lag bei etwa 10.000 Euro, obwohl einige Versuche auch mit 5.000 oder 12.000 Euro erfolgreich waren. Je höher der Betrag, desto schneller erschien das Sparangebot auf dem Bildschirm. Die Website selbst akzeptierte keine Überweisungen mehr, die das verfügbare Guthaben überstiegen: Vorher ja, nachher nein. Jemand bei ING hatte den Code verfeinert.

Auch der Kanal spielte eine Rolle. Am Telefon fragte der Berater nach und genehmigte innerhalb weniger Minuten. Im Internet funktionierte der Trick nur, wenn das Guthaben real und der Betrag angemessen hoch war. Die telefonische Variante hielt länger stand als die digitale.

Der Tag, an dem ING die Tür schloss

Das Fest endete, als die Bank eine Validierung im Client implementierte, die zuvor nicht existierte. Eine technische Kleinigkeit, aber ausreichend, um den Großteil der Nutzer abzuschneiden. Die letzten Versuchskaninchen stellten fest, dass das System erfundene Konten oder Beträge über dem Guthaben nicht mehr akzeptierte. Es gab Spione, scherzten einige, und sie lagen gar nicht so falsch: Die Änderung reagierte Punkt für Punkt auf die Lücken, die die Community dokumentiert hatte.

Danach änderte sich die Perspektive. Viele, die mit dem Trick spekuliert hatten, eröffneten schließlich das blaue Konto (Cuenta Azul) von iBanesto, das sie monatelang vermieden hatten. Nicht aus Überzeugung, sondern weil die blaue Bank Zinsen monatlich auszahlt, während ING die Zinsen erst am 31. Dezember gutgeschrieben hätte. Die Migration vom Orange zum Blau wurde zum Plan B eines Plan B.

Welche Alternativen bieten ähnliche Renditen

Da der Trick im Aussterben begriffen war, rückten andere Produkte in den Fokus. Auf dem Tisch landeten Angebote von Barclays mit 5,25 %, Openbank mit 5,35 % und Uno-e mit 5 %. Keines erreichte die 5,5 % von ING, aber alle ersparten das Theater der fingierten Überweisung. Auch ein Einlagenzertifikat von Cajamar mit 9 % im ersten Monat und einer späteren, an einen Index gekoppelten Rendite wurde erwähnt – ein Produkt, bei dem man das Kleingedruckte genau lesen sollte.

Die grundlegende Frage bleibt unbeantwortet: Warum braucht eine Bank mit Filialen und solider Bilanz Lügen, um einen decenten Zinssatz anzubieten? Der Kunde, der mit Abwanderung droht, erhält 5,5 %. Derjenige, der stillhält, bekommt weniger. So funktioniert das Geschäft.



Am Ende funktionierte der Trick für einige, hörte für viele auf zu funktionieren und trieb manche dazu, ein Konto zu eröffnen, dessen Eröffnung sie seit Monaten geschworen hatten, niemals zu tun. Ironien des Online-Bankings.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (184 Antworten).

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