Inflation in Spanien bleibt bei 4,9 % und verfehlt den MEI-Zuschlag knapp

Spaniens VPI für Oktober liegt bei 4,9 %, nur drei Zehntel unter der Schwelle, die den MEI-Zuschlag ausgelöst hätte. Die italienische Inflation liegt bei 5,4 %, die EZB hält den Leitzins bei 2,5 %.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Inflation in Spanien bleibt bei 4,9 % und verfehlt den MEI-Zuschlag knapp
Inflation in Spanien bleibt bei 4,9 % und verfehlt den MEI-Zuschlag knapp

Die Zahl wird mit einer Präzision veröffentlicht, die Misstrauen weckt: Der VPI für Oktober bleibt in Spanien bei **4,9 %**, nur drei Zehntel unter der Schwelle, die den automatischen Anstieg des MEI ausgelöst hätte – des zusätzlichen Sozialversicherungsbeitrags, der seit 2023 den Pensionsreservefonds auffüllt. Die Zahl fällt zusammen mit einer italienischen Inflation von **5,4 %** und einer Eurozonen-Inflation von **3,8 %** sowie mit der EZB, die den Leitzins bei **2,5 %** hält und vor neuen Inflationsrisiken warnt. Manche behaupten, der politische und der statistische Kalender scheinen sich allzu passend die Hand gereicht zu haben.

Die Debatte über die Lebenshaltungskosten ist nicht neu, aber sie gewinnt mit jedem Monat an Schärfe. Die Gewinne der Großbanken –**29.253 Millionen Euro** bis September, **15 % mehr**– und die von Repsol –**5.006 Millionen Euro**, **325 % mehr**– stehen in derselben Zeitung wie der Anstieg der Preise im Supermarkt. Der Vergleich ist unvermeidlich, der Unmut ebenso.

Der MEI, der nicht ausgelöst wurde

Der MEI (Mechanismus der intergenerationellen Gerechtigkeit) ist ein zusätzlicher Sozialversicherungsbeitrag, der seit dem 1. Januar 2023 gilt, um den Pensionsreservefonds zu stärken. Seine automatische Auslösung hängt davon ab, ob die Inflation bestimmte Schwellen überschreitet. Mit einem VPI von 4,9 % fehlten dem Mechanismus drei Zehntel. Manche halten diesen Abstand für zu bequem, um Zufall zu sein; dagegen spricht das Argument, dass die Methodik des INE (Spaniens Statistikinstitut) öffentlich und von Eurostat kontrolliert ist.

Der Verdacht ist nicht einhellig, aber auch nicht randständig. Die Idee, die Zahl sei *zurechtgebogen* worden, um den Zuschlag nicht auszulösen, zieht sich durch weite Teile der Wirtschaftsdiskussion. Wie genau dieser Sprung Löhne und Staatskassen belastet hätte, ist eine der Fragen, die das größte Interesse weckt und eine genaue Betrachtung der Zahlen erfordert.

Die echte Inflation, die im VPI nicht auftaucht

Die Debatte über eine Manipulation des VPI hat eine technische Antwort, die nicht jeden überzeugt. Der Warenkorb des INE wird nach den durchschnittlichen Ausgaben aller Haushalte gewichtet; wer überdurchschnittlich viel für Miete, Lebensmittel oder Verkehr ausgibt, kann eine deutlich höhere persönliche Inflation haben. Das INE bietet selbst einen Rechner an, um sie anhand der eigenen Ausgaben zu ermitteln. Diese Lücke zwischen offizieller Inflation und der im Portemonnaie spürbaren ist der Kern des Misstrauens.

Manche gehen weiter und beziffern die kumulierte reale Inflation seit 2020 auf rund **20 % pro Jahr** – eine Zahl, die seinerzeit mit Skepsis aufgenommen wurde und heute mit mehr Überzeugung wiederholt wird. Häufig tauchen Vergleiche mit den Umfragen des CIS (Spaniens offizielles Meinungsforschungsinstitut) auf: Wenn die Wahlabsichtsdaten angezweifelt werden, warum nicht die des VPI? Der Zweifel gilt weniger der Methode als der Glaubwürdigkeit der Institutionen, die sie anwenden.

Die EZB blickt auf die Eurozone, nicht auf Spanien

Die Forderung, die EZB solle die Zinsen anheben, um die spanische Inflation zu bremsen, scheitert an einem Detail: Die Zentralbank schaut nicht auf den nationalen VPI, sondern auf den Eurozonen-Durchschnitt, in dem Spanien rund **11 %** wiegt. Wenn Deutschland, Frankreich oder Italien niedrigere Werte aufweisen, gibt es keine Zinserhöhung nur weil Spanien bei 4,9 % liegt. Das ist das klassische Problem einer Gemeinschaftswährung: derselbe Zins für Volkswirtschaften mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Die EZB hält den Leitzins bei **2,5 %** und warnt vor größerem Inflationsrisiko. Das verbleibende Instrument, falls die spanische Inflation über dem Durchschnitt bleibt, ist national: Fiskalpolitik, Löhne und Preise. Die kritischste Lesart: Die Zentralbank hat beschlossen, dass alle über die Inflation für Hypotheken und Staatsausgaben zahlen. Die wohlwollendste: Es bleibt kein anderer Spielraum.

Rekordgewinne und Löhne, die nicht mithalten

Die Ergebnisse der Banken und Energiekonzerne sind zum perfekten Kontrapunkt zum Preisanstieg geworden. **BBVA** verdiente bis September **9.066 Millionen Euro**, **13,6 % mehr**; die sechs großen spanischen Banken kommen zusammen auf **29.253 Millionen Euro**, **15 % mehr**. Repsol: **5.006 Millionen Euro**, **325 % mehr**. Die absoluten Zahlen beeindrucken, aber die Analyse pro Kunde relativiert: 9.000 Millionen Euro auf 100 Millionen Kunden verteilt sind 90 Euro pro Kunde – ein Betrag, der kaum skandalös wirkt.

Die Debatte, ob diese Gewinne Ursache oder Folge der Inflation sind, ist weiterhin offen. Manche verteidigen, die Investition in diese Unternehmen sei der beste Schutz vor steigenden Preisen; andere entgegnen, der Staat nehme weit mehr an Steuern ein, als diese Unternehmen verdienen, und das Problem sei nicht der Privatprofit, sondern die Staatsausgaben und die Schulden. Die Diskussion spitzt sich zu, wenn der Steueranteil auf dem Kassenbon verglichen wird.

Die Stagflation, die die einen sehen und die anderen leugnen

Der Begriff *Stagflation* ist mit Macht in die Diskussion gerückt. Wer ihn verwendet, hält dagegen, dass die Inflation nicht bei den Löhnen ankommt und der Mindestlohn zum Standardgehalt wird. Wer ihn ablehnt, verweist auf die Prognosen der Banco de España (Spaniens Zentralbank), die für 2027 ein Wachstum von **2,2 %** erwartet, und darauf, dass die Nominallöhne die Preissteigerungen mit der Zeit teilweise ausgleichen. Es gibt keinen Konsens, und die verfügbaren Daten erlauben es nicht, die Debatte zu beenden.

Auch Festgelder und Anlagen haben ihren Platz in der Diskussion. Bei einem Zinssatz von **2,5 %** kann ein Festgeld mit **2,6 %** verlockend erscheinen, doch die Inflation frisst diese Rendite auf. Die Alternative, sich vom Fiatgeld zu verabschieden und auf Sachwerte zu setzen, gewinnt unter denen Anhänger, die dem Kurs der Geldpolitik misstrauen. Es ist keine Mehrheitsposition, aber eine zunehmend lautere.



Der VPI für Oktober bleibt in Spanien bei 4,9 %, der MEI wird nicht ausgelöst. Der Abstand beträgt drei Zehntel. Steigt die Zahl im nächsten Monat, springt der Mechanismus an, und die Lohnzettel spüren es. Sinkt sie, lautet die Frage, ob die Zahl entsprechend angepasst wurde. Bei Rekordgewinnen der Banken und Löhnen, die ihre verlorene Kaufkraft noch nicht zurückerlangt haben, ist das Vertrauen in die offizielle Statistik das Asset, das am schnellsten an Wert verliert.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (62 Antworten).

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