Indien: welche Regionen laut einer geografischen Debatte gut dastehen

Der Süden und der Himalaya fallen durch das schlechte Bild der Ganges-Ebene: 300 von 1,5 Milliarden würden in akzeptablen Provinzen leben, so eine These der Debatte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Indien: welche Regionen laut einer geografischen Debatte gut dastehen
Indien: welche Regionen laut einer geografischen Debatte gut dastehen

Der Süden und der äußerste Norden Indiens konzentrieren die am besten entwickelten Gebiete des Landes, während die Ganges-Ebene den Hauptteil der Diagnose abbekommt. Von den 1,5 Milliarden Einwohnern des Landes würden rund 300 Millionen in Provinzen leben, die als akzeptabel gelten, so die These, die die Diskussion eröffnet. Der Rest verteilt sich auf die Mitte-Norden, das Ganges-Tal und den Streifen um Kalkutta, die als Kern der Rückständigkeit benannt werden.

Die Ausgangsthese ist zugleich geografisch und demografisch: Der Himalaya und seine Ausläufer, der tropische Süden und der trockene Westen kämen besser weg als die große Flussebene. Mit 300 Millionen Einwohnern statt 1,5 Milliarden, so das Argument, hätte das Land mehr Gewicht in der Welt. Es ist eine kontrafaktische Hypothese, die niemand belegen kann, aber sie ordnet einen großen Teil der Debatte.

Welche indischen Bundesstaaten als am weitesten entwickelt gelten

Die entstehende Karte hat vier Flecken: das Nordgebirge, der Süden, der Westen und die Mitte-Norden. Die Himalaya-Regionen erscheinen als Rückzugsort, wo eine angebliche arische Abstammung sich am besten erhalten habe, mit Foto-Beispielen wie dem Kinnaur-Tal, Tempeln vor Bergkulisse, Wäldern in Goa oder dem Gurudongmar-See in Sikkim. Das sind ausgesuchte Bilder, keine statistische Stichprobe.

Der Süden wird unterschiedlich behandelt. Tamil Nadu und Chennai fliegen wegen ihres Aussehens und ihrer Dichte aus der Liste der akzeptablen Gebiete, während Maharashtra, Gujarat und Rajasthan als Regionen beschrieben werden, die sich mehr nach Westasien orientieren als zum Rest des Subkontinents. Kaschmir fügt sich in dieselbe Logik einer abgegrenzten Identität ein.

Goa verdient ein eigenes Kapitel. Es wird als Gebiet mit der am wenigsten abstoßenden Mentalität nach Maßstäben des Landes bezeichnet, und betont wird, dass das kein Zufall ist: Die portugiesische Enklave hinterließ eine eigene Prägung. Der Einwand kommt schnell: Goa ist eine Enklave, keine Region.

Der Punjab und der wirtschaftliche Erfolg der Diaspora

Auffällig ist, dass der Punjab trotz des akademischen Prestiges seiner sikhistischen Diaspora im Ausland nicht unter den reichsten Bundesstaaten auftaucht. Manche behaupten, die Inder aus dem Nordwesten — Punjabis und Gujaratis — seien Europäern genetisch am ähnlichsten, und das erkläre ihren wirtschaftlichen Erfolg. Die zwei reichsten Männer des Landes, so Forbes, seien Gujaratis, und Gujaratis gelten als gute Geschäftsleute.

Die Antwort folgt sofort: Es emigriert die intellektuelle Elite aus allen Provinzen, nicht nur aus dieser. Und der Punjab hat keinen Zugang zum Meer, außerdem grenzt er an Pakistan. Der Punjab selbst hat zwar eine Landgrenze zum Nachbarland, eine Nuance, die mit grammatikalischer Häme diskutiert wird.

Die indogermanischen Sprachen und die diskutierte Rassenkarte

Die vorgeschlagene rassische Einteilung teilt das Land in Arier, Gelbe, Mischlinge und eine australoide Mehrheit, mit Prozentwerten von 0,1 % bis 80 %. Der Einwand ist direkt: Das Gebiet, in dem keine indogermanischen Sprachen gesprochen werden, ist gerade das sauberste und fleißigste, das die Autoren des 19. Jahrhunderts als arbeitsam beschrieben. Das indigene Element trage weniger zur Erklärung der Entwicklung bei als der Kolonisator.

Mit diesen Zutaten lautet der Schluss wie immer: eine Karte, die sich auf ausgesuchte Fotos und Prozentwerte ohne Quelle stützt. Der verblüffende Befund ist, dass die Region ohne indogermanische Sprachen besser abschneidet als die, der arisches Blut zugeschrieben wird.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (22 Antworten).

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