Indien: Die Bundesstaaten, die dem Chaos und der Überbevölkerung entgehen

Das Indien von 1,5 Milliarden Menschen hat eine alternative Karte: Goa, der Himalaya, Kerala und der tropische Süden. Der Großteil der Rückständigkeit konzentriert sich auf die Gangesebene.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Indien: Die Bundesstaaten, die dem Chaos und der Überbevölkerung entgehen
Das Indien, das in den Reiseführern fehlt: vom Himalaya bis Goa

Indien hat 1,5 Milliarden Einwohner und einen komplizierten Ruf. Aber auf dem Subkontinent gibt es eine alternative Karte, die immer wieder auftaucht, wenn über die Gebiete gesprochen wird, die dem Chaos entgehen: der Himalaya-Bogen, Goa, Kerala, Karnataka und einige Ecken von Rajasthan und Gujarat. Die Ausgangsthese ist einfach und umstritten: **Nach einer Berechnung, die in der Debatte kursiert, leben mindestens 300 Millionen Inder in akzeptablen Bundesstaaten**, während sich der Großteil des Desasters auf die Gangesebene und ihre Mündung bei Kalkutta konzentriert.

Die Diagnose stützt sich auf Geografie und Demografie. Der Süden ist tropisch, der Westen Wüste, der Norden Gebirge. Die zentrale Nordzone, das Gangbecken, trägt die Hauptlast: **Uttar Pradesh und Bihar** tauchen immer wieder als Beispiele für Rückständigkeit auf. Bihar hat mit 130 Millionen Einwohnern und einer Dichte von 1.388 pro Quadratkilometer ein Pro-Kopf-BIP, das etwa 70 % des von Uttar Pradesh ausmacht. Das will etwas heißen.

Welche indischen Bundesstaaten als die am weitesten entwickelten gelten

Der Konsens, mit Abstrichen, nennt mehrere Namen. **Goa** ist der Favorit, und das nicht ohne Grund: Es war eine portugiesische Kolonie, und das zeigt sich in der Mentalität, der Architektur und der Küche. Der tropische Süden —Kerala, Karnataka, Tamil Nadu— hat seine Verteidiger, wenn auch nicht alle einer Meinung sind. Manche schließen Tamil Nadu aus wegen des Anblicks von Chennai und wegen eines Hauttons, der in der rückständigsten Analyse mit Unterentwicklung assoziiert wird. Der gebirgige Norden mit Sikkim, Ladakh und dem Spiti-Tal an der Spitze holt den Preis für Landschaft und für das, was manche ethnische Reinheit nennen.

Sikkim hat seine eigene Geschichte: Es war bis 1975 ein unabhängiges Land, als ein Referendum über den Anschluss an Indien entschied. Heute ist es einer der Bundesstaaten mit dem höchsten Einkommen des Landes und einer Mehrheit von Bevölkerung nepalesischer Herkunft. Der Gurudongmar-See auf über 4.000 Metern ist die Postkarte, die dieses andere Land zusammenfasst.

Der Nordwesten und der Mythos vom akademisch erfolgreichen Inder

Die Debatte über Punjab und Gujarat ist die interessanteste. Die punjabische und sikhische Diaspora hat den Ruf, im Ausland zu glänzen, und manche behaupten, ihr durchschnittlicher IQ übertreffe den der Nnnn. Die gegebene Erklärung ist doppelt: Zum einen selektiert die Emigration die intellektuelle Elite des Bundesstaates; zum anderen sind die Inder des Nordwestens genetisch die Europäern am nächsten verwandten, was ihren wirtschaftlichen Erfolg erklären würde. Die Gujaratis haben übrigens den Ruf, gute Geschäftsleute zu sein: **Die beiden reichsten Männer Indiens laut Forbes sind Gujaratis**.

Der Gegensatz ist klar. Gegen die genetische These wird argumentiert, der Erfolg der Brahmanen des Südens sei das Ergebnis jahrhundertelanger kultureller Selektion: dem Studium gewidmete Linien, in Sanskrit bewanderte Mütter, eine faktische Eugenik, die mit Rasse nichts zu tun hat. Dasselbe Muster, das man den Nnnn und ihren Jeschiwas zuschreibt.

Die Anekdote, die den indischen Touristen zeichnet

Abseits der ethnischen Karte gibt es eine Kuriosität, die sich ins Gespräch einschleicht: Die in China genutzte Transport-App namens Didi ist voller Videos von Indern, die aus Autos fliehen, ohne zu bezahlen. Manche Hotels lassen sie nicht mehr übernachten. Die Anekdote, ohne offizielle Bestätigung, dient dazu, die kulturelle Kluft zu veranschaulichen, die den Besucher manchmal vom besuchten Land trennt.

Der Punkt, an dem die Karte hakt

Die Diskussion endet ohne Einigung darüber, was genau ein „akzeptabler Bundesstaat" bedeutet. Goa ist eine Enklave, keine Region. Der Himalaya ist für den Touristen ein Themenpark und für die, die dort leben, ein abgelegener Ort. Und die Gangesebene bleibt mit Abstand die größte Bevölkerungskonzentration des Planeten. Über die Diagnose streitet niemand. Was fehlt, ist ein Rezept.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (36 Antworten).

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