Ihr seid SCHULDIG: Wer trägt die Schuld an sexueller Gewalt in Spanien?

Kann ein Internetforum für eine Vergewaltigung verantwortlich sein? Die Debatte über Schuld, Einwanderung und Hassrede nach dem Fall Noelia in Spanien.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Schuldig wofür? Die endlose Debatte darüber, wer Gewalt gegen Frauen verursacht

Wenn eine Vergewaltigung die Öffentlichkeit erschüttert, ist der erste Reflex, nach Verantwortlichen zu suchen. Doch die Schuldskette führt nicht immer zu den Tätern: Manchmal zeigt sie auf diejenigen, die aus der Distanz Hassreden befeuern. Oder auf diejenigen, die von den Institutionen aus unkontrollierte Einwanderung zulassen. Oder auf diejenigen, die vor Gericht Strafen verhängen, die nicht abschrecken. Jede gewaltsame Krise zeichnet eine Karte gegenseitiger Anschuldigungen. Und auf dieser Karte ist ein wirtschaftliches Diskussionsforum für manche zum Epizentrum des Bösen geworden.

Die direkte Anschuldigung: der digitale frauenfeindliche Diskurs

Eine Strömung der Meinung vertritt die Auffassung, dass die Verantwortung nicht nur bei den unmittelbaren Tätern liegt, sondern beim Nährboden, den die systematische Kritik am Feminismus und die Verhöhnung alles Weiblichen bilden. Es werden Räume angeprangert, in denen sich Sens als politische Analyse verkleidet und in denen die Generation Z mit Verachtung behandelt wird. Die Schlussfolgerung ist eindeutig: Dieser "schuldige" Diskurs legitimiert Gewalt. In einem konkreten Fall wurde ein Forum direkt beschuldigt, an einer von "weißen" Spaniern begangenen Vergewaltigung mitschuldig zu sein, mit dem Argument, dass jahrelanger Hass auf Frauen ihr Opfer gefunden habe.

Die Erwiderung: Einwanderung, unbegleitete Minderjährige und milde Strafen

Gegen diese Anschuldigung erhebt sich eine Strömung, die die Richtung der Schuld umkehrt. Es werden Zahlen genannt: In den Jugendzentren, in denen die Taten geschahen (der Fall Noelia), liegt der Anteil ethnischer Spanier bei nicht mehr als 1-2%. Die Täter, so die Behauptung, waren überwiegend unbegleitete ausländische Minderjährige. Die Schuld liege also nicht in der Kritik am Feminismus, sondern in der Migrationspolitik und in einem Justizsystem, das die Opfer nicht schützt. Andere zeigen direkt auf die politische Linke und werfen ihr vor, unkontrollierte Einwanderung zugelassen und sich geweigert zu haben, die Strafen zu verschärfen, und sich damit die Hände mit dem Blut der Opfer zu besudeln.

Das Hintergrundrauschen: seitliche Anschuldigungen und Herabwürdigungen

Die Diskussion verfällt rasch in Beleidigungen und gegenseitige Anschuldigungen. Irrelevante Portale werden erwähnt, Teilnehmer werden auf die Ignorierliste gesetzt, und sogar eine Verschwörungstheorie über einen möglichen Organhandel mit dem Opfer im Krankenhaus taucht auf – ohne jeden Beweis. Der Ton steigt an Dezibel, doch klar ist: Die Debatte über sens Gewalt steckt weiter im Kulturkampf fest.



Zwischen beiden Polen verschwindet das Opfer aus der Debatte. Noelia, die junge vergewaltigte Frau, wird zum instrumentalisierten Symbol, das gegensätzliche Erzählungen belegen soll. Die Frage, die in der Luft bleibt, ist, ob die öffentliche Diskussion über sens Gewalt dem Kulturkampf entkommen und sich auf die echten Opfer konzentrieren kann.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).

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