Täglicher Rosenkranz um 22 Uhr und das Evangelien-Bankett

Das Evangelium von Matthäus 22 eröffnet den Sonntag mit dem Festmahl des Königs und der Absage der Gäste, während der Aufruf zum Rosenkranz um 22 Uhr weitere Anliegen sammelt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Täglicher Rosenkranz um 22 Uhr und das Evangelien-Bankett
Der Rosenkranz um 22 Uhr und das Bankett, das niemand wollte

Das Evangelium dieses Sonntags spricht nicht von Belohnungen, sondern von einer Absage. Ein König feiert die Hochzeit seines Sohnes, schickt Diener, um die Geladenen zu benachrichtigen, und diese kommen nicht: Einer geht zu seinen Feldern, einer zu seinen Geschäften, und die anderen misshandeln und töten die Boten. Das Gleichnis von Matthäus 22,1-14 endet mit einem Satz, der bei jeder Messe wiederholt wird und weiterhin unbequem bleibt: «Viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt». Die Liturgie von heute, mit Jesaja 25 und Psalm 22 —«ich werde wohnen im Haus des Herrn für immer»—, wird ergänzt durch einen Aufruf, der in bestimmten Kreisen längst Routine ist: der Heilige Rosenkranz um 22 Uhr, mit Liste der Anliegen und Versprechen, die Marienerscheinungen zugeschrieben werden.

Was das Evangelium an diesem Sonntag sagt

Die erste Lesung, Jesaja 25,6-10a, kündigt ein Festmahl mit fetten Speisen und gereiften Weinen für alle Völker an und verspricht, dass Gott «den Tod für immer verschlingen wird» und die Tränen von allen Gesichtern abwischen wird. Psalm 22 antwortet mit dem Bild des Hirten, der einen Tisch «vor meinen Feinden» bereitet und das Haupt mit Öl salbt. Die zweite Lesung, Philipper 4,12-14 und 19-20, fügt das wenig heldenhafte Detail hinzu: Paulus sagt, er wisse in Armut und in Fülle zu leben, und dass «ich vermag alles in dem, der mich stärkt».

Das Evangelium von Matthäus 22,1-14 ist das, das den Schlag versetzt. Der König schickt Diener, dann mehr Diener, und die Antwort ist Gleichgültigkeit oder Gewalt. Als sich der Saal mit «Schlechten und Guten» füllt, bemerkt der König einen Gast ohne Festkleidung, fragt, wie er hereingekommen ist, und befiehlt bei seinem Schweigen, ihm Füße und Hände zu binden und ihn hinauszujagen. Die Lesung lässt das Bankett offen und die Tür zugleich geschlossen.

Die Rosenkranzversprechen, die jeden Tag wiederholt werden

Neben dem Evangelium kursiert die Liste der Versprechen, die Marienerscheinungen zugeschrieben werden: Schutz, besondere Gnaden, Tugend und gute Werke im Überfluss, Befreiung aus dem Fegefeuer für die, die es andächtig beten, und Beistand in den Nöten derer, die es verbreiten. Es wird auch behauptet, dass die Seele, die sich durch den Rosenkranz der Jungfrau anvertraut, nicht zugrunde geht und dass wer es im Glauben betet, «das Licht Gottes und die Fülle seiner Gnade» in der Stunde des Todes finden wird.

Der Text fügt hinzu, dass fromme Kinder einen hohen Grad an Herrlichkeit verdienen und dass wer sich beim Beten der Jungfrau anvertraut, den ganzen himmlischen Hof als Fürsprecher haben wird. Das sind Glaubensversprechen, keine überprüfbaren Fakten, und so werden sie auch dargeboten: als Teil der frommen Tradition, nicht als messbare Ergebnisse.

Wie man den Rosenkranz betet und warum um 22 Uhr

Der Aufruf umfasst auch die Methode: die Geheimnisse des Tages, die Litaneien —«sie sind nicht verpflichtend, aber sie gefallen unserer Himmelsmutter»—, das Salve Regina und ein gesungenes Ave Maria. Die Dauer ist auf 25 bis 30 gestoppte Minuten festgelegt. Die Liste der Anliegen ist lang: Wiedergutmachung für die Beleidigungen gegen Gott, gegen das Heiligste Herz Jesu und gegen das Unbefleckte Herz Mariens; für die Priester und ihre Familien; für Papst Franziskus und Papst Leo; für den Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Ende; für Kinder, Jugendliche und Familien; und für den Schutz des Kreuzes im Valle de los Caídos und aller Wegkreuze.

Um 15 Uhr kommt die Krone der Göttlichen Barmherzigkeit hinzu, «die Stunde der Barmherzigkeit und die Stunde, in der Jesus sein Leben für uns gab». Den Tag vervollständigen die Fünf Minuten des Heiligen Geistes, die heute Augustinus zitieren: «Komm, süßer Tröster der Verlassenen, Zuflucht in Gefahren und Beschützer in der Not».



Der liturgische Kalender gibt den Takt vor, die Volksfrömmigkeit übernimmt die Logistik. Bleibt die Frage, die das Gleichnis offenlässt: Wenn sich der Saal mit Schlechten und Guten füllt, wer entscheidet dann, wer das Festkleid trägt?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (16 Antworten).

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