Iglesias in Kuba: AKM-Gewehr für US-Invasion

Pablo Iglesias fordert die USA aus Kuba heraus und bietet sein Gewehr an. Sein symbolischer Akt steht im Widerspruch zu seiner Biografie.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Iglesias in Kuba: AKM-Gewehr für US-Invasion
Iglesias bietet sein Kalaschnikow-Gewehr an – und macht sich lächerlich

Pablo Iglesias hat seine vorletzte Grabenstellung gefunden: ein Sturmgewehr und eine Insel ohne Strom. Der ehemalige Vizepräsident der spanischen Regierung, heute zwar nicht mehr in der ersten Reihe, aber nie ganz aus dem Fokus verschwunden, hat von Kuba aus die USA herausgefordert. Er bot sich selbst und seine Waffe zur Verteidigung des Regimes an: „Wenn sie einmarschieren, gebt mir mein AKM“. Der Satz, der den epischen Tonfall Silvio Rodríguez’ nachahmt, erreichte in den ersten Stunden 39.000 Aufrufe und 1.300 Reaktionen.

Das Problem ist, dass die revolutionäre Ästhetik mit der Biografie kollidiert. Wer einst Vizepräsident war, lebt in einer Villa in Galapagar mit steuerfinanziertem Personenschutz, schreibt seine Proklamationen auf einem Smartphone einer Marke, die an der Wall Street notiert ist, und erklärte sich in Spanien zum Kriegsdienstverweigerer. Dieser Kontrast blieb nicht unbemerkt.

Das AKM, das nie feuern wird

Die Kalaschnikow ist eher ein symbolisches Objekt als eine echte Waffe. Das AKM, die modernisierte Version des sowjetischen AK-47, ist ein 3,47 Kilogramm schweres Sturmgewehr im Kaliber 7,62 mm, das zum bekanntesten Icon der Guerillakriege des 20. Jahrhunderts wurde. Es in einer Rede anzubieten kostet nichts. Es tatsächlich einzusetzen, schon.

Die häufigste Antwort in der Debatte bezieht sich auf die Physik, nicht auf die Ideologie. Ein Körper ohne militärisches Training, der zum ersten Mal ein Sturmgewehr hält, hält den Rückstoß keine zwei Minuten aus. Die Schulter renkt sich aus, die Waffe verklemmt sich, und der Schütze braucht am Ende einen medizinischen Transportflug. Der Witz kursiert in verschiedenen Varianten: Der erste Schuss schickt ihn zurück nach Madrid.

Manche gehen noch weiter und erinnern daran, dass die Munition des spanischen CETME-Sturmgewehrs nicht für ein AKM passt. Dieses technische Detail entlarvt die Inszenierung. Das Gewehr, das Iglesias fordert, ist nicht das in Spanien hergestellte Modell, und die kubanische Armee verteilt keine Waffen an ideologische Touristen.

Die unendliche Medienpräsenz

Der zweite Schwerpunkt der Debatte ist die seit Jahren wiederkehrende Frage: Warum bekommt ein Politiker, der kein relevantes institutionelles Amt mehr innehat, weiterhin Platz in den Medien? Die verbreitetste Antwort lautet, dass seine Funktion nicht das Regieren, sondern das Kanalisieren ist. Ein Teil der Analyse vertritt die Ansicht, dass seine Karriere auf der Indignados-Bewegung aufbaute, die in eine parteipolitische Struktur mit hoher Medienpräsenz umgewandelt wurde, bis sie zu einem institutionellen Akteur wurde. Nach dieser Lesart führte dies dazu, dass eine unzufriedene Linke dorthin gelenkt wurde, wo es den Strippenziehern passte.

Andere sehen es einfacher: Er ist eine Figur, die Traffic generiert. Jeder Auftritt löst Tausende von Reaktionen aus, und das ist in der Aufmerksamkeitsökonomie bares Geld wert. Die Villa in Galapagar, der Schutz, die Reisen – alles wird mit derselben Währung bezahlt wie die Empörung, die er auslöst.

Kuba, Stromausfälle und Doppelstandards

Die dritte Front ist die Bühne. Kuba leidet seit Monaten unter langen Stromausfällen und einer Energiekrise, die die Straßen geleert hat. Sich anzubieten, die Insel von einem Fünf-Sterne-Hotel aus zu verteidigen – wie einige Antworten ironisieren –, ist eine bequeme Art, Revolution zu machen. Die Frage, die über der Debatte schwebt, lautet: Warum reist derjenige, der sich anbietet, in Havanna eine Waffe zu tragen, nicht mit demselben Gewehr nach New York, um seine Verbündeten zu verteidigen? Für die meisten ist die Antwort klar: Das ist nicht nötig. Die Geste richtet sich an das heimische Publikum, nicht an das Schlachtfeld.

Der Doppelstandard erstreckt sich auch auf die Innenpolitik. In Spanien wuchs Iglesias’ Generation im Widerstand gegen die Wehrpflicht auf. Nun reklamiert dieselbe Gruppe das Gewehr für die Kubaner. Der Widerspruch ist neu, aber immer schwieriger mit Rhetorik zu übertünchen.

Che Guevara, Soros und das Crowdfunding, das nie kommt

Der Vergleich mit Che Guevara ist unvermeidlich und laut mehreren Antworten fehlgeleitet. Che war ein Revolutionär, der die Waffe benutzte, die er predigte. Iglesias ist ein Kommentator, der die Waffe predigt, die er nie benutzen wird. Das Che-T-Shirt ist übrigens zur Uniform einer Gruppe geworden, die, wie argumentiert wird, nicht weiß, was Guevara selbst über sie dachte.

Die Erwähnung von Soros taucht als Erklärung für die angebliche Finanzspritze auf, die diese „Fauna“ in den Medien hält. Es gibt keinen Beweis dafür im Material, aber der Verdacht kursiert. Was sich überprüfen lässt, ist, dass die Figur weiterhin Inhalte produziert und jeder Auftritt in Reaktionen, Aufrufen und wahrscheinlich zukünftigem Crowdfunding mündet.

Wie lange dauert es, bis die nächste epische Geste folgt?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (173 Antworten).

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