Ibiza füllt sich mit Baracken, während die Wochenmiete auf 3.000 € steigt
Eine Dreizimmerwohnung, sechs Bewohner und bis zu 3.000 Euro pro Woche. Das ist das Niveau, gegen das es antritt, wer nach Ibiza kommt, um dort saisonal zu arbeiten. Und genau dieser Kontrast hat den Fokus der lokalen Presse auf die Insel gelenkt: Dasselbe Reiseziel, das Touristen empfängt, beherbergt einen Großteil seiner Arbeitskräfte in menschenunwürdigen Unterkünften. Für jene, die ganzjährig dort leben, ist dies keine Überraschung. Sie warnen seit Langem. Die Schlagzeile ist neu; das Phänomen nicht.
Die sanitären Missstände, die Ibiza nicht mehr verbergen kann
Die Insel leidet nicht nur unter hohen Preisen. Berichten aus der Praxis zufolge hat die Überbevölkerung die Abwassersysteme überlastet, sodass – so heißt es – die Gemeinde selbst übel riecht. Dies ist das physische Symptom eines Ortes, der mehr Menschen aufgenommen hat, als seine Infrastruktur verkraftet. Der Wohnungsmarkt ist nur die Spitze des Eisbergs. Darunter liegen Kanalisation, Wasserversorgung und Gesundheitspersonal, die nicht ausreichen.
Wer als Kellner oder in der Saison arbeitet, verdient – so wird angenommen – proportional zu Preisen, die die des spanischen Festlandes um das Zehnfache übertreffen. Das Problem ist die Unterkunft: Manche Unternehmen suchen diese im Auftrag ihrer Mitarbeiter, was gleichzeitig Segen und Falle ist. Die Dreizimmerwohnung endet mit sechs Mietern. Die Rechnung geht nirgends auf, und bezahlt wird sie von denen mit dem geringsten Spielraum.
Dubai zeigt seit drei Jahrzehnten dasselbe Bild
Der Vergleich taucht immer wieder auf. Einige behaupten, das Emirat folge seit drei Jahrzehnten demselben Modell, ohne irgendetwas gelöst zu haben: Die Arbeiter, die seine Wolkenkratzer errichten, leben weiterhin zusammengepfercht, ohne dass jemand ihnen würdige Wohnungen gebaut hätte. Daraus ergibt sich eine unbequeme These: Langfristig verteilt intensiver Tourismus keinen Wohlstand, sondern konzentriert ihn. Die Gegenreaktion folgt sofort. Dieses „langfristig“ ist hier seit Jahrzehnten Realität, und das Ergebnis ist sichtbar.
Warum wird nicht mehr Wohnraum geschaffen?
Hier kreuzen sich zwei Erzählungen, die selten vollständig gehört werden. Eine weist auf den Markt hin: Da Bauland durch die Verwaltung begrenzt ist und ein hohes juristisches Risiko besteht, übernimmt kein Unternehmen den Bau zu wettbewerbsfähigen Preisen, und Eigentümer bevorzugen die touristische Vermietung, die deutlich rentabler ist. Die andere weist auf den Staat hin: Eine echte öffentliche Politik hätte Millionen Einheiten außerhalb des Marktes geschaffen, zur Miete oder zum Verkauf, um die Preisspirale zu brechen. In dieser Debatte kursieren Zahlen, die das Ausmaß des Problems verdeutlichen: von den sieben Millionen geforderten Wohnungen außerhalb des Marktes bis hin zu Hinweisen auf eingefrorene Mieten und vier Millionen Einheiten über vierzehn Jahre hinweg.
Manche erinnern daran, dass früher Wohnungen an Arbeitsplätze gebunden waren. Häuser für Lehrer, Kasernen mit Wohnungen für Wächter und Soldaten, Blocks für Angestellte großer Fabriken. Fast alle landeten schließlich in privater Hand. Der wiederkehrende Vorschlag lautet, Unterkünfte für Saisonarbeiter zu bauen, die im Sommer genutzt und im Winter anderen Zielgruppen zur Verfügung gestellt werden.
Madrid, Málaga und Barcelona gehen denselben Weg
Ibiza wäre das Labor für das, was sich ausbreitet. Málaga, Madrid, Barcelona und die Levante-Küste zeigen dieselbe Spannung: verteuerte Innenstädte, verdrängte Arbeitnehmer an die Peripherie und Hauptstädte, die beginnen, sich wie Megalopolen zu verhalten, in denen erschwinglicher Wohnraum nur entsteht, wenn viel sozialer Wohnungsbau zu angemessenen Preisen den freien Markt nach unten zieht.
Ohne Kardiologen, ohne Pflegekräfte, ohne Lehrer
Hier wird das Problem konkret. Nach verbreiteten Warnungen steht die Insel kurz davor, Kardiologen, Onkologen, Pflegekräfte, Fahrschullehrer und Polizisten zu verlieren. Niemand will sich dort niederlassen, wo die Miete das Gehalt auffrisst. Unternehmen tun sich schwer, Personal zu finden, und manche Betriebe stehen vor der Schließung. Der Tourismus füllt die Terrassen, während die öffentlichen Dienste Personal verlieren.
Qualitätstourismus oder verarmender Tourismus?
Das lange Gedächtnis erinnert daran, dass der Tourismus einst als diplomatisches Hebelwerkzeug genutzt wurde, um das Regime nach außen zu öffnen, und dass dieses Modell von Terrassen, Tapas und Bier damals nicht existierte. Die nun geforderte Strategie sieht anders aus: große Events, Tourismus mit hoher Kaufkraft und die Abkehr vom Saufkreuzfahrt- und Backpacker-Tourismus. Demgegenüber stehen jene, die entgegnen, dass die Insel nicht durch den Touristen bereichert wird, sondern durch den Rentier: den Eigentümer, den Fonds und die Saisonvermietung.
Und mittendrin liegt die Migrationsdebatte. Ein Teil fordert die Einschränkung der Einreise ausländischer Arbeitskräfte; ein anderer erinnert daran, dass ohne sie die härtesten Stellen nicht besetzt werden könnten. Die Diskussion erhitzt sich und beginnt jeden Sommer von Neuem.
Das Modell wird sich nicht von selbst regulieren, und jene, die davon profitieren, haben keine Eile. Wenn Ibiza die Warnung ist, wie lange dauert es noch, bis der Rest der Küste ihm ähnelt?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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