530 Milliarden Euro Steuereinnahmen, aber der wenigste öffentliche Wohnungsbau in der EU

Spanien nimmt über 500.000 Millionen Euro an Steuern ein, doch nur 2 % des Wohnungsbestands sind öffentliche Wohnungen, in den Niederlanden sind es 30 %. Das Geld fehlt nicht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

530 Milliarden Euro Steuereinnahmen, aber der wenigste öffentliche Wohnungsbau in der EU
Von jedem 100 Euro, die der Staat einnimmt, sind 80 bereits verplant

Spanien nimmt jährlich mehr als 500.000 Millionen Euro an Steuern ein und ist dennoch das Land der Europäischen Union mit dem wenigsten öffentlichen Wohnungsbau. Der geschützte Wohnungsbestand bewegt sich zwischen 1,5 % und 2,5 % des Gesamtbestands. In den Niederlanden liegt er bei rund 30 %, in Österreich bei 20 %, und Dänemark spielt in derselben Liga. Es fehlt nicht an Geld, sondern an Spielraum. Die Paradoxie besteht nicht darin, dass der Staat kein Geld hat, sondern darin, dass fast alles, was hereinkommt, bereits vergeben ist, bevor überhaupt jemand den Mund aufmacht.

Die Verteilung des eingenommenen Geldes

Die Aufteilung ist grob gemalt, aber die Richtung stimmt. Rund 200.000 Millionen fließen in die Beitragsrenten. Der Personalkostenposten – Staat, Regionen, Gemeinden und öffentliche Unternehmen, Königshaus eingeschlossen – verschlingt deutlich mehr als 100.000 Millionen. Auf die Schulden entfallen etwa 50.000. Und die verbleibenden 150.000 tragen das Gesundheitssystem, die Bildung, die Pflege und den Rest des Sozialstaats. Anders gesagt: Von jedem 100 Euro, die hereinkommen, sind rund 80 verplant, bevor jemand auch nur einen einzigen Posten diskutiert. Das kürzt man nicht an einem Freitagnachmittag.

Fünfzehn Jahre ohne Neubau von öffentlichen Mietwohnungen

2012 wurde der staatliche Plan für sozialen Wohnungsbau (Plan Estatal de VPO) abgebaut: Die Zuständigkeit wurde auf die Regionen abgewälzt und das Reservoir an öffentlichem Bauland sich selbst überlassen. Fünfzehn Jahre später ist das Ergebnis sichtbar. Das Modell, das in halb Europa funktioniert – Wien etwa, mit öffentlichen Mieten von 400 Euro, die nie auf den Markt kommen und nicht verkauft werden dürfen –, wurde hier verworfen. Manche behaupten, Bauen bringe nichts, weil die geförderten Wohnungen am Ende ihre Förderung verlören und ein Jahrzehnt später zum Doppelten verkauft würden. Das Argument trägt nur, wenn man akzeptiert, dass das Problem im Design liegt, nicht in der Idee.

Ein Markt, der sich nicht wie ein Markt verhält

Der Kauf und Verkauf von Wohnungen ist zur Randerscheinung geworden: Wer eine Wohnung hat, gibt sie nur noch her, um sie in touristische oder befristete Vermietung zu stecken. Der neue Baubestand wird von Fonds und institutionellen Investoren aufgesaugt, bevor ihn Privatleute überhaupt bemerken. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung um netto mehr als 600.000 Menschen pro Jahr, vor allem konzentriert in Madrid, Barcelona, Valencia, Málaga und auf den Balearen. Dort kreuzen sich zwei Lesarten: Die eine richtet den Blick auf die Nachfrage; die andere erinnert daran, dass bei eingefrorenem öffentlichem Angebot jeder demografische Schub sich unmittelbar im Preis niederschlägt. Beides kann gleichzeitig stimmen. Derweil ist das WG-Wohnen für 400 oder 500 Euro in den Hauptstädten längst normalisiert, und Gehälter von 1.200 oder 1.300 Euro reichen weder für den Auszug noch für eine Hypothek.

Vor diesem Hintergrund lautet die Frage nicht mehr, ob es Geld gibt. Sondern was passieren müsste, damit jemand auch nur eine einzige Figur auf dem Spielfeld bewegt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).

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