IBEX im September 2012: Rally bis auf 8.160 Punkte

Der IBEX stieg im September 2012 von 7.400-7.600 auf 8.160 Punkte, während ein Nutzer einen 40%-Rückgang im Tourismusbudget und 2 Billionen USD Fed-Schulden thematisierte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

IBEX im September 2012: Rally bis auf 8.160 Punkte
Der IBEX erreicht im September 2012 die Marke von 8.160 Punkten – und die halbe Börse glaubt es nicht

Wie kommt man vom Gerede über einen IBEX bei 6.000 Punkten mit einem Ziel von 4.000 dazu, ihn im September 2012 bei 8.160 zu sehen? Durch ein Rally, das fast alle auf dem falschen Fuß erwischte. In den Beiträgen des Threads wird die spanische Börse zunächst zwischen 7.400 und 7.600 Punkten verortet, markiert dann Höchststände über 8.100, bevor sie einen Teil der Gewinne wieder abgibt und bei 7.700 landet, so ein Nutzer. Ein Teilnehmer bezifferte eine Kürzung des Tourismusbudgets um 40% zwischen 2012 und 2013, ein anderer verlinkte eine Schlagzeile über 2 Billionen US-Dollar an Schulden der Federal Reserve. Auch der Markt traute dem Braten nicht.

Was geschah beim IBEX im September 2012?

Der Thread berichtet, dass die Ratingagentur S&P Katalonien auf Junk-Bonität herabgestuft hatte und weitere Herabstufungen drohte. In jenen Tagen tauchte in den geteilten Links das Anleihekaufprogramm der EZB auf, und einige Forumsteilnehmer feierten dies als Rettungsaktion. Janus hob hervor, dass Silber durchstartete und damit verbundene Werte (Coeur d'Alene, Silver Wheaton) sowie Biotech-Aktien und US-Banken stark zulegten.

In Spanien übersetzte sich diese Bewegung laut FranR in einen sehr konkreten technischen Ausbruch. Ein kurzfristiges Niveau bei 7.574 aktivierte den Trendwechsel nach oben mit einem erklärten Ziel über 8.100. Der Hauptkanal lag bei 7.552-7.441. Darunter deutete das zweite Level des Fahrplans auf 6.740-6.600 hin. Niemand rechnete damals vernünftigerweise damit, so hoch zu kommen. Man kam dort an.

Vom Enthusiasmus bei 7.778 zum Niveau von 8.160

Die erste Stunde der entscheidenden Sitzung markierte laut FranR das obere Kanalniveau bei 7.551 und 7.574 bei hohem Volumen. Danach folgte eine Eröffnung, die das Ausbruchsniveau hielt, das nächste Treppenstufe mit Volumen setzte und so schlagartig um 200 Punkte ansprang. Die 77xx wurden gut getestet. Dann erschien ein Volumenspitze bei 7.778, was auf einen baldigen Besuch hindeutete, und kurz darauf die runde Zahl: 8.160.

Manche feierten dies mit realen Gehältern. Ein Teilnehmer berichtete von Long-Positionen in zehn IBEX-Indizes eröffnet bei 7.555, sieben im DAX bei 7.052 und vier im italienischen Index bei 15.275, alle mit Trailing Stop und alle im Gewinn: +4.100 Euro an einem einzigen Tag. Ein anderer Nutzer behauptete, dass die 8.100 als Zwischenstation erreicht wurden, bevor das Terrain bis auf 7.700 zurückgegeben wurde.

Laut einem Teilnehmer lag das Ziel zwischen 8.200 und 8.600. „Ab diesen Werten ist die Börse nur etwas für Mutige“, urteilte er. Die Korrektur würde kommen, so derselbe Beitrag, und es fehlte nur noch zu wissen wann und wie stark: Es hing von der Rettung, der Nicht-Rettung, den Zeitplänen, dem Dow und tausend anderen Geschichten ab.

Die Falle des gescheiterten Trendwechsels

Hier liegt der Kern der Sache. Laut einer Analyse im Thread gilt: Wenn eine perfekt platzierte und ausgebildete Umkehrfigur nach Aktivierung scheitert, setzt sich der vorherige Trend normalerweise fort. Dies ist eine Markt-Falle, die das Sentiment der Anleger verändert; trotz des Scheiterns suchen sie weiterhin die Möglichkeit, die die Figur bot, und geben dem Preis Flügel in die entgegengesetzte Richtung. Die 8.000 Punkte wogen schwer: Dort war vor dem Absturz auf 6.000 viel Papier gehandelt worden.

Diese Diagnose wiederholte sich in mehreren langen, bedachten Beiträgen. Bei 6.000 sprach man von 4.000 und alles schien düster. Jetzt, bei Höchstpreisen, entspannte sich die Risikoprämie, die Stimmungsumfrage erreichte ihr Maximum und die Medien erzählten jedes Mal, wenn Brüssel Druck machte, von einem Schreckensszenario. Das Muster wiederholte sich auch bei Einzelwerten: Arcelor stieg um 5%, blieb aber innerhalb seiner bärischen Struktur; der klare Widerstand lag bei 2,04, nachdem man mit 1,95 geflirtet hatte.

Verbotene Leerverkäufe, inverse ETFs und Broker, die mehr Papiere machen als der Papst

Mit der Aufsicht im Blick wurde die Short-Strategie kompliziert. Ein Teilnehmer erklärte, er habe einen inversen ETF für 50 Euro gekauft und sei auf die Antwort eines anderen gestoßen: In einen inversen ETF einzusteigen bedeutet technisch gesehen Long zu gehen; der ETF geht short, nicht der Investor. Diese Zweifel waren nicht unbegründet. Laut einem anderen Nutzer erhielt jemand, der seinen Broker fragte, schriftlich die Auskunft, dass Fonds oder ETFs, die die inverse Rendite eines von dem Verbot betroffenen Indexes abbilden, ebenfalls unter das Verbot fallen und keine Short-Positionen eröffnen oder erhöhen dürfen. Eine andere Institution antwortete genau das Gegenteil: Was der ETF intern tut, ist egal, Sie gehen Long.

Im Thread wurde auch ein sehr unterschiedliches Provisionsökosystem je nach Institut diskutiert: hohe Gebühren bei einer Bank, etwas niedrigere bei einer anderen und die günstigsten bei einer dritten für kleinere Transaktionen. Alles während eine Rundschreiben der CNMV (spanische Börsenaufsicht), aus dem Gedächtnis zitiert, Raum für Interpretationen ließ. Wenn der Aufseher mit dem Fuß schreibt, fungieren die Broker als Notare.

El Popular und das Fass der Kapitalerhöhungen

In den letzten Beiträgen tauchte eine Warnung auf: Außerordentliche Hauptversammlung der Banco Popular zur Prüfung einer Kapitalerhöhung. Janus argumentierte, dass wenn nur eine einzige Bank, die Oliver Wyman nicht als kapitalbedürftig eingestuft hatte, sich zur Erhöhung entschloss, ein riesiges Fass aufgemacht werde. Die Logik seines Beitrags: Institute ohne Pflicht zur Stärkung würden gegenüber denen, die erhöhten, benachteiligt sein, da letztere Ressourcen hätten, wenn das ungünstige Szenario einträte. Er nannte Bankinter als Beispiel.

Die, die kurz vorher verkauften, und die, die zuschauten

Nicht jeder gewann. Ein oft wiederholter Fall im Material: Jahre lang Positionen halten, verkaufen und genau dann steigt der Kurs. Ein anderes Profil beklagte, den Einstieg bei Mapfre bei 1,5 Euro klar gesehen, aber nicht gewagt zu haben. Und ein Dritter warnte, dass ein IBEX bei 8.100 bedeute, dass kaum noch Chancen blieben: Je höher die Unternehmen stehen, desto größer das implizite Risiko. Ein Nutzer fasste zusammen: Alle profitierten vom Anstieg, aber die Grundstimmung bleibe, dass dies nur eine Anpassung innerhalb eines größeren Abwärtstrends sei. „Nächstes Jahr fallen alle, es wird furchtbar“, fügte er hinzu.

Kürzungen, Budgets und das „Wir sind besser dran als letztes Jahr“

Makroökonomisch tat das Kleingedruckte weh. Ein Nutzer bezifferte den Rückgang des Tourismusbudgets zwischen 2012 und 2013 auf 40%. Im Thread wurde angemerkt, dass die Pressekonferenz der Regierung bis zum Überdruss wiederholte, dass mit diesen Maßnahmen die Empfehlungen vollständig erfüllt würden. Rajoy ließ einen Satz los: „Ich glaube, wir sind besser dran als letztes Jahr“, der mit mehr Sarkasmus als Überzeugung kommentiert wurde. Und auf der Straße beschrieb ein Teilnehmer eine Demonstration in Granada gegen die Kürzungen mit maximal zweihundert Personen und Parolen, die sich an Emilio Botín richteten und als unpassend empfunden wurden.



Die bleibende Frage ist die alte: Wenn der IBEX stieg, die Rettung unwahrscheinlicher wurde, das Budget gekürzt wurde und der Tourismus 40% seines Budgets verlor, wer hatte recht, der Markt oder die Volkswirtschaftsrechnung des Landes? Heute, beim Stand von 8.160, lautet die Antwort: Der Markt kassierte zuerst. Die Rechnung würde sich später zeigen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (3900 Antworten).

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