IBEX 35 im November 2011: Von 8.049 Punkten Richtung 7.850

Der IBEX 35 schloss bei 8.049,80 Punkten (-3,13%) nach den Wahlen vom 20. November. Santander fiel auf 5,90, die EZB kaufte italienische Anleihen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

IBEX 35 im November 2011: Von 8.049 Punkten Richtung 7.850
IBEX 35: Schlusskurs bei 8.049 und das nächste Ziel bei 7.850

Im November 2011 verlor der spanische Aktienindex IBEX 35 massiv an Wert und rutschte unter die Marke von 9.000 Punkten, während halb Europa den Atem anhielt. Die Parlamentswahlen am 20. November hatten Mariano Rajoy zum Sieger gekürt, woraufhin der Markt mit einem Einbruch von -3,13% auf 8.049,80 Punkte reagierte. Bereits am Vortag waren die Futures mit -3% gestartet, während der deutsche DAX um die Marke von 6.000 Punkten kämpfte.

Wer glaubt, es handelte sich nur um einen kurzen Schock, irrt sich. Die Europäische Zentralbank (EZB) kaufte italienische Staatsanleihen mit Laufzeiten von fünf und zehn Jahren, Berlusconi stand kurz vor dem Rücktritt, der S&P 500 testete die Marke von 1.170 Punkten, und eine Legion privater Anleger wettete auf einen länger als erwarteten Abwärtsmarkt. Das gesamte Diskussionsmaterial jener Tage bewegte sich in einer wahrscheinlichen Spanne zwischen 8.200 und 9.800 Punkten, wobei die Zone 7.850-7.860 als nächste Station ins Spiel kam, falls der Schlusskurs keine Erholung zuließ.

Die Schlacht um Santander: Die 6-Euro-Marke hält nicht

Santander war der Wert, der die Panik am besten widerspiegelte. Es gab ein [BKaufpaket bei 6,00 Euro[/B], das in drei Wellen auflöste und den Preis abrupt auf 5,95 fallen ließ. Der Boden des Kanals bei 5,91 hielt nur kurz; beim ersten ernsthaften Gebot wurde er durchbrochen, und der Kurs steuerte auf 5,90 zu. Als jemand mit einem Stop-Loss bei 5,845 einstiegt, stellte sich die Frage, ob dies noch fruchtbar war oder ob die Hunde losgelassen wurden.

Während sich Santander und BBVA fast spiegelbildlich entwickelten – sie sind gleichwertig –, funktionierte die Analyse der Niveaus nicht mehr. Die Marken 8.902-8.852 konnten nicht zurückerobert werden, da zuvor erst wieder 9.002 überwunden werden musste, was mitten im Kontrakt-Krieg wie ein frommer Wunsch klang.

Dividende in Form von Aktien: Regenschirme, Regenmäntel und Null-Werte

Ein häufig diskutiertes Thema war die Aktionärsvergütung. Iberdrola hatte beschlossen, flexible Dividenden auszuschütten, und bei einigen Brokern notierten die neuen Aktien zunächst bei 0,00, während sie zur Börsenhandlung zugelassen wurden, was viele nervös machte. Das Unternehmen plante, im Januar 0,14 Euro zu zahlen, nachdem im Sommer bereits 0,15 Euro ausgeschüttet worden waren, plus als Beigabe ein Regenmantel oder Regenschirm pro Saison – der klassische Trostpreis, so hieß es ironisch in den Foren.

Das Misstrauen gegenüber „Papierdividenden“ war allgegenwärtig: Ich bevorzuge Barausschüttungen statt freigesetzter Aktienscrips. Santander erwirtschaftete seit drei Jahren etwa 8 Milliarden Euro jährlich, zahlte aber keinen einzigen Euro in bar aus. Verteidiger verwiesen darauf, dass Coca-Cola, GE und andere Konzerne in den dreißiger Jahren bereits Scrip-Dividenden nutzten. Für jene, die bei rund 5 Euro blieben, war die Wette, dass der kumulierte Gewinn innerhalb von sechs Jahren die gesamte Marktkapitalisierung decken würde.

Krieg der Kontrakte: Aufträge über 1.250 Lots in der Auktion

Das institutionelle Volumen war eine weitere Front. An einem Tag kreuzte ein Kaufauftrag über 1.250 Kontrakte um 16:40 Uhr, das größte Paket des Tages, während Verkaufsorder von 585 Lots um 9:50 Uhr, zwei Pakete von 569 und 869 Kontrakten vor 13:00 Uhr sowie weitere von 657 und 932 am Nachmittag platziert wurden. Bemerkenswert war weniger die Anzahl als deren Konzentration: In der Verfallwoche sind solche Bewegungen fast Routine.

An anderen Tagen sah das Bild anders aus. Eine Sitzung mit niedrigem Volumen verzeichnete Käufe von 170 und 163 Kontrakten am Morgen, Verkäufe von 156 nach Mittag und diskrete Abschlüsse in der Auktion. Wer den Spuren großer Orders folgte, beschwerte sich über eine Achterbahnfahrt ohne klare Tendenz. Und hier lag das Dilemma: Wenn die Großen bewusst kaufen und der Index dennoch nicht steigt, wird Geduld teuer bezahlt.

Funktioniert technische Analyse oder ist es nur Marktmärchen?

Dazu gab es geteilte Meinungen. Einige behaupteten, Profis nutzen technische Analyse nicht einmal im Traum, sondern höchstens tangential zur Ergänzung anderer Methoden, und jede seriöse Handelsabteilung arbeite weit über den Werkzeugen hinaus, die Privatanleger verwenden. Dagegen sprach das Gegenteilige Argument: Das Frühwarnsystem eines Veteranen detektierte um 10:48 Uhr Schwierigkeiten des Preises beim Fallen und warnte vor einem Sprung von 60 Punkten, der vier Minuten später, um 10:52 Uhr, tatsächlich eintrat.

Dazwischen lag das Misstrauen gegenüber eigenen und fremden Orders. Jemand berichtete, sein Broker habe ihm eine Order mit der Aktivierungsbedingung größer als ein bestimmter Preis verkauft, und er verstehe nicht, wie sich das in das echte Orderbuch übersetze. Die Antwort war knapp: Wenn der [STRIKE]Broker[/STRIKE] Limitorders nicht an den Markt weiterleitet, liegt das Problem bei ihm und ist gravierend.

Die Prophezeiung vom 14. Dezember: 10.700 Punkte

Es gab Raum für Glauben. Eine Vorhersage kursierte mit exaktem Datum: Der Index werde am 14. Dezember 2011 die 10.700 Punkte erreichen. Diese Prognose, bis zur Erschöpfung wiederholt, wurde zeitweise zum Gespött, woraus Forderungen entstanden, neben dem Datum auch die genaue Uhrzeit des Impulses zu nennen. Als der Index bei 8.000 Punkten stand und keine Anzeichen einer Erholung zeigte, schien niemandem eine Wette auf 10.700 Punkte sinnvoll.

Zu dieser Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität kamen die typischen Aberglauben: Dass der S&P 500 mit seinen Kerzenmustern einen starken Abfall ankündige, dass VWAP und TWAP nichts verbergen und jeder sie umkehren kann, dass Indizes rachsüchtige Tiere seien, die nicht ruhen, bis sie ihre Richtung erreicht haben. Jeder Handel hat seine Geschichte, und in diesem Monat passten alle dazu.

Vom Makro-Blick zum Kommissionsdetail

Parallel dazu lief Hintergrundmaterial. Eine der umfassendsten Nachrichten verglich den argentinischen Corralito von 1997-1998 mit der Einführung des Euro: Der Merval fiel von einem Höchststand von 850 auf ein Tief von 360, ein Absturz von 60% mitten in der Rezession, so die verbreitete Erzählung. Die implizite Sarracena: Wiederholte sich das Szenario, könnte der IBEX denselben Weg nehmen. Niemand wagte eine exakte Zahl, aber der Schatten hing über jedem Trade.

Der andere große Kritikpunkt waren die Handelskosten. Eine Gebühr von 5 Euro plus 0,25% pro ausgeführtem Tranche, drei gesplittete Blöcke, die die Kosten multiplizieren, Broker, die Stop-Losses auf internationalen Märkten nicht erlauben, und Plattformen, die jeden Computer belasten. In einem Monat extremer Volatilität wurde jeder Cent zweimal umgedreht.



Mit dem Index unterhalb von 8.100 Punkten und den nächsten Zielen bei 7.850-7.860 war der Konsens fragil. Manche schrieben Road to 7500 ohne zu zögern; andere erinnerten daran, dass das September-Tief noch nicht gebrochen war und es noch Luft für eine technische Erholung gab. Niemand konnte sagen, wo der Fall enden würde. Der Markt hing buchstäblich davon ab, was vier Politiker gerade einfiele.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (4067 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver