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Ian Gibson fordert von Sánchez die Suche nach Lorcas sterblichen Überresten
Ian Gibson bittet Sánchez, die Überreste von Lorca zu suchen. Der Hispanist veröffentlicht sein Tagebuch und öffnet die Debatte über den Verbleib des Dichters, die familiäre Intransparenz und die…
Ian Gibson macht Druck auf Sánchez: Lorcas Leichnam als ungelöste Aufgabe
Mit 87 Jahren und einem neuen Tagebuch im Gepäck hat der Hispanist Ian Gibson erneut das Wort ergriffen. Sein Buch 'No me encontraron' ('Sie haben mich nicht gefunden') schildert jahrzehntelange vergebliche Suche, und in einem Interview mit El País hat er dem spanischen Ministerpräsidenten einen Trumpf vorgespielt: "Eine Regierung, die Franco aus dem Valle de los Caídos geholt hat, würde gut daran tun, weiter nach Lorcas Leichnam zu suchen." Die Forderung hat statt Einigkeit einen Grabenkrieg über den Dichter, sein Andenken und das Geschäft mit seinem Verschwinden neu entfacht.
Das Geheimnis, das sich nie schließt
Seit 1936 ist der genaue Verbleib der Leiche von Federico García Lorca eines der dunklen Kapitel des spanischen Bürgerkriegs. Er wurde in Víznar erschossen, doch keine Ausgrabung hat seine Gebeine gefunden. Die offizielle Version verweist auf ein Massengrab; eine seit Jahren vertretene Theorie besagt jedoch, die Familie habe die Leiche heimlich geborgen und auf Privatgrundstück beigesetzt. Diese Theorie, im Debate immer wieder wiederholt, würde erklären, warum die Nachkommen des Dichters – konservativ gesinnt – nicht kooperieren und Prospektionen nicht genehmigen. "Die Familie weiß, wo er liegt, und sagt es nicht, weil es ihr nützt", behaupten diejenigen, die hinter den ewigen Urheberrechten ein finanzielles Interesse sehen.
Vom Kulturerzähl zum Geschäft mit den Verschwundenen
Lorcas Figur generiert ständige Einnahmen: Verlagsrechte, Tourismus, Subventionen. Gibson hat eine Karriere um seine Person aufgebaut, was ihm Vorwürfe von "Schmarotzertum" und "Parasitentum" eingebracht hat. Der Hispanist selbst gesteht in seinem Tagebuch eine Besessenheit: "Wenn ich ihn nicht heraus hole, verrotte ich innerlich." Doch der wirtschaftliche Hintergrund ist unverkennbar. Eine hypothetische Auffindung der Leiche würde den symbolischen Wert und damit die kommerziellen Erträge steigern. Manche argumentieren, das eigentliche Hindernis sei nicht der Mangel an Mitteln, sondern ein Interessenkonflikt: "Wenn die Überreste auftauchen, verliert die Familie die Kontrolle über die Erzählung", so ihr Einwand.
Politik als Kulisse
Gibsons Forderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Sánchez' Regierung von Justizaffären erschöpft und belastet ist. Die Parallele zur Exhumierung Francos – eine Operation, die Millionen kostete und die Gesellschaft spaltete – liegt nahe. Für die einen wäre die Suche nach Lorca konsequent mit der Politik der demokratischen Erinnerung; für die anderen eine Ablenkungsmanöver. "Das dient dazu, das halbe Land graben zu lassen, während man Begoña vor Gericht stellt", spottet ein Teil der Kommentatoren. Die Polarisierung geht über das Kulturelle hinaus und landet bei der Verwaltung öffentlicher Ausgaben: Wie viel würde eine groß angelegte Suche in Granada kosten, und wer würde sie bezahlen?
Zerbrochener Konsens, offene Wunde
Die Debatte zeigt, dass der Fall Lorca keine Archäologie ist, sondern Politik mit der Schaufel. Während Gibson auf eine Antwort aus dem Moncloa-Palast wartet, schweigt die Familie und die Opposition wettert gegen eine "sektiererische Obsession". Das Einzige, was sicher ist: 90 Jahre später hat niemand einen Sandkorn bewegt, um das Rätsel zu lösen. Vielleicht, so mancher Analyst, wird die Leiche nie auftauchen, weil sie schon immer dort war, wo sie ist: in den Händen derer, die nicht wollen, dass sie gefunden wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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