Hotelpreise steigen um 30%, Sommersaison verzeichnet Rückgang der Buchungen

Hotels erhöhen die Preise um 25-30 %, während die Buchungen um 7 % sinken. Die Branche setzt auf Last-Minute-Gäste für 28 % der Auslastung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Hotelpreise steigen um 30%, Sommersaison verzeichnet Rückgang der Buchungen
Hotels erhöhen die Preise um 30 %, Sommerbuchungen fallen um 7 %

Die spanische Tourismusblase ist nicht geplatzt: Sie entleert sich über den Preis, dem leisesten und schwersten zu akzeptierenden Weg. Die vom Arbeitgeberverband für diese Saison erwartete Prognose zeigt einen Rückgang der Buchungen um 7 %, mit einer durchschnittlichen Auslastung von 80 % im gesamten Sommer ohne Last-Minute-Kunden. Um das Loch zu füllen, eine optimistische Berechnung: Last-Minute-Buchungen könnten bis zu 28 % der endgültigen Auslastung beitragen. Das ist kein Plan. Es ist eine Wette darauf, dass der Tourist sich spät entscheidet.

Der Ausgangspunkt sind mehrere Schlagzeilen aus der Wirtschaftspresse – von ABC bis Cinco Días, über El Periódico de Ibiza oder El Blog Salmón – über schwache Buchungen und steigende Preise. Von da an wird das Gespräch zu einer Abrechnung mit der Tourismuspolitik des letzten Jahrzehnts: Qualitätstourismus, sagen sie mit einem Unterton.

Mehr Auslastung oder mehr Marge: Die Rechnung, die das Geschäft verändert

Die erste Front ist arithmetisch. Wenn ein Hotelier zwischen 25 % und 30 % mehr als im Vorjahr für dasselbe Zimmer verlangt, braucht er weniger Gäste, um denselben Umsatz zu erzielen, was die Logik bricht, dass die volle Belegung das Ziel ist. Die zirkulierende Überlegung ist explizit: Besser 70 % Auslastung bei 200 Euro pro Nacht als 100 % bei 100 Euro, denn auch die variablen Kosten sinken – weniger Zimmer zum Reinigen, weniger Personal, weniger Wasser und Strom. Unter diesem Blickwinkel ist ein Rückgang der Buchungen keine schlechte Nachricht: Es ist eine Margenkorrektur.

Das Problem ist, dass die Erhöhung auf einer bereits angespannten Basis angewendet wurde. Die am häufigsten wiederholte Erzählung spricht nicht von Margen, sondern von Abzocke: Unterkünfte, die für dieselbe Kammer von 900 auf 1.200 Euro pro Woche springen, Hotels in andalusischen Strandstädten, die 300 Euro für die günstigste Nacht verlangen, Cocktails für 7 Euro und das allgemeine Gefühl, dass alles doppelt so teuer ist wie im Vorjahr. Im Geschäftssegment ist der Sprung ebenso abrupt: Reservierungen, die früher bei 70 oder 80 Euro pro Nacht lagen, gehen nun nicht unter 120 Euro, mit Erhöhungen, die nach mehreren Berichten synchronisiert und über Nacht in allen Einrichtungen gleichzeitig erfolgten.

Was passiert mit den Hotelbuchungen diesen Sommer?

Dass die Branche weniger Nächte verkauft, aber teurer. Die Prognose eines Rückgangs von 7 % koexistiert mit lokalen Daten in die Gegenrichtung, was die Idee eines einheitlichen Einbruchs widerlegt. An der Costa Blanca, Valencia und Castellón übertrafen die Buchungen der letzten fünfzehn Juni-Tage die Werte von 2023, mit einer Auslastung nahe 80 %. Auf Fuerteventura startet die Saison mit 86 % Buchungen und Erwartungen, die 90 % zu übertreffen. Und die Mossos d'Esquadra (katalanische Regionalpolizei) mobilisieren 882 Beamte für einen Sommer, den die Polizei selbst als Rekord beschreibt.

Der Widerspruch hat eine unbequeme Erklärung: Das spanische Tourismusgebiet ist kein Markt, es sind mehrere. Ziele mit Direktflügen und Pauschalreisen halten stand; jene, die vom nationalen Besucher und Ferienvermietungen abhängen, bluten aus. In Küstengebieten, wo die Sommerauslastung direkt auf den Websites der Eigentümer ablesbar ist, sagen sie, das Ergebnis sei wirklich traurig. Dem gegenüber stehen Campingplätze derselben Zone, die voll bleiben, mit kleineren Parzellen für mehr Wohnwagen und Preisen über dem Vorjahr.

Der Tourist, der nach Türkei geht

Die zweite Front ist Wettbewerbsdruck. Mit der Lira im freien Fall, ganzjähriger Saison und einer Fluggesellschaft, die Zwischenstopps mit Gutscheinen zur Teildeckung des Hotels bietet, erscheint die Türkei als meistgenanntes alternatives Ziel. Das Argument ist nicht nur der Preis: Es ist die Professionalität. Ein Tourist, der das ganze Jahr im Sektor arbeitet, bildet sich weiter; einer, der nur zwei Monate, manchmal eine Woche bleibt, tut es nicht. Manche behaupten, Spanien habe sich an prekäre Belegschaften und improvisierte Dienstleistungen gewöhnt, und dieses Detail – vom Servieren eines Glases bis zur Rezeptionsbetreuung – wiegt in der finalen Bewertung schwerer als das Budget selbst.

Kroatien taucht ebenfalls als Alternative auf, doch hier bricht der Konsens: Es wird diskutiert, ob es wirklich günstiger ist, und daran erinnert, dass seine Strände kieselig sind. Die sich durchsetzende Schlussfolgerung ist die alte: Es gibt keinen perfekten Ersatz, aber es bedarf immer weniger, damit der Tourist seine Meinung ändert.

Warum feiern manche den Buchungsrückgang?

Weil ein Teil der Diskussion genau dies seit Jahren fordert. Die Überlegung ist, dass es zu viele Sandalen-und-Sandwich-Touristen gibt und zu wenige, die Geld hinterlassen, und dass ein Volumenrückgang, kompensiert durch 30 % mehr Umsatz, eine Verbesserung ist, kein Verlust. Der Überschuss wird auf 20 Millionen Touristen geschätzt, die überflüssig wären gegenüber den fehlenden 200 Milliarden Euro industrieller Wertschöpfung. In diesem Rahmen ist die Besteuerung von Billigflügen und die Verteuerung der Tickets kein Fehler: Es ist das Werkzeug, um ein Modell zu entmutigen, das man verlassen will.

Das Problem dieser These ist, dass die Marge nicht unendlich ist. Wenn der gehende Tourist der Geringverdiener ist und der bleibende der Gutverdiener, geht die Rechnung auf; wenn der gehende jener war, der die mageren Monate füllte, zahlen die Belegschaften die Zeche.

Was kann in den nächsten Monaten passieren

Die Saison wird sich je nach Last-Minute-Buchungen entscheiden, jenen 28 %, die die Branche als Polster erwartet. Wenn sie kommen, bleibt der 7 %-Rückgang ein Schreckgespenst. Wenn nicht, hält der Umsatz dank Preisen, aber die Auslastung zeigt die Fragilität eines Modells, das die jährliche Tarifsteigerung als einzigen Wachstumshebel nutzt. Und mit dem Preis als einzigem Argument braucht der ausländische Wettbewerb nur das Minimum richtig machen, um den Kunden abzuwerben.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (228 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver