HolaLuz gleicht Spaniens regulierten TUR-Tarif aus, überzeugt Bestandskunden nicht

HolaLuz verspricht, den TUR-Tarif zu gleichen und nach Kalendermonaten abzurechnen. Ein Nutzer rechnet vor: Mit 3,3 kW und 3.400 kWh Jahresverbrauch ist das beste Angebot im Vergleichsrechner der CNE…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

HolaLuz gleicht Spaniens regulierten TUR-Tarif aus, überzeugt Bestandskunden nicht
HolaLuz gleicht die TUR aus und überzeugt niemanden, der bereits die TUR zahlt

Ein Stromlieferant, der verspricht, exakt so viel zu berechnen wie der regulierte Tarif, hat ein Problem mit seinem Wertversprechen. Und HolaLuz.com, das Unternehmen, das ein Nutzer ins Spiel brachte in der Hoffnung, es könnte der erste echte Wettbewerbsdurchbruch auf dem spanischen Strommarkt sein, hat das mit einer Ehrlichkeit eingeräumt, die fast schon Mitleid erregt: "wir sind die Ersten, die bedauern, euch keine wettbewerbsfähigeren Preise anbieten zu können." Übersetzt: keine Ersparnis, kein Cent. Dafür Abrechnung nach Kalendermonaten, Kundenservice ohne 902-Sondernummern und das Versprechen, keine Vertragsbindung zu verlangen.

Das Problem: Die Ersparnis ist der einzige Grund, warum jemand Bürokratie auf sich nimmt. Und Bürokratie hat bei Strom den Ruf eines Risikosports.

Was HolaLuz im Vergleich zur TUR bietet

Das Angebot steht auf drei Säulen: Angleichung an die Tarifa de Último Recurso (Spaniens regulierter Tarif für Letztversorgung), Abrechnung nach Kalendermonaten und die Abwicklung des Lieferantenwechsels, ohne dass der Kunde ein einziges Formular ausfüllen muss. Das nennen sie "Schalter aus einer Hand". Das Unternehmen betont, sein Ziel sei es, "die Dinge einfacher zu machen", und dass es weder Wartungsdienste noch Mengenrabatte anbietet, weil es davon ausgeht, dass der Kunde sie nicht braucht.

Das Argument hat seine Logik. Wer es leid ist, eine 902-Nummer anzurufen und an eine weitere 902-Nummer verwiesen zu werden, kann den Wechsel schätzen, selbst wenn der Preis identisch ist. Aber die meisten Verbraucher wechseln nicht aus Bequemlichkeit: Sie wechseln wegen des Geldes. Und hier erscheint das Geld nicht.

Der typische Kunde bewegt sich nicht für zwei Euro im Monat

Nach einer Berechnung, die im Thread kursiert, kostet das günstigste Angebot im Vergleichsrechner der Comisión Nacional de la Energía (spanische Energieaufsichtsbehörde) bei einer Leistung von 3,3 kW und einem Jahresverbrauch von 3.400 kWh in Madrid 730 Euro, das teuerste 832 und die TUR 744. Die Differenz zwischen der besten Alternative und dem regulierten Tarif läge bei 14 Euro pro Jahr. Anderthalb Kaffees im Monat.

Diese lächerliche Differenz erklärt laut einigen Teilnehmern, warum die meisten Stromverträge weiterhin beim ursprünglichen Vertrag verankert sind. Die Schlussfolgerung aus dem Markt selbst: Die Lieferanten wissen, dass der Durchschnittskunde bei einer Ersparnis von 2 % oder 4 % nicht wechselt. Und wenn er nicht wechselt, zahlt jeder bleibende Kunde aus reiner Bequemlichkeit zu viel. Das perfekte Geschäft: kleine Margen pro Kunde, multipliziert mit einer treuen Basis, die nie vergleicht.

Ein Unternehmen, das sagt, es verliere 1 %, und trotzdem überlebt

Das Unternehmen selbst räumte in seinem Blog ein, dass seine industrielle Marge mit der TUR bei -1 % liegt. Das heißt, es würde bei jedem Privatkunden Geld verlieren. Die naheliegende Frage ist, wie lange sich diese Struktur tragen lässt. Die Antwort des Unternehmens: KMU-Kunden können zwischen Festpreisen und am Großmarkt indexierten Preisen wählen, was darauf hindeutet, dass das eigentliche Geschäft in einem anderen Segment liegt.

Manche halten diese Strategie mittelfristig für unhaltbar. Dagegen steht das Argument, das Unternehmen wolle sich positionieren, bevor die Liberalisierung voranschreitet, und sein Wert liege in der Marke und der Kundenbasis, nicht in der unmittelbaren Marge. Es ist eine Wette. Wie jede Wette kann sie aufgehen oder scheitern.

Das Gespenst der Vertragsbindung und das Kleingedruckte

Das Versprechen, keine Vertragsbindung zu verlangen, ist der stärkste Köder. Wer zur Miete wohnt und bei einem Umzug kündigen können will, schätzt das. Aber das Misstrauen ist enorm: Jahrelang haben die großen Lieferanten jährlich verlängerbare Verträge mit Vorfälligkeitsstrafen und Kündigungsfristen unbestimmter Länge untergejubelt. Das Kleingedruckte hat der Konkurrenz mehr geschadet als jede Preiserhöhung.

HolaLuz betont, seine Politik sei es, mindestens die TUR zu gleichen, nach oben wie nach unten. Ein Versprechen, das gut klingt, bis man sich daran erinnert, dass die TUR alle drei Monate per Auktion festgelegt wird, während die Lieferanten Jahrespreise festsetzen. Steigt der Großmarkt, ist die Angleichung an die TUR ein Geschenk. Fällt er, ist sie ein Mahnmal.

Transparenz als einziges Verkaufsargument

Das Auffälligste an dem Fall: Das Unternehmen hat seinen Ruf auf etwas aufgebaut, das kein Preis ist: Transparenz. Seine Website erklärt die Rechnungsstruktur im Detail, die FAQ antworten ohne Umschweife, und die Präsenz in Foren und sozialen Medien ist konstant. Das hat ihm Fürsprecher eingebracht, die selbst nicht wechseln wollen, aber das Unternehmen weiterempfehlen.

Es hat ihm aber auch Kritiker eingebracht. Manche halten die Social-Media-Freundlichkeit und die "mega-coolen" Inhalte für einen billigen Ersatz für echten Kundenservice. Und manche misstrauen direkt: Wenn es nicht unter seinem eigenen Namen im Vergleichsrechner der CNE auftaucht, muss etwas faul sein. Das Unternehmen stellt klar, dass es als Clidom Energy gelistet ist und alle Garantien und Akkreditierungscodes besitzt. Im Vergleichsrechner zu erscheinen ist kein Legalitätszertifikat, aber nicht zu erscheinen weckt Zweifel.

Das eigentliche Problem: Niemand konkurriert über den Preis

Die Schlussfolgerung aus all dem: Der spanische Strommarkt konkurriert nicht über den Preis. Er konkurriert über Marke, Bequemlichkeit und die Fähigkeit, die Luft anzuhalten. Lieferanten, die über den Preis konkurrieren wollen, prallen an einer subventionierten TUR ab, die niemand ohne Verlust unterbieten kann. Und diejenigen, die über andere Dinge konkurrieren, merken, dass der Kunde sich nur bewegt, wenn es im Geldbeutel schmerzt.

Derweil hat der sparende Verbraucher drei Optionen: den Lieferanten wechseln und Centbeträge sparen, bleiben und die Bequemlichkeit bezahlen, oder zu einer ethischen Genossenschaft wechseln und mehr zahlen, um besser zu schlafen. Keine davon ist besonders befriedigend. Wie weit muss der Strompreis steigen, damit der Lieferantenwechsel aufhört, eine Formalität zu sein, und zur Notwendigkeit wird?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (55 Antworten).

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