Hermanos Juan Donuts: Drei für einen Euro und das Etikett, das niemand liest
Drei Donuts für einen Euro. Bei 33 Cent pro Stück hat sich die Marke Hermanos Juan in die Diskussion derer eingeschlichen, die Preise für Industriekonditorei mit derselben Aufmerksamkeit vergleichen wie andere ihre Stromrechnung. Die Frage, die das Thema eröffnet, ist einfach: Sind sie gut oder ein billiger Schwindel? Und die Antwort hängt, wie fast immer bei ultraverarbeiteten Lebensmitteln, davon ab, wen man fragt.
Das Produkt wird im Format von drei Einheiten für einen Euro verkauft, ein Preis, der es unter die meisten bekannten Marken-Donuts stellt. Manche verteidigen es als das Beste seiner Kategorie und weisen darauf hin, dass dasselbe Unternehmen auch die Eigenmarken-Donuts für eine bekannte Supermarktkette herstellt. Andere hingegen tun es mit einem „Gefallen mir gar nicht“ ab und fügen hinzu, dass die Firma im Allgemeinen mittelmäßige Produkte habe.
Was wirklich in den Hermanos Juan Donuts steckt
Das Etikett ist das Schlachtfeld. Ein Verbraucher gesteht, dass er die Packung nahm und sie „als ob sie brennen würde“ fallen ließ, nachdem er die Zutaten gelesen hatte. Ein anderer jedoch verglich die Inhaltsstoffe und kam zu einer weniger dramatischen Schlussfolgerung: Die Zutaten sind „mehr oder weniger dieselben“ wie bei den klassischen Donuts, die ursprünglich von Panrico hergestellt wurden und später zu Bimbo übergingen, oder bei den Supermarkt-Eigenmarken, die laut dieser Version von Dulcesol produziert werden. Dieselben Zusatzstoffe, dieselben Aromen, dieselbe industrielle Textur.
Die aus diesem Vergleich gezogene Schlussfolgerung ist die übliche: Es gibt keine Wunder. Ein Tüten-Donut ist ein Produkt der Industriekonditorei, mit Zucker, raffiniertem Mehl, Fetten und einer Liste von Zusatzstoffen, die man vor dem Kauf prüfen sollte. Der Unterschied zwischen den Marken ist geringer, als der Preis suggeriert. Und der Rat, der sich wiederholt, selbst unter denen, die sie verteidigen, lautet: Nicht übertreiben – sie sind ein Genussmittel, kein Grundnahrungsmittel.
Der Preis als am häufigsten genanntes Argument
Wo Einigkeit herrscht, ist beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei 33 Cent pro Stück konkurriert das Produkt in einer anderen Liga als die traditionelle Konditorei. Ein Teilnehmer fasst es schonungslos zusammen: Wenn er Industriekonditorei kaufen müsste und nicht zur Bäckerei gehen könnte, würde er auf Marken wie Dulcesol zurückgreifen, wegen akzeptabler Menge, Qualität und Preis. Der Vergleich mit der Konditorei ist allgegenwärtig: Manche erinnern daran, dass ein handwerklicher Donut vier Euro kosten kann, ein Preis, den sie direkt als kriminell für das, was es ist, bezeichnen.
Das Problem ist, dass niedrige Preise auch Misstrauen wecken. Mehrere Nachrichten deuten darauf hin, dass einige Supermarkt-Eigenmarkenprodukte „verdächtig gut“ seien und führen diesen Lockstoff auf die Zusatzstoffe zurück. Es ist eine Hypothese ohne Beweis, die manche nutzen, um zu erklären, warum ein 33-Cent-Produkt süchtig machender wirken kann als ein handwerkliches.
Hausgemacht gegen Industrie: Die tiefere Kluft
Die Diskussion driftet schnell in breiteres Terrain. Gegen die Verteidiger des billigen Donuts steht die Haltung derer, die behaupten, die besten Süßigkeiten seien hausgemacht, und Industriekonditorei sei per Definition ein mittelmäßiges Produkt. Das ist keine Minderheitenposition: Manche behaupten direkt, die heutigen Donuts seien „Schrott“ im Vergleich zu denen der Achtziger, als das Produkt eine andere Textur und Geschmack hatte.
Es gibt auch solche, die konkrete Alternativen fordern: Knoten einer klassischen Backwarenmarke, Donuts einer bestimmten Supermarktkette oder Produkte einer anderen industriellen Marke. Die Vielfalt der Präferenzen deutet darauf hin, dass es keinen klaren Gewinner gibt, sondern eine Summe persönlicher Geschmäcker und Kindheitserinnerungen.
Das Geschäft hinter der Marke
Hermanos Juan ist kein kleines Unternehmen. Es gehört zu Vicky Foods, einer Gruppe, die sich als Marktführer nach Volumen im spanischen Markt für Süßgebäck und Konditorei sowie als Nummer zwei bei Toastbrot und herzhaftem Gebäck präsentiert. Das bedeutet, die drei-für-einen-Euro-Donuts sind keine handwerkliche Marke, die von unten konkurriert, sondern das Niedrigpreisprodukt eines der größten Hersteller des Landes.
Das erklärt zwei Dinge. Erstens, dass das Produkt in vielen Vertriebsketten erhältlich ist, einschließlich Eigenmarken. Zweitens, dass sein Preis so aggressiv ist: Wer das Volumen dominiert, kann sich enge Margen leisten. Für den Verbraucher ist die Konsequenz, dass die Grenze zwischen bekannter Marke und Eigenmarke zunehmend verschwimmt: Oft stammen sie aus derselben Fabrik.
Wo man günstige Industriekonditorei kauft
Für diejenigen, die den Preis noch weiter senken wollen, gibt es einen erwähnten Weg: Bimbo Outlet-Stores, wo Produkte kurz vor Ablaufdatum zum Schleuderpreis verkauft werden. Eine Option, die manche bevorzugen, statt auf unbekannte Ersatzmarken zurückzugreifen. Die Logik ist klar: Wenn man schon Industriekonditorei isst, dann zumindest von einer Marke mit Rückverfolgbarkeit und zu einem Preis, der nicht wehtut.
Die Debatte schließt sich jedenfalls nicht. Lohnt es sich, 33 Cent für einen Donut zu zahlen, der industriell schmeckt, oder ist es besser, vier Euro für einen aus der Konditorei auszugeben, der nach echter Butter schmeckt? Die Antwort hängt davon ab, was jeder in einem Donut sucht: einen billigen Genuss oder ein gastronomisches Erlebnis. Und davon, wie bereit man ist, das Etikett zu lesen, bevor man ihn in den Warenkorb legt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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