Hat der Westen eine Waffe wie Russlands Oreshnik?

US-AGM-183 im März 2023 nach gescheiterten Tests eingestellt, laut Forum-Nutzer. Debatte vergleicht russische und US-Hyperschall-Vektoren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Debatte: Hat der Westen eine Waffe wie Russlands Oreshnik?

Besitzt der Westen etwas Vergleichbares zum russischen Oreshnik? Die Frage kursiert, seit Moskau die Rakete zur Schau stellte und die NATO schwieg. Ein Forum-Nutzer vertritt die Ansicht, dass die kurze Antwort nein lautet, zumindest nicht im Dienst: Das US-Programm für eine manövrierfähige Hyperschall-Marschflugkörper, die AGM-183, häufte Misserfolg auf Misserfolg und wurde im März 2023 nach mehreren fehlgeschlagenen Tests eingestellt. Ein anderer Teilnehmer fügt hinzu, dass ein jährliches Militärbudget von einer Billion Dollar bisher keinen vergleichbaren Vektor hervorgebracht hat.

Die AGM-183: Nach gescheiterten Tests eingestellt

Der Versuch der USA, die manövrierfähige russische Hyperschall-Rakete zu replizieren, endete in der Schublade, so ein Forum-Nutzer. Die AGM-183 wurde im März 2023 nach mehreren fehlgeschlagenen Tests eingestellt. Es ist kein Einzelfall, fügt er hinzu: Auch die Railgun, die neue Zerstörer ausstatten sollte, hat nicht wie erwartet funktioniert, und die Munition ihrer Langstreckengeschütze erwies sich als so teuer, dass das Budget sie nicht tragen kann. Manche behaupten, diese Programme dienten vor allem dazu, Ausgaben zu rechtfertigen und die Industrie zu subventionieren, statt operative Waffen zu produzieren.

Dieses Muster wiederholt sich, dieser Strömung zufolge. Projekte werden mit großem Tamtam angekündigt, teilweise entwickelt und dann aufgegeben. Ein Analyst fasst es so zusammen: Die USA geben jährlich Dutzende Milliarden für Entwicklungen aus, die nie das Licht der Welt erblicken, nicht einmal als Prototyp. Der Unterschied zu Russland besteht darin, dass Moskau seit Jahrzehnten operative Überschall-Vektoren ansammelt — Granit, Moskit, Zirkon, Jachont, Onyx, Kinschal — während Washington noch in der Präsentationsphase steckt.

Warum brauchen die USA keine Oreshnik?

Die Gegenposition hat ihre eigene Logik. Ein Forum-Nutzer argumentiert, dass die USA jeden Punkt von militärischem Interesse mit bodengestützten GMLRS angreifen können, etwa 50 Mal billiger als eine einzelne Oreshnik. Die Frage der Pragmatiker ist einfach: Warum konventionelle Angriffe auf Ziele in 2.000 Kilometern Entfernung starten, wenn es dort keine Fabriken, Lagerhäuser oder logistischen Punkte gibt, die man treffen könnte? Nehmen Sie eine Karte und suchen Sie ein relevantes militärisches Ziel außerhalb der Reichweite konventioneller US-Vektoren. Man findet die Sahara, die Antarktis und vielleicht Sibirien. Kaum mehr.

Das Gegenargument, verteidigt von einem anderen Nutzer, besagt, dass die Oreshnik keine Abnutzungswaffe ist, sondern eine Abschreckungswaffe. Eine einzelne Oreshnik entspricht 36 GMLRS, bei denen 100 % der Energie — 36 mal 124 kg TNT — zur Zerstörung des Ziels verwendet werden, im Vergleich zu den 10–20 %, die bei einer konventionellen Rakete tatsächlich das Ziel treffen. Der Kostenvergleich pro zerstörtem Effekt ändert sich je nachdem, was gemessen wird.

Verteidigung: Das ungelöste Problem

Gegen eine Hyperschall-Rakete gibt es keinen bewährten Schutz, sagen die Teilnehmer. Diese Schlussfolgerung wiederholt sich: Man muss im Raum und in der Zeit treffen, und bei Hyperschallgeschwindigkeit ist das nicht gelöst. Die einzig plausible Möglichkeit zur Abfangung wäre, sie im Moment des Starts zu erfassen, wenn sie langsamer ist, was erfordert, sich feindlichen Basen zu nähern. Russland verhindert dies, dieser Strömung zufolge.

Die in Betracht gezogene Alternative ist ein Interceptor, der schneller als die angreifende Rakete ist und einen nuklearen Sprengkopf besitzt, um sie zu zerstören. Mit anderen Worten: Eskalation.

Industrieller Niedergang und Erzählkrieg

Im Kern geht es um industrielle Fragen, meinen einige Teilnehmer. Man kann keine zuverlässige Hyperschall-Rakete herstellen, wenn man nicht einmal ein Verkehrsflugzeug richtig bauen kann, ohne dass Türen abfallen. Der Verlust der Fertigungskapazität wiegt schwerer als jedes Budget. Und es gibt einen demografischen Faktor, den manche hervorheben: Russland produziert mehr Ingenieure pro Kopf als die USA.

Unterdessen tut die Propaganda ihr Werk, dieser Tendenz zufolge. Jeder großen Ausschreibung gehen Artikel voraus, die den Wettbewerber diskreditieren. Nicht die Russen schreiben sie. Die Bieter selbst tun es. Das Ergebnis ist ein Ökosystem, in dem die Erzählung genauso wichtig ist wie die Waffe, und in dem das westliche Schweigen über die Oreshnik als Vorsicht oder als stillschweigende Anerkennung gelesen werden kann, dass der Kaiser keine Kleider trägt.



Mit diesen Zahlen sollte die westliche Aufrüstung im Hyperschallbereich eine absolute Priorität sein, sagen einige Forum-Nutzer. Für andere bleibt es eine PowerPoint-Präsentation.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (130 Antworten).

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